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Qualitätsmanagement

Die Qualität unserer Patientenbehandlung liegt uns sehr am Herzen. Unsere Behandlungsergebnisse werden regelmäßig evaluiert. Somit wird gewährleistet, Ihnen die bestmögliche Behandlung anbieten zu können. Selbstverständlich nehmen sowohl die Klinik für Pränatalmedizin und Geburtshilfe als auch die Abteilung für Neonatologie an externen Qualitätssicherungsverfahren teil. 

 

 

Geburtshilfe:

Die Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Hannover nimmt an einer nationalen Qualitätssicherung teil, der sogenannten Perinatalerhebung. An dieser Stelle veröffentlichen wir eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Qualitätssicherung, wie dies vom gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gewünscht wird.

Der Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, mit eventuell auftretenden Komplikationen, sowie der kindliche Zustand unmittelbar nach der Geburt aller bei uns entbundenen Schwangeren wird anonym erfasst und statistisch ausgewertet.

Die Ergebnisse unserer Klinik werden sowohl mit den von uns gesetzten Qualitätszielen verglichen, als auch mit anderen geburtshilflichen Kliniken des Landes Niedersachsen und der gesamten Bundesrepublik.

Unsere Klinik hatte im Jahr 2015 insgesamt 2632 Geburten, wobei 2758 Kinder geboren wurden. 

Im Jahr 2015 wurden in unserer Klinik 894 Kinder per Kaiserschnitt entbunden, was einer Kaiserschnittrate von 34,02% entspricht. In der Vergleichsgruppe, d.h. in anderen Level-1 Perinatalzentren, lag die Kaiserschnittrate bei durchschnittlich 35,31%. Wir haben aufgrund des hohen mütterlichen und kindlichen Risikokollektivs mit einer höheren Zahl von Entbindungen per Kaiserschnitt kalkuliert und haben dieses Qualitätsziel damit erreicht. Ebenso konnten wir die Kaiserschnittrate von 36,5% im Jahr 2014 auf 34,02% im Jahr 2015 senken ohne eine Verschlechterung im mütterlichen oder kindlichen Outcome zu erzielen.

Um die mütterliche Wundinfektionsrate nach Kaiserschnittentbindungen zu minimieren ist die prophylaktische Antibiotikagabe während der Operation ein Qualitätsmerkmal. 95,87% der durch Kaiserschnitt entbundenen Frauen erhielten in unserer Klinik eine perioperative Antibiotikaprophylaxe, was im geforderten Referenzbereich von >90% liegt. Gründe gegen eine perioperative Antibiotikaprophylaxe waren z.B. multiple Allergien auf Antibiotika.

In lebensbedrohlichen Situationen für Mutter und/oder Kind ist ggf. ein Notkaiserschnitt durchzuführen. Die Zeit zwischen Entschluss zum Kaiserschnitt und Entwicklung des Kindes sollte nicht über 20 min liegen. Diesen Qualitätsindikator konnten wir bei allen Notfallkaiserschnitten, durch die enge räumliche Nähe der Kreißsäle zum Kaiserschnitt-OP und durch ein etabliertes Notfallkaiserschnitt-Trainingsprogramm , deutlich erreichen.

Ein wichtiger Parameter zur Beurteilung des kindlichen Wohlbefindens ist der Nabelschnurarterien-pH, der nach der Geburt aus dem Blut der Nabelschnurarterien analysiert wird. Als Qualitätsindikator gilt wenn bei >95% aller lebendgeborenen Kinder ein Nabelschnurarterien-pH bestimmt wird. Wir haben bei 99,6% der bei uns geborenen Kinder einen pH-Wert in der Nabelschnurarterie bestimmt und haben dieses Qualitätsmerkmal deutlich erreicht. Die fehlenden 0,4% sind u.a. durch eine kindliche Blutarmut, eine sog. fetale Anämie, zu erklären wo kein Blut aus der Nabelschnur entnommen werden konnte.

Bei Kindern mit einem niedrigen pH-Wert spricht man von einer fetalen Azidose. Trotz des hohen Risikoprofils einer Universitätsklinik hatten 2015 0,45% aller reifgeborenen Kinder an der Medizinischen Hochschule Hannover einen pH-Wert unter 7,0. 

Als kritisches und damit zu vermeidendes Outcome bei Reifgeborenen ist ein 5 Minuten APGAR Score unter 5, sowie ein pH-Wert unter 7,00 und ein Basenüberschuss (Base Excess) <-16mmol/l. Im Jahr 2015 hatten wir nur einen solchen Fall (0,04%) unter allen Geburten. Diese Zahl und somit der diesbezügliche Qualitätsindex liegen signifikant unterhalb des Referenzwertes wodurch unsere Klinik das Qualitätsmerkmal deutlich erreicht.

Die fetale Lunge gilt ab 34+0 SSW als ausgereift. Bei drohender Frühgeburtlichkeit < 34+0 SSW sollte eine Lungenreifeinduktion mit einem Kortikosteroid durchgeführt werden, um die Lunge des Feten für eine bessere Ventilation (Belüftung) im Falle einer Frühgeburt vorzubereiten. Als weiterer Qualitätsindikator gilt die vorgeburtliche Kortikosteroidtherapie bei Frühgeburten, wenn die werdende Mutter sich mindestens 2 Tage vor der Geburt in stationärer Behandlung befunden haben. Mit 97,46% der Fälle haben wir nicht nur den Referenzbereich und somit das Ziel deutlich erreicht, sondern liegen hier auch über dem Schnitt anderer vergleichbarer Zentren im Land Niedersachsen.

Ebenso wichtig für die adäquate Versorgung von Frühgeborenen, d.h. bei Geburten vor der 37+0 SSW ist die Anwesenheit eines Kinderarztes. Dieses Qualitätsziel konnten wir mit 93,6 % deutlich erreichen und somit eine optimale Versorgung zu früh geborener Kinder sicherstellen. Die übrigen 6,4 % der frühgeborenen Kinder hat ein Pädiater, aufgrund sehr schneller Geburtsverläufe, innerhalb kurzer Zeit nach Geburt gesehen.

Unsere Klinik zeichnet sich weiterhin durch eine sehr niedrige Zahl höhergradiger Dammverletzungen aus. Ein Ziel ist die Vermeidung sog. Dammrisse III° und IV°, wo es zum Riss des Darmschließmuskels (III°) oder zum Einriss des Enddarms (IV°) kommt. Eine höhergradige Dammverletzung kam in unserer Klinik nur in  0,4% aller Geburten vor. Damit haben wir das von uns gesetzte Qualitätsziel von <3% höhergradiger Dammverletzungen deutlich unterschritten. Auch liegen wir hier deutlich unter dem Schnitt des Landes Niedersachsen mit 3% und unter dem Schnitt der Vergleichsgruppe (Level-1-Perinatalzentrum) mit 2,22%.

 

Zusammenfassend erfüllt unsere Geburtshilfe in allen Bereichen die Qualitätsanforderung der Perinatalerhebung und ist auch im Landesvergleich und im Vergleich zu anderen Perinatalzentren-Level-1 sehr gut positioniert.

 

 

Neonatologie:

Gemäß eines GBA-Beschlusses vom 19.02.2009 sind alle Perinatalzentren verpflichtet, Daten zu den Behandlungsergebnissen von Frühgeborenen mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht (<1500 g) zu veröffentlichen. Die in den folgenden Tabellen veröffentlichten Daten beinhalten keine Risikoadjustierung. Im Perinatalzentrum der MHH werden Hochrisikoschwangere, die teilweise vorgeburtlich aus anderen Kliniken in Niedersachsen in die MHH verlegt worden sind, betreut und entbunden. Dies führt dazu, dass eine Vielzahl von sehr unreifen Frühgeborenen, Mehrlingen und von Früh- und Neugeborenen mit zum Teil sehr komplexen angeborenen Fehlbildungen im Perinatalzentrum der MHH behandelt werden.

 

Weiterhin werden dem Perinatalzentrum der MHH als Zentrum der Maximalversorgung mit der Möglichkeit einer kinderchirurgischen, neurochirurgischen, Herz-Thorax-Gefäßchirurgischen Versorgung und einer Spezialisierung auf Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen wie z.B. Nierenersatztherapie und Nierentransplantation, Lebererkrankungen, Tumor-erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen gehäuft Patienten mit solchen Erkrankungen nach der Geburt sekundär aus anderen Kliniken zu verlegt.

 

Das Sterberisiko ist umso höher, je geringer das Gestationsalter und das Geburtsgewicht. Ebenfalls besteht bei einer Geburt außerhalb des Perinatalzentrums und postpartaler Verlegung, bei  Mehrlingen und Kindern mit angeborenen Fehlbildungen und anderen angeborenen schwerwiegenden Erkrankungen ein erhöhtes Sterberisiko. Weitere Informationen zur Ergebnisqualität des Perinatalzentrum finden Sie auf der Internetseite www.perinatalzentren.org

 

Übersichtsdaten über die Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht < 1500 g aus dem Jahr 2015 sowie die 5-Jahresergebnisse 2011-2015

 

 

Hier finden Sie den Link zum zentralen Qualitätsbericht der MHH.