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Qualitätsmanagement

Die Qualität unserer Patientenbehandlung liegt uns sehr am Herzen. Unsere Behandlungsergebnisse werden regelmäßig evaluiert. Somit wird gewährleistet, Ihnen die bestmögliche Behandlung anbieten zu können. Selbstverständlich nehmen sowohl die Klinik für Pränatalmedizin und Geburtshilfe als auch die Abteilung für Neonatologie an externen Qualitätssicherungsverfahren teil. 

 

 

Geburtshilfe:

Die Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Hannover nimmt an einer nationalen Qualitätssicherung teil, der sogenannten Perinatalerhebung. An dieser Stelle veröffentlichen wir eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Qualitätssicherung, wie dies vom gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gewünscht wird.

Der Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, mit eventuell auftretenden Komplikationen, sowie der kindliche Zustand unmittelbar nach der Geburt aller bei uns entbundenen Schwangeren wird anonym erfasst und statistisch ausgewertet.

Die Ergebnisse unserer Klinik werden sowohl mit den von uns gesetzten Qualitätszielen verglichen, als auch mit anderen geburtshilflichen Kliniken des Landes Niedersachsen und der gesamten Bundesrepublik.

Unsere Klinik hatte im Jahr 2016 insgesamt 3010 Geburten und 3121 Kinder wurden geboren.

Im Jahr 2016 wurden in unserer Klinik 1012 Frauen per Kaiserschnitt entbunden, was einer Kaiserschnittrate von 33,6% entspricht. Davon waren 12,4 % sogenannte sekundäre Kaiserschnitte, d.h. Kaiserschnitte bei denen die Geburt bereits begonnen und entweder die Fruchtblase gesprungen oder es zu muttermundswirksame Wehen gekommen ist. In der Vergleichsgruppe, d.h. in anderen Level-1 Perinatalzentren, lag die Kaiserschnittrate bei durchschnittlich 34,5%. Wir haben aufgrund des hohen mütterlichen und kindlichen Risikokollektivs mit einer höheren Zahl von Entbindungen per Kaiserschnitt kalkuliert und haben dieses Qualitätsziel damit erreicht. Ebenso konnten wir die Kaiserschnittrate von 34,2% im Jahr 2016 auf 33,6% im Jahr 2015 senken ohne eine Verschlechterung im mütterlichen oder kindlichen Outcome zu erzielen. Der Anteil der vaginal-operativen Entbindungen, d.h. Entbindungen mit Saugglocke (Vakuum) oder Zange (Forceps) betrug 2016 4,1%.

Um die mütterliche Wundinfektionsrate nach Kaiserschnittentbindungen zu minimieren ist die prophylaktische Antibiotikagabe während der Operation ein Qualitätsmerkmal. 96,7% der durch Kaiserschnitt entbundenen Frauen erhielten in unserer Klinik eine perioperative Antibiotikaprophylaxe, was im geforderten Referenzbereich von >90% liegt. Gründe gegen eine perioperative Antibiotikaprophylaxe waren z.B. multiple Allergien auf Antibiotika.

In lebensbedrohlichen Situationen für Mutter und/oder Kind ist ggf. ein Notkaiserschnitt durchzuführen. Die Zeit zwischen Entschluss zum Kaiserschnitt und Entwicklung des Kindes sollte nicht über 20 min liegen. Diesen Qualitätsindikator konnten wir bei allen Notfallkaiserschnitten, durch die enge räumliche Nähe der Kreißsäle zum Kaiserschnitt-OP und durch ein etabliertes Notfallkaiserschnitt-Trainingsprogramm , deutlich erreichen.

Bei Kindern mit einem niedrigen pH-Wert spricht man von einer fetalen Azidose. Trotz des hohen Risikoprofils einer Universitätsklinik hatten 2016 0,39% aller reifgeborenen Kinder an der Medizinischen Hochschule Hannover eine solche fetale Azidose mit einem pH-Wert unter 7. Die niedrige Quote von 0,45% aus 2015 konnten wir nochmals verbessern. 

Die Zahl von fetalen Azidosen bei Frühgeborenen lag 2016 lediglich bei 0,43%, was zum einen unseren Vorjahreswert von 0,48%, als auch den Referenzbereich von < 5,02% unterschreitet. Somit findet bei uns eine gute Versorgung von Kindern im kritischen Zustand statt.

Die fetale Lunge gilt ab 34+0 SSW als ausgereift. Bei drohender Frühgeburtlichkeit < 34+0 SSW sollte eine Lungenreifeinduktion mit einem Kortikosteroid durchgeführt werden, um die Lunge des Feten für eine bessere Ventilation (Belüftung) im Falle einer Frühgeburt vorzubereiten. Als weiterer Qualitätsindikator gilt die vorgeburtliche Kortikosteroidtherapie bei Frühgeburten, wenn die werdende Mutter sich mindestens 2 Tage vor der Geburt in stationärer Behandlung befunden hat. Dies wurde in 78,02% durchgeführt. Die erniedrigte Zahl ist durch einen Dokumentationsfehler zu erklären und wurde korrigiert.

Ebenso wichtig für die adäquate Versorgung von Frühgeborenen, d.h. bei Geburten vor der 37+0 SSW ist die Anwesenheit eines Kinderarztes. Dieses Qualitätsziel konnten wir mit 90,6% erreichen und somit eine optimale Versorgung zu früh geborener Kinder sicherstellen. Die übrigen 9,4% der frühgeborenen Kinder hat ein Pädiater, aufgrund sehr schneller Geburtsverläufe, innerhalb kurzer Zeit nach Geburt gesehen.

Unsere Klinik zeichnet sich weiterhin durch eine sehr niedrige Zahl höhergradiger Dammverletzungen aus. Ein Ziel ist die Vermeidung sog. Dammrisse III° und IV°, wo es zum Riss des Darmschließmuskels (III°) oder zum Einriss des Enddarms (IV°) kommt. Eine höhergradige Dammverletzung kam in unserer Klinik nur in 0,44% aller Geburten vor. Damit haben wir das von uns gesetzte Qualitätsziel höhergradiger Dammverletzungen deutlich unterschritten. Auch liegen wir hier unter dem Schnitt des Landes Niedersachsen mit 0,73% und unter dem gefordertem Referenzbereich von <2,09%.

Zusammenfassend erfüllt unsere Geburtshilfe in allen Bereichen die Qualitätsanforderung der Perinatalerhebung und ist auch im Landesvergleich und im Vergleich zu anderen Perinatalzentren-Level-1 sehr gut positioniert.

 

 

Neonatologie:

Gemäß eines GBA-Beschlusses vom 19.02.2009 sind alle Perinatalzentren verpflichtet, Daten zu den Behandlungsergebnissen von Frühgeborenen mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht (<1500 g) zu veröffentlichen. Die in den folgenden Tabellen veröffentlichten Daten beinhalten keine Risikoadjustierung. Im Perinatalzentrum der MHH werden Hochrisikoschwangere, die teilweise vorgeburtlich aus anderen Kliniken in Niedersachsen in die MHH verlegt worden sind, betreut und entbunden. Dies führt dazu, dass eine Vielzahl von sehr unreifen Frühgeborenen, Mehrlingen und von Früh- und Neugeborenen mit zum Teil sehr komplexen angeborenen Fehlbildungen im Perinatalzentrum der MHH behandelt werden.

 

Weiterhin werden dem Perinatalzentrum der MHH als Zentrum der Maximalversorgung mit der Möglichkeit einer kinderchirurgischen, neurochirurgischen, Herz-Thorax-Gefäßchirurgischen Versorgung und einer Spezialisierung auf Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen wie z.B. Nierenersatztherapie und Nierentransplantation, Lebererkrankungen, Tumor-erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen gehäuft Patienten mit solchen Erkrankungen nach der Geburt sekundär aus anderen Kliniken zu verlegt.

 

Das Sterberisiko ist umso höher, je geringer das Gestationsalter und das Geburtsgewicht. Ebenfalls besteht bei einer Geburt außerhalb des Perinatalzentrums und postpartaler Verlegung, bei  Mehrlingen und Kindern mit angeborenen Fehlbildungen und anderen angeborenen schwerwiegenden Erkrankungen ein erhöhtes Sterberisiko. Weitere Informationen zur Ergebnisqualität des Perinatalzentrum finden Sie auf der Internetseite www.perinatalzentren.org

 

Hier finden Sie den Link zum zentralen Qualitätsbericht der MHH.