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Methodisches Vorgehen



Krankheitsbewältigung und soziale Belastungen beim Verlauf von Brustkrebs

 

Methodisches Vorgehen

 

Die Langzeitstudie wurde zwischen 2002 und 2015 durchgeführt und beinhaltete die wiederholte Befragung von ca. 250 Brustkrebspatientinnen zu jeweils drei Interviewzeitpunkten. Der Erhebungszeitraum des Eingangsinterviews (t0) bezog sich auf die jeweils dem Interview vorausgegangenen zwei Jahre, die nachfolgenden Interviews fanden jeweils ein (t1) bzw. sechs Jahre später (t2) statt und zielten auf die Ereignisse seit dem vorhergehenden Interview.

Zur Erhebung der Einflussfaktoren auf den Krankheitsverlauf wurden primär zwei Instrumente eingesetzt. Zur Erfassung der belastenden Lebensereignisse diente ein Leitfaden auf der Basis der

-      Life Events and Difficulties Schedule /LEDS (t0, t1, t2)

und für das Bewältigungsverhalten ein Leitfaden des

-      Hannoverschen Coping Inventars (t0, t1, t2)

Beide Instrumente basieren auf einer Erfassung von Daten mittels teilstrukturierter Interviews und standardisierter interviewerbasierter Auswertung. Eine Standardisierung und Quantifizierung wird durch Interpretationsregeln und einen Fallbeispiel-Vergleich (LEDS und Coping-Manual) erreicht.  

Darüber hinaus wurden bei allen Studienteilnehmerinnen mittels standardisierter Instrumente Sozial- und Lebensstildaten erhoben. Dazu gehörten im einzelnen Daten

-      zur Demografie (t0, t1, t2)

-      zum Bewegungs- und Ernährungsverhalten inkl. Tabak und Alkoholkonsum (t0, t1, t2)

-      zur Inanspruchnahme von Nachsorgeangeboten (t2)

-      zum Brustkrebswissen (t2)

-      zur Relevanz von Religion und Spiritualität (t2)

Die Auswertung der Sozial- und Lebensstildaten sowie der quantifizierten Interviews erfolgt mittels der Statistikprogramme SPSS und STATA.

 

Einschlusskritierien

In die Studie eingeschlossen wurden Patientinnen, die mit einer gesicherten Mammakarzinomdiagnose in drei Kliniken in Hannover (Universitätsfrauenklinik der Medizinischen Hochschule, Frauenklinik der Henriettenstiftung sowie das Städtische Klinikum Nordstadt) aufgenommen und operiert wurden.

Das Alter der Patientinnen lag zwischen 25 und 70 Jahren zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie, Erstmanifestation eines Mammakarzinoms (Tumorstadien T1–T3; N0–N2; keine Metastasen), Patientinnen mit mehreren malignen Erkrankungen und psychiatrischen Erkrankungen wurden nicht berücksichtigt. Patientinnen mit Stadium T3 wurden erst im fortgeschrittenen Verlauf der Feldphase eingeschlossen.

 

Datenerhebung

Mit der Befragung wurde im Juni 2002 begonnen. Zunächst wurden über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren in drei Kliniken Hannovers 254 Frauen befragt, die wegen einer Erkrankung zum ersten Mal stationär behandelt wurden. An der Wiederholungsbefragung jeweils ein Jahr später nahmen 237 Patientinnen teil. Eine dritte Befragung mit 196 Teilnehmerinnen fand im Durchschnitt sechs Jahre nach dem Erstinterview statt und wurde im September 2010 abgeschlossen.

 

 

Parallel und im Anschluss an die Befragungen finden aufeinander folgend die Ratings und statistischen Auswertungen der unterschiedlichen Erhebungszeitpunkte statt.

Die Interviews zu chronischen und akuten Belastungen sind für den ersten Erhebungszeitpunkt vollständig ausgewertet, die Auswertung der Krankheitsbewältigung folgen nach.

 

Abb.1 Rekrutierung und follow up