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Mentale Retardierungssyndrome

 

 

 

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Mentale Retardierungssyndrome
Array-CGH

 

Hintergrund

Mentale Retardierung (MR) mit oder ohne zusätzliche Fehlbildungen ist mit einer Prävalenz (Häufigkeit einer Krankheit) von circa 2 % ein bedeutendes Gesundheitsproblem. Bei mehr als 50 % der Patienten liegt eine genetische Ursache vor.  
 
Neue molekulargenetische und molekularzytogenetische Methoden wie die Array-CGH ermöglichen eine verbesserte Diagnosestellung bei ungeklärten Retardierungssyndromen. In 10 - 20 % der Fälle  werden submikroskopische Chromosomenveränderungen nachgewiesen werden. Dazu gehören numerische Veränderungen (z.B. die Trisomie 21) und strukturelle Veränderungen (z.B. die Mikrodeletion an 22q11.21 beim Di-George Syndrom oder die Mikroduplikation an 17p11.2 beim Potocki-Lupski Syndrom).

 

 

Methodik

Mikrodeletionen oder-duplikationen können mithilfe der array-CGH detektiert werden.
Abhängig von der Sondendichte auf dem Array, ist eine Auflösung bis hin zu einzelnen Genen möglich. 
 

 
Bisherige Array-CGH-Studien haben zu der Erkenntnis geführt, dass das menschliche Genom einen unerwartet hohen Anteil von Bereichen enthält, deren Kopienzahl bei phänotypisch unauffälligen Menschen variiert. Die Größe sogenannter CNVs ('copy number variations') reicht von einigen Kilobasen bis zu mehreren Megabasen.
 
Werden mittels Array-CGH Aberrationen im Genom eines Patienten gefunden, bleibt es oft spekulativ, ob diese im kausalen Zusammenhang mit dem beschriebenen Phänotyp stehen.
In den meisten Fällen ist es deshalb nötig, die DNA der gesunden Eltern ebenfalls zu untersuchen.
 
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Veränderung krankheitsverursachend ist, steigt,
wenn

-  eine Aberration de novo vorliegt,
-  eine Aberration in keiner Datenbank für CNVs aufgeführt ist,
-  Fälle mit gleicher oder ähnlicher Aberration und entsprechendem Phänotyp bekannt sind
-  Gene aus der alterierten Region mit dem Phänotyp in Verbindung gebracht werden können
 

Wir bieten verschiedene Formate an:

Agilent 400k
-  Agilent 400k SurePrint CGH und SNP zur zusätzlichen Detektion von Kopienzahl-neutralen
    Veränderungen wie LOH (loss of heterozygosity) und UPD (uniparental disomy)
-  eArray: Spezielle Regions-spezifische Formate auf Anfrage

 

 

 

Material und Versand

5 bis 10 ml EDTA-Blut, ungekühlter postalischer Versand in bruchsicherer Verpackung. Nach telefonischer Rücksprache mit der Laborleitung (0511/532 4669) ist gegebenenfalls auch die Untersuchung aus Mundschleimhautabstrichen (mind. 5 Stäbchen) oder DNA (mind. 2 µg) möglich. 
 
 
 
Zusätzlich zum Untersuchungsmaterial benötigen wir:

  1. den ausgefüllten und unterschriebenen „Anforderungsschein“ (Download hier)
     

Dauer

ca. 2 - 4 Wochen

Ansprechpartner

Prof. Dr. rer. nat. Doris Steinemann
  
  
  +49 (0)511 532-4669
  +49 (0)511 532-4521  
 
  Steinemann.Dorismh-hannover.de
 
 

Dr. med. Susanne Morlot
Oberärztin
 
  
  
  +49 (0)511 532-9432
  +49 (0)511 532-4521  
 
  Morlot.Susannemh-hannover.de

 

 

Literatur

Vermeesch JR, Fiegler H, de Leeuw N, Szuhai K, Feuk L, Carson AR, Scherer SW.
Structural variation in the human genome.
Nat Rev Genet. 2006;7:85-97.
 
Schoumans J, Ciccone R, Speleman F, Rauch A, Clayton-Smith J, Van Ravenswaaij C, Sanlaville D, Patsalis PC, Firth H, Devriendt K, Zuffardi O.
Guidelines for molecular karyotyping in constitutional genetic diagnosis.
Eur J Hum Genet. 2007;15:1105-14.