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Elektronenmikroskopie

 

Der Titel des Vortrages von Herrn Doktor Jan Hegermann hieß: " Elektronenmikroskopie in den Lebenswissenschaften".

 

Lebenswissenschaften? Ich musste erst einmal kurz überlegen, ach ja, Life Sciences, jetzt war's klar. Komisch wie ungebräuchlich deutsche Begriffe heute schon geworden sind. Es handelt sich also um Bereiche der Biochemie, Bioinformatik, Biologie, Biomedizin, Biophysik, Gentechnologie, Lebensmitteltechnologie, Medizin, aber auch Bereiche aus Pharmazie und Pharmakologie und Umwelttechnik gehören dazu. Also ein breites Spektrum, was interessante Bilder verspricht. Ich war gespannt.

 

In dem Vortrag wurden uns sehr anschaulich die verschiedenen Techniken und Ihre Vorzüge und Grenzen erklärt. Abgerundet wurde dies am Ende mit einer Führung in der Abteilung.

 

In der Core Unit, also der Zentralen Forschungseinrichtung für Elektronen-mikroskopie, gibt es zwei verschiedene Arten von Elektronenmikroskopen. Einmal die Scanning- oder Rasterelektronenmikroskopie (SEM) und die Transmissionselektronenmikroskopie (TEM).

 

Link zur Ausstattung: https://www.mh-hannover.de/clemausstattung.html

 

Mit vielen Bildern 3D-Rekonstruktionen tauchten wir ein in die Welt der Pflanzenzellorganellen, Lungenalveolen und Pilzhyphen. Hierfür wurden die Objekte mit bis zu 125.000-facher Vergrößerung aufgenommen. Strukturen von 100 nm sind noch sehr gut zu erkennen, wurde uns berichtet. Besonders die 3D-Rekonstruktionen der Alveolen (alle Teilnehmer mit 3D-Brille bestückt) waren sehr beeindruckend.

Uns wurden weiter die Vorschritte gezeigt, die erforderlich sind, um eine stabile und ausreichende Kontrastierung für das TEM zu bekommen. Als erstes müssen die Präparate fixiert werden. Dies kann chemisch oder physikalisch durch Cryomethoden geschehen.

 

Für die chemische Fixierung bzw. Nachfixierung stehen Aldehyde oder auch Osmiumoxid zur Verfügung. Nach vollständiger Entwässerung wird das Präparat in Kunststoff (Resin) eingebettet . Danach werden am Mikrotom mit dem Diamantmesser ein bzw. viele Ultra- oder Semidünnschnitte (40 nm - 250 nm) angefertigt. Diese kann man dann auf einen Objektträger aufziehen. Moderne SEM-Geräte, wie auch eines im I4 steht, können auch selber serielle Schnitte anfertigen, allerdings werden diese nicht aufgehoben und auf einen Objektträger aufgezogen, sondern nach der Aufnahme der Blockoberfläche verworfen. Also nur bei Handarbeit bleibt das Material für spätere erneute Untersuchungen erhalten.

 

Nach vielen interessanten technischen Details und vielen spannenden Bildern ging es danach zur praktischen Vorführung. Erst konnten wir uns die Erstellung von Ultradünnschnitten in der Anatomie anschauen. Wer dabei war, weiß jetzt auch, dass Wimpern hier eine wichtige Rolle spielen. Dann ging es ins Gebäude I4 zu den EM-Geräten.

 

Hier konnten wir uns alte und neue Geräte einmal direkt im Vergleich anschauen. Gab es in den sechziger (bis z.T. noch in die neunziger) Jahren noch für jedes Bild einen Röntgenfilm, der einzeln pro Aufnahme entwickelt werden musste, gibt es heute digitale Aufnahmen. Brauchte früher ein Gerät einen großen Schaltschrank mit Röhrentechnik, sind es heute kleine Platinen. Ein spannender Nachmittag mit vielen neuen Erkenntnissen und Eindrücken ging zu Ende.

 

Wir danken Herrn Hegermann für einen sehr interessanten und spannenden Vortrag, und außerdem geht unser Dank an seine Mitarbeiter für die interessante Führung.

 

Weitere Infos zur Elektronenmikroskopie in der MHH findet Ihr unter: https://www.mh-hannover.de/21942.html

 

Artikel von Birgit Piep, 26.02.2016


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