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Biobanken als Voraussetzung für Forschungsprojekte

Im Rahmen der Reihe „MUI Lectures Series“ sowie des "Genetics, Epigenetics & Genomics" Seminars war am 23. Juni 2015 Prof. Dr. Thomas Illig, Leiter der zentralen Biobank der Medizinischen Hochschule Hannover, als Vortragender zum Thema Biobanken zu Gast an der Medizinischen Universität Innsbruck. Der Experte hat zusammen mit seinem Team seit 2012 die „Hannover Unified Biobank“ erfolgreich aufgebaut. Davor war er 15 Jahres am Helmholtz-Zentrum München tätig, wo der das Genomanalyse-Zentrum und die Biobank etabliert hat.

Im Rahmen seines anschaulichen Vortrages wies Prof. Illig einführend auf das unglaubliche Potential von Biobanken für die Identifizierung von Biomarkern, personalisierter Medizin und die Aufklärung der Pathogenese von Erkrankungen hin. Die Anwendung von aktuellen und zukünftigen Technologien an diesen Materialen eröffnet neue Forschungsansätze für die Bereiche Genetik, Genomik, Proteomik, Metabolomik und andere Omics-Technologien. „Die Etablierung von Biobanken gehört dabei nach wie vor zu den Schlüsselvoraussetzungen für die Anwendung dieser Technologien“, stellte Illig klar. „Am wichtigsten ist, dass man mit qualitativ hochwertigen Biomaterialien arbeitet und man muss sich daher sehr gute Konzepte überlegen, um hier den hohen Anforderungen an das Analysematerial gerecht zu werden.“ Daher wurde an zahlreichen deutschen Universitäten mit dem Aufbau von Biobanken begonnen, die wiederum in weltweite Konsortien involviert sind.

Qualitätskriterien einer Biobank

Illig nannte sechs besonders wichtige Kriterien für professionelle Biobanken: 1) Von Bedeutung ist vor allem die Qualität der Proben, die sich durch die lückenlos erfassten Prozesse, die Infrastruktur und die Kapazität definiert. Ein hoher Automatisationsgrad mit Barkodierung aller Schritte gehört dazu ebenso, wie ein kontinuierliches Temperaturmonitoring. 2) Die IT-Datenqualität und Datensicherheit wird durch entsprechende Biobank-Informationssysteme und Pseudonymisierungsprozesse gekennzeichnet. 3) Eine verantwortungsvolle Führung der Biobank mit Regelung der Zugänge und Besitzverhältnisse ist notwendig. 4) Ein Projektmanagement, welches die zahlreiche Projekte der teilnehmenden Mitglieder betreut, ist ebenso unerlässlich. 5) Eine Zertifizierung der Biobank-Prozesse und (6) eine kontinuierliche Ausbildung und Training aller beteiligten MitarbeiterInnen und NutzerInnen der Biobank sind zwei weitere Qualitätskriterien.

Biobank Hannover

Insgesamt sind nach der kurzen Zeit des Bestehens der Biobank Hannover bereits 500.000 Proben datenbankmäßig erfasst. Darüber hinaus lagern 280.000 Proben von 130 Projekten in der Biobank. Die Anzahl der Proben wird in den nächsten Jahren massiv ansteigen. „Es ist sehr klar zu beobachten, dass Biobanken mittlerweile für viele Geber von Forschungsgeldern zu einer Grundvoraussetzung für Förderung geworden sind. So gesehen sind Infrastrukturen wie Biobanken ebenso wichtige Grundvoraussetzung für erfolgreiche Forschung wie zahlreiche andere Core Facilities an unserem Campus“, erklärte Univ.-Prof.in Dr.in Christine Bandtlow, Vizerektorin für Forschung und Internationales.

MUI Lecture Series
Zu Vorlesungen im Rahmen der neuen „MUI Lecture Series“ sollen wissenschaftlich exzellente Vortragende anderer Universitäten eingeladen werden. Um eine Lecture im Rahmen der Reihe kann bei der Vizerektorin für Forschung und Internationales, Univ.-Prof.in Dr.in Christine Bandltow, von Institutionen der Medizinischen Universität Innsbruck angesucht werden. Bei Bewilligung des Antrags finanziert die Medizinische Universität Innsbruck die Reisekosten des Gastes (Zugfahrt 2. Klasse bzw. Flug Economy) sowie eine Übernachtung in Innsbruck. Darüber hinaus wird ein gemeinsames Abendessen des/der ReferentIn mit VertreterInnen der gastgebenden MUI Institution finanziert. Insgesamt sollen pro Jahr bis zu sechs Lectures gefördert werden.  Für die MUI Lecture Series kann zu zwei Terminen im Jahr angesucht werden: 31. Januar und 15. Juni.