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LKA

Ein Besuch im Landeskriminalamt Niedersachsen

Am 16.04.015 war es soweit. Eine Gruppe interessierter TA folgte einer Einladung des kriminaltechnischen Instituts (KTI), um einmal zu schauen, womit sich die Kollegen des LKA so befassen.

 

Empfangen wurden wir von Herr Dr. Vidal und seiner TA, Frau England, im Seminarraum mit Getränken und Keksen. Er gab uns zunächst einen kurzen Input über die Strukturen und Arbeitsweisen des LKA.

 

Das LKA ist eine Spezialbehörde der Landespolizei zur Kriminalitätsbekämpfung und untersteht dem Niedersächsischen Innenministerium. Das LKA Niedersachsen hat ca. 1000 Mitarbeiter, wobei ca. 200 von ihnen im KTI arbeiten.

 

Unterteilt ist das LKA in Dezernate, wobei Dr. Vidal uns das Dezernat Chemie – Fachgruppe Betäubungsmittel (BTM) nahe brachte. Dort werden sowohl qualitative als auch quantitative Untersuchungen durchgeführt und gerichtsfeste Gutachten erstellt.

 

Das Dezernat Chemie hat in etwa 30 Mitarbeiter, die sich wiederum in die Berufsgruppen Chemiker, Chemieingenieur, Maschinenbauingenieur, TA und Elektroingenieur aufteilen. Dazu kommen noch Polizeivollzugsbeamte sowie ein Islamwissenschaftler und Sekretariatskräfte.

 

In erster Linie sind für uns die Labore Herrn Dr. Vidals, sein „Analytikpark“, interessant. Dort stehen GC/MS, Tandem- MS für GC und LC, einige HPLC-Anlagen sowie ein IR und NIR.

 

Untersucht werden dort qualitativ und quantitativ alle Drogen bzw. Funde, die Drogen im Sinne des BTMG sein könnten. Geschaut wird z.B. auch nach den Hilfsstoffen der Drogen. Etwas befremdlich war zu hören, dass Heroin, uns allen als BTM bekannt, vor 100 Jahren ursprünglich als Hustenmittel für Kinder auf den Markt kam. Es hat Jahrzehnte gedauert bis es als BTM gelistet wurde.

Interessant und spannend sind die Informationen über die synthetischen Drogen. Es kommen ständig neue Kreationen auf den Markt, die immer wieder neu im Labor charakterisiert werden müssen.

 

Auch BTM – haltige pflanzliche Produkte kommen in neuer Zusammensetzung auf den Markt. 2008 z.B. begann die Ära des Spice, welches meist eine Kräutermischung mit Zusatz von synthetischen Drogen ist.

Ebenso werden Dopingmittel, Arzneimittelfälschungen sowie Wirkstoffe aus Fernost charakterisiert und deren Gehalt bestimmt.

Interessant war zu hören, wie sich die Zucht der Cannabispflanze entwickelt hat. Enthielten die Pflanzen früher nur 3 – 6 % THC (Tetrahydrocannabinol), weisen sie heute schon einen Gehalt von bis zu 18 % auf.

 

In diesem Zusammenhang berichtete Herr Dr. Vidal, dass der häusliche Anbau eigentlich unbedeutend sei, im professionellen Anbau allerdings im Abstand weniger Wochen Material im Wert von mehreren 100.000 € entstehen kann.

Spannend war auch über die Arbeit am Tatort zu erfahren. Dort werden u.a. mit einer speziellen Kamera Spheron-Aufnahmen gemacht, die 360° Bilder von der Decke bis zum Boden zeigen, in die man später hineinzoomen kann.

Nach dem ersten hoch interessanten theoretischen Teil durften wir einen Einblick in die Labore haben. Dort hat Frau England uns einiges zur Ansicht vorbereitet. Unter anderem sahen wir getrocknete Cannabisblüten, getrocknetes Cannabisharz in Form von großen Platten. Kleine bunte Blättchen, auf denen sich LSD befand, waren uns doch unbekannt, sowie eine Vielfalt an Tabletten, die synthetische Amphetamine enthielten. Das Probenmaterial im LKA unterscheidet sich doch erheblich von dem, womit wir es hier in der MHH zu tun haben.

 

Nachdem wir dieses alles aus der Asservatenkammer bestaunt haben, ging es in den analytisch instrumentalen Bereich. Eine Vielfalt an Chromatographiesystemen wurde uns vorgestellt. Beeindruckend war vor allem ein transportables GC/MS, welches direkt mit an den Tatort gebracht werden kann. Dort ist es innerhalb von ein paar Minuten einsatzbereit. Eine Meisterleistung an Technik! Beeindruckend war vor allem die Größe des Gerätes. Das ganze System lässt sich in Form eines Handkoffers transportieren.

 

Die Besichtigung der Chemielabore des LKA haben uns völlig neue Eindrücke vermittelt. Ein herzliches Dankeschön an Herr Dr. Vidal und Frau England, die uns diese Veranstaltung ermöglicht haben und sie so überaus interessant gestaltet haben

 

 

Artikel von B. Beckmann / 05.2015


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