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Ebola

Ebola: eine Gefahr im diagnostischen Labor? – Und die anderen hämorrhagischen Fieber?


‚Ebola fliegt nicht!‘ Diese für den Alltag im Labor und im Umgang mit infizierten Patienten wichtige Information stellte PD Dr. Albert Heim (Virologie) an den Anfang seines Vortrags, der nicht nur von TAs, sondern auch von einigen Biologen und Ärzten besucht wurde.

 


Dr. Heim erinnerte an die erste Ebola-Epidemie im Jahre 1976, in deren Verlauf sich Laborpersonal mit tödlichem Ausgang infiziert hat, schilderte aber auch an Arbeitsweisen im Labor, die damals gang und gäbe waren: das Pipettieren mit dem Mund, das Arbeiten ohne Handschuhe!

 


Er führte uns gedanklich nach West-Afrika und schilderte die Mentalität der von der Seuche betroffenen Personen: Strikte Hygiene-Vorgaben, Desinfektionen und die Isolierung von Kranken und Verstorbenen sind notwendig. In der Bevölkerung herrscht aber großes Misstrauen gegen die Ärzte, die in futuristisch anmutender Schutzkleidung auftreten, niemanden berühren und Erkrankte oder Verstorbene isolieren, ohne die althergebrachten Riten und Gebräuche der Bevölkerung zu beachten. Das Misstrauen führt dazu, dass viele Patienten – aus Angst vor den Maßnahmen der Ärztinnen und Helfer und ohne Grundwissen über die Infektionswege (wer weiß schon, was ein Virus ist) – so lange wie möglich zu Hause gepflegt oder gar versteckt werden. Dieser Umstand muss auch bei der Bewertung aller Statistiken bedacht werden: nur die Schwerstkranken werden in ein Krankenhaus gebracht und somit in Statistiken registriert.

 


Ebola fliegt nicht – eine Übertragung durch Aerosole ist nicht möglich! Die Ansteckung erfolgt über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Für TAs ist wichtig: Aus den Laboratorien der Neuzeit sind so gut wie keine Infektionen bekannt, da inzwischen überall die persönlichen Schutzausrüstungen eingesetzt werden.


Das Ebola Virus hat eine Lipidhülle und ist somit z.B. durch Tenside gut zu desinfizieren. Bei der sehr hohen Viruslast ist jedoch zu bedenken, dass eine Flächendesinfektion die Viruslast nur senkt und nicht auf Null reduziert!

 


Im Laboralltag an der MHH stellt ein Patient, der die Diagnose ‚Ebola‘ nicht oder noch nicht hat, übrigens eher eine Gefährdung dar als ein Patient mit gesicherter Diagnose, dessen Körperflüssigkeiten unter BSL-4-Bedingungen untersucht werden. Als Beispiel nannte Dr. Heim Patienten, die zunächst vielleicht mit der Verdachtsdiagnose Malaria eingewiesen werden, bei denen erst nach ein paar Tage die Diagnose ‚Ebola‘ gestellt wird. Zu vermeiden sind deshalb bei allen Untersuchungen grundsätzlich Schmierinfektionen durch unsachgemäße Handhabung der persönlichen Schutzkleidung.

Wohin fasse ich mit meinen möglicherweise kontaminierten Handschuhen? Benutze ich Kittel mit Armmanschetten? - und besonders: Achtung beim Ausziehen der Schutzbekleidung! Durch unsachgemäß eingesandte Proben (ausgelaufene Blutproben, ein Röhrchen mit Stuhl steckt beim Einsenderschein) kann es auch zu Infektionen kommen.

 

Dr. Heim riet, alle Beteiligten auf basale Regeln zu trainieren:
•  Sich selber im korrekten Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung trainieren
•  Die Einsender darauf trainieren, adäquat gesichertes Material einzusenden

 

Ergänzt wurde der Vortrag durch Einwürfe und Anmerkungen von Dr. Susanne Wolters, die als ‚Ärztin ohne Grenzen‘ in Westafrika gearbeitet hat und von ihren persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Ebola-Patienten berichte

Autor: B. Teichmann (2015)


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