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Medizinische Hochschule Hannover | Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Hämostaseologie (Blutgerinnung)

Inhalte der Hämostaseologie (Blutgerinnung)


Die Hämostaseologie umfasst Störungen der Blutstillung, die zu vermehrter Blutungsneigung oder Thromboseneigung führen. Schwerpunkte sind insbesondere:

Hämorrhagische Diathesen:

  • Hämophilie A und B
  • Von-Willebrand-Syndrom
  • Funktionsstörungen der Thrombozyten (Thrombozytopathie)
  • Abklärung unklarer Blutungen bei Operationen und anderen Eingriffen

Management von Thrombosen:

  • Beratung nach Thrombosen
  • Heparin-induzierte Thrombozytopenie
  • Thrombotische Mikroangiopathie (Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura und andere)
  • Beratung zum Management von antithrombotischen Medikamenten (Marcumar, Warfarin, Heparin, Aspirin, Clopidogrel, Rivaroxaban, Dabigatran, Apixaban und andere)

Management von Gerinnungsproblemen in der Schwangerschaft

Komplexe Hämostasestörungen bei hämatologischen und anderen Erkrankungen

 

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden in der Gerinnungsambulanz der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie betreut (Link?)

Team der Hämostaseologie


Bereichsleitung:


Prof. Dr. med. Andreas Tiede, PhD
Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie

Ärzte:

Dr. med. Christiane Dobbelstein
Fachärztin für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie

Arzthelferin:

Frau Claudia Lühr
Frau Anja Milenz-Enk

Kontakt

 


Ambulanz für Erwachsene:

Medizinische Poliklinik II (Geb. K2, Eb. S, R. 43)

Tel. 0511-532-4147

Fax 0511-532-4146

Notfälle: 0178-402 49 62

Email: GerinnungMH-Hannover.de

Hinweise für Patienten und zuweisende Ärzte


Wir arbeiten auf Überweisung durch den Hausarzt oder Facharzt. Einen Termin können Sie unter Tel. 0511-532-4147 vereinbaren. Patienten werden gebeten, den Überweisungsschein und die Krankenkassenkarte zum Termin mitzubringen.

 

Abklärung einer ungeklärten Blutungsneigung: Die Untersuchung sollte, sofern klinisch vertretbar, außerhalb akuter Blutungssituationen oder Akutphase-Situationen erfolgen. Bei Blutungen nach vorherigen Eingriffen empfiehlt sich eine Untersuchung mind. 6 Wochen nach dem Ereignis.

 

Vor einer Operation: Patienten mit bislang ungeklärten Gerinnungsstörungen, die für eine Operation vorgesehen sind, sollten in der Regel 8 Wochen vor der Operation vorgestellt werden, da einige Untersuchungen an Speziallabore weitergeleitet werden.

Patienten mit bekannten Gerinnungsstörungen sollten sich ca. 2-3 Wochen vor einer geplanten Operation vorstellen. Sie erhalten einen detaillierten Therapieplan.

Vor dringenden Operationen bitten wir um Rücksprache mit dem Ambulanzteam. Hierfür steht Ihnen auch das Notfall-Handy zur Verfügung (0178-4024962).

 

Antikoagulation nach Thrombosen: Ein sog. "Thrombophilie-Screening" ist heutzutage nur noch in Ausnahmefällen erforderlich (z.B. spontane Thrombosen <40 Jahre, positive Familienanamnese, Rezidive unter Antikoagulation). In den meisten Fällen ist eine Beratung zur Dauer und Art der Antikoagulation aufgrund klinischer Informationen ausreichend. Ob eine Vorstellung überhaupt erforderlich ist, können Sie gern mit unserem Termin telefonisch klären. Sofern bereits entsprechende Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, stellen Sie uns diese bitte zur Verfügung.

Studien


Wir nehmen an zahlreichen Studien zur Hämophilie und anderen Blutgerinnungsstörungen teil. Sofern Sie Interesse an der Teilnahme an Studien haben, sprechen Sie uns bitte an.

Aktuelle Studien:

  • Halbwertszeitverlängerte rekombinante Faktorenkonzentrate (Hämophilie A und B)
  • Blutungen unter neuen oralen Antikoagulanzien
  • Erworbene Hämophilie

Ausgewählte Publikationen


Santagostino E, Negrier C, Klamroth R, Tiede A, Pabinger-Fasching I, Voigt C, Jacobs I, Morfini M. Safety and pharmacokinetics of a novel recombinant fusion protein linking coagulation factor IX with albumin (rIX-FP) in hemophilia B
patients. Blood. 2012 Sep 20;120(12):2405-11.

 

Sørensen B, Dargaud Y, Kenet G, Lusher J, Mumford A, Pipe S, Tiede A. On-demand treatment of bleeds in haemophilia patients with inhibitors: strategies for securing and maintaining predictable efficacy with recombinant activated factor VII. Haemophilia. 2012 Mar;18(2):255-62.

 

Negrier C, Knobe K, Tiede A, Giangrande P, Møss J. Enhanced pharmacokinetic properties of a glycoPEGylated recombinant factor IX: a first human dose trial in patients with hemophilia B. Blood. 2011 Sep 8;118(10):2695-701.

 

Tiede A, Rand JH, Budde U, Ganser A, Federici AB. How I treat the acquired von Willebrand syndrome. Blood. 2011 Jun 23;117(25):6777-85.

 

Tiede A, Friedrich U, Stenmo C, Allen G, Giangrande P, Goudemand J, Hay C, Holmström M, Klamroth R, Lethagen S, McKenzie S, Miesbach W, Negrier C, Yuste VJ, Berntorp E. Safety and pharmacokinetics of subcutaneously administered recombinant activated factor VII (rFVIIa). J Thromb Haemost. 2011 Jun;9(6):1191-9.

 

Martinowitz U, Bjerre J, Brand B, Klamroth R, Misgav M, Morfini M, Santagostino E, Tiede A, Viuff D. Bioequivalence between two serum-free recombinant factor VIII preparations (N8 and ADVATE®)--an open-label, sequential dosing pharmacokinetic study in patients with severe haemophilia A. Haemophilia. 2011 Nov;17(6):854-9.

 

Pabinger I, Tiede A, Kalina U, Knaub S, Germann R, Ostermann H; Beriplex P/N Anticoagulation Reversal Study Group. Impact of infusion speed on the safety and effectiveness of prothrombin complex concentrate: a prospective clinical trial of emergency anticoagulation reversal. Ann Hematol. 2010 Mar;89(3):309-16.

 

Dehmel H, Werwitzke S, Trummer A, Ganser A, Tiede A. Thrombelastographic monitoring of recombinant factor VIIa in acquired haemophilia. Haemophilia. 2008 Jul;14(4):736-42.

 

Tiede A, Tait RC, Shaffer DW, Baudo F, Boneu B, Dempfle CE, Horellou MH, Klamroth R, Lazarchick J, Mumford AD, Schulman S, Shiach C, Bonfiglio LJ, Frieling JT, Conard J, von Depka M. Antithrombin alfa in hereditary antithrombin deficient patients: A phase 3 study of prophylactic intravenous administration in high risk situations. Thromb Haemost. 2008 Mar;99(3):616-22.

Grundlagenforschung


Hemmkörperbildung bei Hämophilie A:

Die Bildung von neutralisierenden Antikörpern ("Hemmkörper") gegen Faktor VIII ist zurzeit die schwerwiegendste der Hämophilie-Therapie. Wir untersuchen, wie die Bildung solcher Antikörper reguliert wird und wie man diese Regulationsmechanismen für die Therapie nutzen kann.

Team:

Prof. Dr. med. Andreas Tiede, PhD

Dr. med. Sonja Werwitzke, PhD

Dr. rer. nat. Nadine Vollack

Dirk Varnholt (MTA)

Sabine Bergmann (MTA)

Julia Friese (techn. Assistentin)

 

Störungen der Hämostase in der Xenotransplantation

Wegen der anhaltenden Knappheit von lebenswichtigen Organspenden wird in einem DFG-geförderten Forschungsverbund (TransRegio SFB 127) untersucht, wie man in der Zukunft xenogene Transplantate nutzbar machen könnte. Eine der wesentlichen Hürden dabei ist eine ausgeprägte Aktivierung der Blutgerinnung, die in einer thrombotischen Mikroangiopathie resultiert. Aufgabe unseres Teams in diesem Forschungsverbund ist die Untersuchung der Blutgerinnung und die Suche nach neuen therapeutischen Ansätzen zur Verhinderung der thrombotischen Mikroangiopathie.

Team:

Prof. Dr. med. Andreas Tiede, PhD

Dr. med. Sonja Werwitzke, PhD

Birgitt Haarmeijer (techn. Assistentin)

Lehre


Im Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover ist die Hämostaseologie Bestandteil in verschiedenen Ausbildungsabschnitten. Insgesamt ergibt sich ein Curriculum in derzeit 5 Modulen, dass Studenten den Einstieg in die Beurteilung und Behandlung von Blutungen und Thrombosen ermöglicht.

Modul 1
Zeitpunkt: .... 2. Studienjahr
Einbettung: Diagnostische Methoden 1
Art der Veranstaltung: Vorlesung (2 Stunden)
Vorlesungsskript: --> Ilias
Prüfung: Multiple Choice (2 Fragen Hämostaseologie)

Zum Zeitpunkt dieses Moduls wurden die Grundlagen der Biochemie und Physiologie der Hämostase bereits durch die entsprechenden Vorlesungen dieser Fächer gelegt. Hier erfolgt nun eine Darstellung der hämostaseologischen Diagnostik ausgehend basierend auf der Physiologie der Hämostase. Es werden die wesentlichen Vorgänge der Blutstillung wiederholt. Daraus abgeleitet werden die wichtigsten Laborteste mit ihren biologisch-chemischen Grundlagen und ihrer klinischen Bedeutung dargestellt.

Inhalte (Stichworte):

  • Suchteste für Störungen der primären Hämostase (Blutungszeit, PFA-100)
  •  Aggregometrie zur Untersuchung der Thrombozytenfunktion
  • Teste für den von-Willebrand-Faktor
  • Suchteste für Störungen der plasmatischen Gerinnung (Quick-Test, APTT, Thrombinzeit)
  • Teste zur Aktivitätsbestimmung von Einzelfaktoren
  •  Teste zum Monitoring von Antikoagulanzien (APTT, INR, Anti-Xa-Test)
Modul 2
Zeitpunkt: .... 3. Studienjahr
Einbettung: Praktikum Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Art der Veranstaltung: Praktikum (2 Stunden)
Befundbesprechung (2 Stunden)
Repititorium (1 Stunde)
Prüfung: Multiple Choice (5 Fragen Hämostaseologie),
ggf. mündl. Wiederholungsprüfung

Im Praktikum werden unter Bezugnahme auf die Vorlesung in Modul 1 wichtige hämostaseologische Teste von den Studentinnen und Studenten selbst durchgeführt: standardisierte Blutungszeit nach Ivy, Bedsite-Test zur INR-Bestimmung, koagulometrische APTT-Bestimmung und chromogene Anti-Xa-Bestimmung an Proben mit niedermolekularem bzw. unfraktioniertem Heparin

 

In der Befundbesprechung werden Originalbefunde mit typischen Konstellationen wie z.B. Hämophilie, von-Willebrand-Syndrom, Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten, akute Blutung, Thromboseneigung durch Antithrombin-Mangel u.a. von den Studenten unter Anleitung erarbeitet.

 

Im Repetitorium werden die wesentlichen Inhalt von Vorlesung (Modul 1) sowie Praktikum und Befundbesprechung (Modul 2) unter Betonung prüfungsrelevanter Inhalte anhand des Vorlesungsskripts aus Modul 1 zusammengefasst.

Modul 3
Zeitpunkt: .... 3. Studienjahr
Einbettung: Diagnostische Methoden 2
Art der Veranstaltung: Vorlesung (2 Stunden)
Prüfung: Multiple Choice (2-3 Fragen Hämostaseologie)

In dieser klinisch orientierten Vorlesung werden die Grundlagen der Diagnostik und Therapie der venösen Thrombose und Lungenembolie dargestellt. Die Vorlesung ist zwischen jeweils einstündigen Vorlesungen zur Pathophysiologie und Pharmakologie positioniert und gibt so den Studentinnen und Studenten einen umfassenden Überblick über das Thema.

Inhalte (Stichworte):

·         Klinische Risikofaktoren für Thrombosen und Lungenembolien
·         Anamnese und klinische Untersuchung
·         Apparative Untersuchungsverfahren
·         Labordiagnostische Untersuchungen
·         Algorithmen zur Diagnostik und Therapieentscheidung
·         Akuttherapie und Sekundärprophylaxe
·         Gendiagnostische Beratung

Modul 4
Zeitpunkt: .... 4. Studienjahr
Einbettung: Innere Medizin
Art der Veranstaltung: Interaktive Vorlesung (2 Stunden)

Schwerpunkt der Vorlesung ist die Therapie schwerer angeborener hämorrhagischer Diathesen, insbesondere der Hämophilie und des von-Willebrand-Syndroms. Es wird ein Überblick über Schweregrade, Verlaufsformen und Grundzüge der Therapie gegeben (prophylaktische Substitution, Bedarfsbehandlung, Therapie der Arthropathie, Management von Komplikationen wie Hemmkörperbildung).

Modul 5 (optional)
Zeitpunkt: .... 6. Studienjahr
Einbettung: Allgemeines Repititorium (Fa. MedWiss)
Art der Veranstaltung: Interaktive Vorlesung (2 Stunden)

Die gesamten Lehrinhalte werden wiederholt und anhand von beispielhaften Prüfungsfragen der vergangenen Examina besprochen.

 


Anschrift
Hämatologie, Hämostaseologie,
Onkologie und Stammzelltransplantation
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel.:(+49) 511 532-3020
Fax:(+49) 511 532-8041

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