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ZNS-Affektion bei Hepatitis C-Infektion

Bei dem Stichwort Hepatitis C-Infektion wurde in der Vergangenheit hauptsächlich an mögliche Konsequenzen für die Leberfunktion gedacht. Mittlerweile mehren sich Hinweise darauf, dass es neben der Affektion der Leber zu einer Reihe sogenannter extrahepatischer Manifestationen der Infektion kommt, von denen offenbar die Beteiligung des zentralen Nervensystems die häufigste ist.

Die Betroffenen klagen über eine pathologische Ermüdbarkeit und Einschränkungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit, die zu einer starken Beeinträchtigung ihrer Arbeitsfähigkeit führt. Bisher sind die Ursachen dieser Störungen nicht abschließend geklärt. Wir arbeiten daran, die kognitiven Defizite bei Patienten mit Hepatitis C-Infektion aber normaler Leberfunktion zu charakterisieren, die Ursachen der Symptomatik zu erforschen, und für das Vorliegen einer sogenannten HCV-Enzephalopathie beweisende Befunde oder Befundkonstellationen zu identifizieren.

In bereits abgeschlossenen Untersuchungen zu diesem Themenkomplex konnten wir zeigen, dass die Patienten unter Störungen von Aufmerksamkeit und Gedächtnis leiden. In der Kernspinspektroskopie zeigten sich darüber hinaus Veränderungen des cerebralen Metabolitspektrums und mittels Single Photon Emission Tomography (SPECT) konnten Störungen der serotonergen und dopaminergen Neurotransmission bei Hepatitis C-Virus-Infizierten Patienten ohne Leberfunktionsstörung nachgewiesen werden. Die Abbildung zeigt als Beispiel Unterschiede in der Beta-CIT-Bindung an Serotonintransportern zwischen einem Patienten mit Hepatitis C und einer Kontrollperson.

Aktuelle Daten weisen auf eine Mikroglia-Aktivierung im Gehirn von Patienten mit HCV-Infektion hin. Diesem Befund gehen wir gemeinsam mit der Klinik für Nuklearmedizin mittels 11195-PK-PET-Untersuchungen nach.

Weitere Studien in diesem Themenbereich befassen sich mit Schlafstörungen von Patienten mit einer chronischen Hepatitis C Infektion ohne Leberfunktionsstörung, Veränderung des Liquorproteoms bei diesen Patienten, quantitativen MRT-Untersuchungen und neuropathologischen Untersuchungen des Gehirns betroffener Patienten.