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Auswirkungen metabolischer Störungen auf die Hirnfunktion

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der klinischen und neuropsychologischen Charakterisierung verschiedenster metabolischer Enzephalopathien (z.B. der hepatischen, der urämischen oder der diabetischen Enzephalopathie), der Optimierung der Diagnostik dieser Krankheitsbilder und der zugrunde liegenden Pathophysiologie. Den größten Anteil unserer Arbeit machen dabei unsere Untersuchungen zur hepatischen Enzephalopathie (HE) aus.

 

Die hepatische Enzephalopathie ist eine Komplikation sowohl des akuten Leberversagens als auch der Leberzirrhose. Sie ist durch pyramidale, extrapyramidale und cerebelläre Symptome, Einschränkungen der Kognition und Bewusstseinsstörungen gekennzeichnet.

Unser Interesse besteht darin, die pathophysiologischen Grundlagen der klinischen Symptomatik zu erkennen, und daraus neben einem Einblick in die Funktionsweise des menschlichen Gehirns, Hinweise auf mögliche Therapieoptionen zu gewinnen. Methodisch setzen wir hierzu neuropsychologische Verfahren, die Kernspintomographie und -spektroskopie, sowie Single Photon Emission Tomography (SPECT) und Positron Emission Tomography (PET) ein. Die Abbildung zeigt ein Beispiel unserer Arbeit. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Nuklearmedizin der MHH und Dr. Alan Lockwood vom PET-Centre der University of Buffalo, USA, konnten wir zeigen, dass bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie im Vergleich zu Gesunden der Glucoseumsatz im Bereich des frontalen und parieto-occipitalen Kortex herabgesetzt ist (B);(C) während er gleichzeitig in den Basalganglien und im Hippocampus relativ ansteigt (A). Weitere Glucose-PET-Untersuchungen zeigten später in Kombination mit einer automatisierten Bewegungsanalyse, dass eine Funktionsstörung des supplementärmotorischen Kortex und eine daraus folgenden Beeinträchtigung der Bewegungsinitiierung Grundlage der bei der HE zu beobachtenden Bradykinese ist.

 

Ein aktuelles Projekt wird im Rahmen des vom BMBF geförderten Integrierten Forschungs- und Behandlungs-Zentrums Transplantation (IFB-Tx) durchgeführt. In dieser prospektiven Studie wird der Einfluss einer vor Lebertransplantation bestehenden hepatischen Enzephalopathie auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die Berufstätigkeit nach Transplantation analysiert.

 

www.ifb-tx.de/index.php