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Informationen

 

Multiple Sklerose   

 

1. Allgemeines

Multiple Sklerose (MS) ist in Deutschland eine häufige neurologische Erkrankung. Es handelt sich um eine so genannte Autoimmunerkrankung, bei der sich das Abwehrsystem fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen richtet. Bei der MS werden dadurch eine Hüllschicht der Nerven (das Myelin) und auch die Nervenzellen angegriffen. Dies führt zu Entzündungsherden an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems. MS kann daher zu sehr unterschiedlichen Symptomen und Verläufen führen.

 

2. Häufigkeit und Verlauf

Von 100 000 Personen sind ca. 50 bis 100 von MS betroffen. Hauptsächlich erkranken junge Erwachsene zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. In selteneren Fällen sind auch Kinder oder ältere Menschen betroffen. Frauen erkranken etwas häufiger als Männer. Es gibt zwei Verlaufsformen der Multiplen Sklerose:

a. schubförmiger Verlauf mit akut auftretender neurologischer Symptomatik

b. chronisch fortschreitender Verlauf

Schubförmige Verläufe können im Laufe der Jahre in chronisch fortschreitende Verläufe übergehen.

 

3. Symptome

Durch das zentrale Nervensystem werden viele Funktionen des Körpers kontrolliert (d.h. das Gehirn und das Rückenmark). Die MS betrifft alle Bereiche des zentralen Nervensystems. Je nach Lokalisation eines Entzündungsherdes kann es daher zu Funktionseinschränkungen oder –ausfällen kommen. Symptome wie Verschwommensehen, Doppelbilder, verwaschene Sprache, Missempfindungen in verschiedenen Körperteilen, Koordinationsstörungen, Lähmungen, Blasenstörungen,  Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen können auftreten. Schübe: Wenn diese Symptome plötzlich auftreten, spricht man von einem Schub. Schübe bilden sich meistens innerhalb von Wochen oder Monaten wieder zurück. Diese Rückbildung kann durch die Gabe von Kortison beschleunigt werden.

 

4. MS-ähnliche Erkrankungen

Es gibt verschiedene seltene Erkrankungen, die klinisch der MS ähneln.

 

Devic Syndrom (Neuromyelitis optica) zählt hierzu. Bei Patienten mit einem Devic Syndrom sind bevorzugt die Sehnerven und das Rückenmark von der Entzündung betroffen. Eine Besonderheit ist, dass bei Patienten mit einem Devic Syndrom spezielle Antikörper im Blut nachgewiesen werden können, mit denen die Diagnose unterstützt werden kann. Die hier auftretenden Schübe sind häufig schwerer als bei der MS und sprechen schlechter auf Kortison an. Auch sprechen die Patienten nicht auf die Basistherapie (z.B. Interferone, Copaxone®) an, so dass ein anderes Behandlungsregime durchgeführt wird.

 

Bei der akuten disseminierten Enzephalomyelitis (ADEM) kommt es häufig nach Infektionen zu einem schweren Krankheitsbild mit neurologischen Ausfällen und Entzündungsherden gleichzeitig an vielen Stellen im Nervensystem. Hier kann die Gabe von Kortison zu einer schnellen Rückbildung der Probleme führen. Selten kommt es bei der ADEM zu einem zweiten Ereignis.