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Beinverlängerungen mit voll implantierbarem Verlängerungsnagel

 

Als erste Klinik in Europa wurde in der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover im Juni 2002 der ISKD-Verlängerungsnagel erfolgreich eingesetzt, um die außerordentlichen Vorteile der Kallusdistraktion zu nutzen, ohne die Nachteile der externen Fixateure in Kauf nehmen zu müssen.  

Seitdem sind in unserer Klinik mehr als 100 Patienten erfolgreich mit dem Verlängerungsmarknagel behandelt worden (s. Abbildung 2).

Da der Nagel sich vollständig im Knochen befindet, werden sämtliche bisherige Probleme und Komplikationen eines Fixateur externe (Infektionen, Schmerzen an den Eintrittstellen der Drähte, starke Bewegungseinschränkungen, Knochenverbiegungen, verzögerte Rehabilitation, geringer Behandlungskomfort) vermieden. Die potentiellen Operationsrisiken beinhalten Infektionen, Verletzungen von Nerven und Gefäßen, Bildung und Verschleppung eines Blutgerinnsels (generelle Risiken), sowie eine vorzeitige Konchenheilung, zu rasche Verlängerung, verzögerte oder ausbleibende Kallusregeneratbildung, Bewegungseinschränkungen und verbleibende Achsenfehler und Beinlängendifferenzen.

Abb. 2:
Verlängerung des rechten Oberschenkes um 7cm mit einem
Verlängerungsmarknagel.

In der Unfallchirurgischen Klinik der MHH wurde im November 2012 erstmals in einer traumatologischen Abteilung in Deutschland ein neuartiges System zur Korrektur solcher Beinverkürzungen angewendet (Precise-Nail). Das System besteht aus einem Nagel, der im jeweiligen Knochen im Markraum wie ein herkömmlicher Frakturnagel eingesetzt wird. Nach Auflegen eines externen Spezialmagneten auf Ober- oder Unterschenkel kann der Knochen millimetergenau verlängert werden (Abbildung 3).

Abbildung 3:
Links: 29jähriger Patient mit Beinverkürzung von 10cm nach Schussverletzung am linken Oberschenkel.
Rechts: Klinische Kontrolle nach Verlängerung von 8cm.

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