SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

Nasen- und Nasennebenhöhlen

 

 

Hier finden Sie Antworten zu folgenden Fragen:


Wie ist die Nase aufgebaut?

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume, die als Resonanzräume bei der Sprachbildung dienen. Sie sind paarig angelegt und liegen im Oberkiefer, in der Stirn- und Keilbeinhöhle sowie im Siebbein. Über Ausführungsgänge stehen die Nebenhöhlen untereinander sowie mit der Nasenhaupthöhle in Verbindung. Bei akuten und chronischen Prozessen kommt es somit häufig zu einer Mitbeteiligung der Nebenhöhlen. In Abhängigkeit von der Intensität der Entzündung oder der Entzündungsdauer kann es zu einer Zerstörung der knöchernen Begrenzungen und damit zu einer Ausbreitung in angrenzende Strukturen der Augenhöhle und des Hirngewebes kommen. Dies kann innerhalb kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Liegt eine akute Entzündung mit Durchbruch in die Augenhöhle oder das Hirngewebe vor, so ist eine sofortige operative Sanierung nötig, um eine Erblindung oder einen Hirnabszess, eine Ansammlung von Eiter im Hirngewebe, zu verhindern.
Bei einer akuten Entzündung der Nasennebenhöhlen berichten die Patienten meist über eine seit Tagen bestehende Nasenatmungsbehinderung im Rahmen eines Schnupfens/grippalen Infektes in Verbindung mit Stirnkopfschmerzen oder einem Druckgefühl im Bereich der Stirn- und Kieferhöhle, die sich durch Vorbeugen des Kopfes verstärken. Im Verlauf kommt es dann zu einem eitrigen Schnupfen und einer Schwellung des Auges oder der Stirn. Neben der klinischen Untersuchung gelingt die Sicherung der Diagnose mittels eines CT der Nasennebenhöhlen.


Was zählt zu den Aufgaben der Nase?

Die Nase als zentrales Element des Gesichts trägt wesentlich zum individuellen Aussehen des Menschen bei. Die äußere Form spielt für die Ästhetik eine wichtige Rolle. Das Innere der Nase stellt den Eintritt in die oberen Atemwege dar. Die Nasenwege haben eine zentrale Aufgabe, sie sind für die Erwärmung, Befeuchtung und Reinigung der eingeatmeten Luft zuständig, sind wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern und nehmen die Riechfunktion wahr. Diese komplexen Aufgaben werden von der die Nase auskleidenden Schleimhaut übernommen.


Was kann die Nase schädigen?

Durch störende Umwelteinflüsse, z.B. bei ungünstigen Arbeits- und Wohnbedingungen, kann es zu Irritationen der Schleimhäute und damit zu Reaktionen in Form einer meist chronischen Entzündung allergischen oder nichtallergischen Ursprungs kommen.

Ist die Nasenatmung gestört, kann es zu Störungen wesentlicher Funktionen und damit zu gesundheitlichen Schäden und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität kommen. Ursachen für eine behinderte Nasenatmung können neben einer Verkrümmung der Nasenscheidewand große Nasenmuscheln, Tumoren der Nasenhaupthöhle sowie eine Verlegung des Nasenrachens sein. Darüber hinaus kommt als weitere häufige Ursache der Nasenatmungsbehinderung eine Allergie in Betracht.

Neben akut entzündlichen Prozessen können auch ein chronisch entzündlicher Prozess (Mucocele, Pyocele) sowie gut- und bösartige Tumoren der Nasenhaupthöhle und der Nebenhöhlen zu einer Zerstörung der knöchernen Grenzen und damit einer Ausbreitung in benachbarte Strukturen führen. Bei einer chronischen Entzündung spielt neben der klinischen Untersuchung eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte und die Allergiediagnostik eine große Rolle. Bei fraglicher ASS-Intoleranz erfolgt unter stationären Bedingungen eine Testung (orale und nasale Provokation) und eine gezielte therapeutische Beratung. Ergänzend kann eine Bildgebung mittels CT der Nasennebenhöhlen erfolgen. Als Therapieoptionen der chronischen Entzündungen kommt neben der operativen Sanierung der Nasennebenhöhlen, oft in Verbindung mit einer Begradigung der Nasenscheidewand, eine gezielte lokale Therapie der Nasenschleimhäute in Betracht. Dabei spielt die intensive Pflege nach der Operation der Nasenschleimhäute eine bedeutende Rolle zur dauerhaften Beseitigung der Beschwerden.


Wie betrachtet mein HNO Arzt die Nase?

Durch eine klinische Untersuchung (anteriore und posteriore Rhinoskopie), die durch eine Prüfung der Luftdurchgängigkeit der Nase (Rhinomanometrie), einen Riechtest sowie gegebenenfalls eine Allergiediagnostik (u.a. Pricktest) ergänzt werden kann, lässt sich in den meisten Fällen die Ursache der Nasenatmungshinderung klären und eine Therapieempfehlung aussprechen. In Abhängigkeit von den Beschwerden des Patienten wird eine ambulante oder stationäre Therapie empfohlen. Als chirurgische Maßnahmen kommen bei nicht tumorbedingter Nasenatmungsbehinderung eine Nasenscheidewandbegradigung (Septumplastik), die Verkleinerung der Nasenmuscheln (Conchotomie, Laserconchotomie) sowie bei zusätzlicher Formveränderung der äußeren Nase (auch bei kosmetisch störender Formveränderung) eine Septorhinoplastik in Frage.


Welche Therapieverfahren können an der Nase eingesetzt werden?

Bei Tumoren der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen erfolgt nach einer gezielten Tumorsuche (zum Ausschluss des Befalls weiterer Organe und des Knochens) eine operative Entfernung des Tumors. Nicht selten sind dazu ausgedehnte Operationen und eine anschließende plastische Rekonstruktion zur Defektdeckung notwenig. Kann zur Rekonstruktion kein körpereigenes Material verwendet werden, erfolgt bei drohender Entstellung bereits während des stationären Aufenthaltes die Planung einer Prothese (Epithese). Im Falle einer Nachbehandlung mittels Bestrahlung oder Chemotherapie erfolgt nach gezielter Einzelfall-Besprechung in der internen Tumorkonferenz die heimatnahe Anbindung an eine onkologische Praxis oder strahlentherapeutische Klinik.