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Laseranwendung HNO

 

 

Die Abkürzung LASER bezeichnet kein Gerät, sondern ein physikalisch-technisches Prinzip: Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation, also die stimulierte Emission von Photonen bezeichnet die Erzeugung eines extrem homogenen und parallelen Lichtwellenbündels, mit dem über große Strecken eine deutlich höhere Energie transportiert werden kann, als dies bei natürlichem Licht, zum Beispiel Sonnenlicht, der Fall ist. Solche Eigenschaften kann man in Gasen, Flüssigkeiten und Kristallen erzeugen.

Schon 1961 nutzte man erstmals diese Technologie für die Medizin, vornehmlich zum berührungsfreien Schneiden von Gewebe. Damals hoffte man, den „idealen Laser“ zu finden, der für alle Anwendungen gleichermaßen optimal geeignet ist. Dies hat sich nicht bestätigt: Für jedes Körpergewebe und jeden Einsatzbereich gibt es verschieden gut geeignete Lasertypen.

Daher werden in der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der MHH z. Zt. vier verschiedene Geräte eingesetzt. Wir orientieren uns bei der Auswahl der Laser auch an dem Krankheitsbild des Patienten und am zu erwartenden Heilungsverlauf.

Fragen Sie uns, wenn Sie Anwendung des Lasers besprechen wollen. (Kontakt)

 

 

CO2-Laser:

Der unsichtbare CO2-Laser ist geeignet für die Tumorchirurgie an Weichgeweben; er kann in Operationsmikroskope eingekoppelt und berührungsfrei an den Einsatzort geführt werden. Hiermit werden insbesondere kleinere Tumoren im Inneren des Kehlkopfes entfernt und Verengungen der Luftröhre aufgeweitet, wobei auf einen Schnitt außen am Hals verzichtet werden kann.


Nd:YAG-Laser:

Ein Nd:YAG-Laser empfiehlt sich für Operationen im Inneren der Nase, z.B. bei Patienten mit chronischer Nasenatmungsbehinderung, Schnarchbeschwerden oder dauerhaftem, nicht-allergischem Schnupfen. Da er über eine Lichtleiterfaser flexibel eingesetzt werden kann, ist es mit ihm möglich, in den engen räumlichen Verhältnissen der Nase zu operieren.


KTP-Laser:

Alternativ kann hier auch der KTP-Laser eingesetzt werden: dieser Laser deponiert seine Energie vornehmlich im Blutfarbstoff Hämoglobin und im Melanin, dem Pigmentfarbstoff der Haut. Daher können besonders gut unter Schonung der gesunden Haut, bzw. Schleimhaut Gefäßmissbildungen (Besenreiser, Feuermale) und Altersflecke entfernt werden. Mit speziellen Applikatoren können auch größere Hautareale behandelt werden.


Er:YAG-Laser:

Zur Bearbeitung von Hartgeweben (Knochen) wird ein Er:YAG-Laser verwendet, der bei gleichzeitig hoher Effektivität eine hohe Präzision bietet: Als sogenannter „kalter“ Laser vermeidet er weitgehend die Erhitzung des umliegenden Gewebes. Man kann somit sehr nahe an funktionell wichtigen Strukturen operieren; eingesetzt wird dieses System in der Mittelohrchirurgie nahe am Hör- und Gleichgewichtsorgan.


NEU - Photodynamische Therapie (PDT):

Die Entwicklung der Laser ist noch lange nicht zuende; ein relativ neuer Schritt ist u.a. der Versuch einer selektiven Zerstörung von Tumorgewebe mittels Laserlicht: Hierbei wird dem Patienten ein Farbstoff zugeführt, der sich vornehmlich in Krebszellen anreichert. Die Bestrahlung mit Laser verändert diese Substanzen, so daß sie eine für die direkte Umgebung giftige Wirkung entfalten und den Krebs angreifen. Dieses Verfahren der Photodynamischen Therapie (PDT) wird im Laufe der nächsten Monate an der Hannoveraner Klinik eingesetzt werden.