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Primäre Knochentumore

 

 

Allgemeines

Primäre Knochentumoren sind selten und sollten unbedingt durch einen spezialisierten Chirugen behandelt werden, da Fehlinterpretation und falsche Therapie verhängnisvolle Konsequenzen haben kann. Es werden prinzipiell gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Knochentumoren unterschieden. Bösartige Knochentumoren zeichnen sich durch ein aggressives, zerstörendes Wachstum aus, wobei jedoch auch einige gutartige oder tumorartige Läsionen des Knochens derartige Verhaltensmuster aufweisen können. Die Tumorstreuung (Metastasierung) ist ein charakteristisches Merkmal bösartiger Knochentumoren. Knochentumoren entstehen durch aus so genanntem mesenchymalen Gewebe. Abzugrenzen sind Erkrankungen der blutbildenden Zellen (z.B. Lymphom, Myelom).

Gutartige (Benigne) Knochentumore

Gutartige Knochentumoren streuen lediglich in Ausnahmefällen. Das Überleben des Patienten wird hierdurch nicht negativ beeinflusst. Ein gutartiger Knochentumor kann jedoch auch aggressiv wachsen, was in der Therapie berücksichtigt werden muss.  Das klinische und radiologische Verhalten benigner Tumoren wird in drei Kategorien eingeteilt. 1. latent, 2. aktiv und 3. aggressiv.

 

Latent
Tumoren dieses Stadiums sind häufig Zufallsbefunde. Die Tumoren nehmen allenfalls unmerklich an Größe zu. Häufig zeigen sich auch spontane Heilungsverläufe. Typischer Weise zeigt sich im konventionellen Röntgenbild eine Randsklerose als Reaktion des umliegenden Knochens.

 

Aktiv
Tumoren dieses Stadiums zeigen ein langsames, aber kontinuierliches Wachstum. Dieses führt über verschiedene Vorgänge zu Resorption des ortsständigen Knochens im Randbereich. Radiologisch zeigt sich eine Erosion des kortikalen Knochens ohne Penetration des Periosts. Durch das langsame Wachstum wird am Rand des Tumors eine teils bleistift-dünne Knochenschicht als Grenzlamelle gebildet. Das Nebeneinander von Tumorwachstum mit Resorption und randständigem Knochenanbau führt zu dem Bild einer Expansion des Knochens.

 

Aggressiv
Tumoren dieses Stadiums nehmen rapide an Größe zu und infiltrieren direkt den ortständigen Knochen. Die Patienten klagen typisch über Symptome wie Schmerzen und eine tastbare, größenzunehmende Raumforderung. Sie durchbrechen in der Regel die Knochenhaut (Periost). Sie sind von bösartigen Tumoren nur sehr schwerlich bis gar nicht radiologisch abzugrenzen.

Maligne Tumoren

Maligne Tumoren verfügen über die Eigenschaft im Körper zu streuen (zu metastasieren). Der Anteil der bösartigen Knochentumoren an der Gesamtzahl der Krebserkrankungen beträgt ca. 0,2%. Im Kindesalter beträgt der Anteil der Knochentumore zwischen 3 und 4%. Neben den Tumorarten beeinflusst auch der Ausreifungsgrad (Grading) die Aggressivität und damit auch die eines bösrtigen Knochentumors. Die einfachste Einteilung geht auf Prof. Enneking, einer der Pioniere in der Behandlung von Knochen- und Weichteiltumoren, zurück. Hier wird zwischen niedrig-bösartigen (G1) und hoch-bösartigen (G2) Tumoren unterschieden. Andere Systeme berücksichtigen drei (Enzinger´s System) oder vier (Broder´s System) Grade. Die Therapie der malignen Tumoren richtet sich nach der Entität, dem Grading, der Größe, der Lokalisation und der Lagebeziehung zu den Gefäß-/ Nervenbündeln. Neben der operativen Therapie kommen Chemotherapie und Bestrahlung zur Anwendung.

 

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