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Rheumachirurgie

 

Der Rheumaorthopäde befasst sich mit…

 

…der operativen Beseitigung von schmerzhaften Gelenk-, Sehnenscheiden- und Schleimbeutelschwellungen (Synovialitiden), welche sich unter der medikamentösen Therapie des internistischen Rheumatologen nicht zurückbilden.

 

…der Korrektur von Fehlstellungen, welche durch die Rheumakrankheit hervorgerufen wurden. Hierzu gehören die Stellungskorrektur und Stabilisierung von Gelenken, die Wiederherstellung zerrissener Sehnen und der Ersatz geschädigter Gelenke durch Endoprothesen mit Korrektur der Fehlstellung.

 


Das operative Spektrum der Rheumaorthopädie in der Unfallchirurgischen Klinik umfasst

Arthroskopie von Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft-, Knie- und oberem Sprunggelenk

Offene Gelenk erhaltende Operationen

Wiederherstellung rheumatisch zerstörter Sehnen und Bänder

Stabilisierende Operationen an instabilen Gelenken (Wackelgelenke)

Gelenkersatz (Endoprothesen) am Schulter-, Ellenbogen-, Finger-, Hüft-, Knie- und oberem Sprunggelenk bei rheumatischer Gelenkzerstörung unter Beinachsenkorrektur bei X- und O-Beinfehlstellung

Entfernung entzündeter Gelenkinnenhaut, Sehnenscheiden, Schleimbeutel und Rheumaknoten

Korrektur rheumatischer Handgelenk- und Fingerfehlstellungen (Handskoliose, Knopfloch-, Schwanenhalsdeformität des II.-V. Fingers, 90-90-Deformität des Daumens u.a.)

Korrektur rheumatischer Fußfehlstellungen (Knick-, Senk-, Spreizfuß, Hallux valgus u.a.)

Entlastung (Neurolyse) und Verlagerung eingeklemmter Nerven (z.B.: Karpaltunnel-, Sulcus ulnaris-, Tarsaltunnelsyndrom u.a.)

Ausschaltung von Finger-, Hand- und Ellenbogengelenkschmerzen (Denervation) (z.B.: Tennis-, Golferellenbogen, Arthrose)

Verletzungen (Unfälle) und Verletzungsfolgen bei Rheumatikern


Das konservative Spektrum der Rheumaorthopädie der Unfallchirurgischen Klinik umfasst

Anleitung zur Eigenbeübung zum Erhalt der Selbstständigkeit

Krankengymnastische Übungsbehandlung

Ergotherapie inklusive Hilfsmittelversorgung (helfende Hand, Toilettensitzerhöhung u.a.)

Schienenversorgung (Orthesen)

Einlagenversorgung, orthopädische Schuhzurichtung

Injektionen und Infiltrationen

Chirotherapie

Erstellung von Therapieplänen, Optimierung der medikamentösen und physikalischen Therapie in enger Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden internistischen Rheumatologen und/oder der Klinik für Immunologie und klinischen Rheumatologie der MHH, Ihrem Ergo- und Physiotherapeuten und/oder der Klinik für Physikalische Therapie und Rehabilitation der MHH sowie der Schmerzambulanz der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin der MHH

 

Die besonderen Schwerpunkte liegen in der Korrektur rheumatischer Handgelenk- und Fingerfehlstellungen, die für eine erfolgreiche Korrektur zusammen betrachtet und in der richtigen Reihenfolge behandelt werden müssen. Durch den Einsatz moderner Operationsmethoden, welche zum großen Teil an unserer Klinik entwickelt wurden, kann heute in vielen Fällen ohne schwere und unbequeme Gipsverbände nachbehandelt werden, wodurch das Risiko für Gipsdruckstellen, Bewegungseinschränkungen und die Zunahme der Osteoporose minimiert wird. Die frühzeitige Beübung führt zu einer besseren Gelenkbeweglichkeit und einer schnelleren Knochenheilung. Die Hautpflege wird durch leichte, abnehmbare Schienen oder schienenfreie Nachbehandlung frühzeitig möglich. Das Behandlungsziel ist die bestmögliche Funktion der Hand wiederherzustellen und so die Selbstständigkeit zu bewahren oder wieder zu erlangen (z.B.: Körperpflege, Haushaltsführung).

 

Wie an der Hand ist auch für die Korrektur rheumatischer Fußfehlstellungen, welche einen weiteren Schwerpunkt darstellt, die richtige Reihenfolge der Korrektur für das Ergebnis entscheidend. Darüber hinaus erfordert der rheumatische Fuß, auch wenn die Fehlstellung vom äußeren Aspekt der beim Nicht-Rheumatiker ähnelt (z.B.: Hallux valgus, Krallenzehen, Knick-, Senk-, Spreizfuß) häufig eine andere Operation, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das Behandlungsziel ist hier die Wiederherstellung eines schmerzfreien Gehens und die Erleichterung der Schuhversorgung zum Erhalt oder zum Wiedererlangen der Selbstständigkeit (z.B.: Schmerzfreies Gehen inner- und außerhalb der Wohnung, Tragen von normalem Schuhwerk mit Einlagen anstelle schwerer orthopädischer Schuhe).

 

Der Gelenkersatz (Endoprothese) inklusive anspruchsvoller Endoprothesenwechsel bei Prothesenlockerungen, -bruch, -instabilität (wiederholte Luxation) und Infektionen stellt den dritten Schwerpunkt der rheumaorthopädischen  Versorgung dar. Auch hier sind die Eingriffe beim Rheumatiker durch die zusätzlich erforderliche gründliche Entfernung der Gelenkinnenhaut (Synovialektomie) anspruchsvoller, als bei der Arthrose. Zudem ist der Knochen durch die Osteoporose sehr weich und die Beinachsenfehlstellungen (X- und O-Bein) sind häufig stärker ausgeprägt und haben daher einen höheren Korrekturbedarf, um eine gerade Beinachse zu erhalten. Das Behandlungsziel ist die Verbesserung oder Wiederherstellung der Gelenkfunktion (z.B.: schmerzfreien Gehen mit graden Beinen, Stabilisierung ausgerenkter Fingergelenke).

 

Der vierte Schwerpunkt liegt in der minimalinvasiven Entfernung der Gelenkinnenhaut unter Sicht mit einer Glasfaserkamera (arthroskopische Synovialektomie). Dieses Verfahren hat an der Schulter, dem Ellenbogen, am Knie und oberen Sprunggelenk die offenen Operationen weitgehend abgelöst. Am Handgelenk ist die arthroskopische Synovialektomie zwar gut anwendbar, wird aber wegen der häufig gleichzeitig notwendigen Sehnenscheidenentfernung, welche eine offene Operation darstellt, häufiger offen durchgeführt. Ziel der Behandlung ist die Schmerzbefreiung und der Erhalt der eigenen Gelenke und Sehnen (z.B.: Bei rechtzeitiger Entfernung der Gelenkinnenhaut kann die Gelenkzerstörung verlangsamt und der Einsatz einer Endoprothese hinausgezögert werden, die Entfernung der Sehnenscheiden beugt der Sehnenzerstörung durch das entzündete Gewebe vor und hilft so aufwendige Sehnenersatzoperationen zu vermeiden).

 

Alle rheumaorthopädischen Operationen werden unter modernen Gesichtspunkten wie der Verwendung möglichst kleiner Operationszugänge (Wunden) und möglichst stabiler Osteosynthesen durchgeführt, wobei die Verfahren beständig durch sinnvolle Erneuerungen ergänzt und durch die Ergebnisse der begleitenden Forschung verbessert werden. So werden viele Eingriffe am Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft-, Knie- und oberen Sprunggelenk mittels Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt, um durch eine schonende Operationsweise eine schnellere Erholung zu ermöglichen.

 

Der Rheumaorthopäde kann aber nicht nur operieren! Bei jeder Vorstellung in der Rheumaorthopädischen Sprechstunde werden mit dem Patienten neben notwendigen Operationen stets auch alternative Verfahren wie die Optimierung der medikamentöse Therapie (in Zusammenarbeit mit dem Internistischen Rheumatologen),  Krankengymnastik, Ergotherapie,  Schienen- (Orthesen), Einlagen- und Schuhversorgung oder auch Injektionsbehandlungen (Spritzen) und Gelenkinnenhautverödungen (Synoviorthesen) besprochen. Die Operation sollte, wo immer möglich, erst dann durchgeführt werden, wenn die nicht operativen Behandlungsmethoden nicht erfolgreich waren oder keinen Erfolg versprechen. 

 

Zur wirkungsvollen Behandlung rheumatischer Erkrankungen ist es unbedingt notwendig, dass für den Patienten ein Behandlungsplan durch den Rheumaorthopäden in Zusammenarbeit mit einem internistischen Rheumatologen und dem Patienten als gleichberechtigten Partnern erstellt wird. Wenn sich die Beschwerden ändern, muss dieser Plan den aktuellen Beschwerden immer wieder angepasst werden, um eine optimale Behandlung zu ermöglichen.

 

Erfolgreiche Operationen bei Rheumakranken setzen spezielle Kenntnisse voraus, um Komplikationen, insbesondere durch die Nebenwirkungen der sehr wirksamen neuen Medikamente (Biologicals, z.B: TNF-α-Rezeptorantagonisten) zu vermeiden. Deshalb werden diese Operationen an der Unfallchirurgischen Klinik der MHH von einem Rheumaorthopäden durchgeführt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den internistischen Rheumatologen der MHH wird darüber hinaus für eine Optimierung der medikamentösen Therapie gesorgt.

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