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Von der Erstvorstellung in der Poliklinik bis zur Rehabilitation

 

 

Die Erstuntersuchung in der Poliklinik

Den Termin zur Erstuntersuchung in der Unfallchirurgischen Poliklinik vereinbaren Sie bitte unter der Telefonnummer 0511-532 2099.

 

Bitte bringen Sie zu diesem Termin alle Ihnen vorliegende Voruntersuchungen und Befunde mit.

Nach Durchsicht der Voruntersuchungen und einer klinischen Untersuchung werden bei Bedarf weitere Röntgenuntersuchungen durchgeführt.

Im Anschluss erfolgt mit Ihnen die Besprechung des weiteren Vorgehens. Bei einem eindeutigen Beschwerdebild werden Ihnen die möglichen Operationsverfahren dargestellt. Sollten Sie sich zur Operation entscheiden, wird unabhängig von den Voruntersuchungen die Anfertigung einer Röntgenaufnahme des Beckens angefertigt, auf der sich ebenso eine Kugel mit definiertem Durchmesser befindet. Diese Aufnahme wird zur Planung Ihrer Hüft-TEP am Computer vor der Operation benötigt. So kann sich der Operateur bereits präoperativ auf die erwartete Prothesengröße und bestehende Besonderheiten einstellen (Abbildung 13).

 

 

Abb. 13a: Computerplanung der Prothesengröße vor der Operation

 

 

Abb. 13b: Röntgenbild nach der Operation

 

Weiterhin können Sie sich noch am selben Tag in der Prämedikationsambulanz der Anästhesiologie vorstellen. Hier werden Sie über die möglichen Verfahren zur Narkoseführung bzw. Regionalanästhesie aufgeklärt. Weiterhin werden Sie nach wesentlichen Vorerkrankungen gefragt. Sollten diese Vorliegen, müssen ggf. weitere Voruntersuchungen durch Spezialisten anderer Fachrichtungen erfolgen, um das Operationsrisiko zu vermeiden. Hierzu werden Ihnen bei Bedarf Überweisungen in der Poliklinik ausgestellt  Es besteht weiterhin die Möglichkeit zur Eigenblutspende in der MHH. Dies erfordert jedoch, dass dies bereits einige Wochen im Vorfeld der Operation in die Wege geleitet worden ist. Als Faustregel gilt, dass eine Blutkonserve pro Woche gespendet werden kann.

Abschließend erhalten Sie die Telefonnummer unserer Operationskoordinatorin, die mit Ihnen einen individuellen Operationstermin vereinbart.

 

Die stationäre Aufnahme und das Aufklärungsgespräch

Die stationäre Aufnahme erfolgt in der Regel am Tag vor der Operation. Hier werden weitere notwendige Untersuchungen (EKG; Röntgenaufnahme des Brustkorbs) vorgenommen. Am Nachmittag findet das Aufklärungsgespräch statt; hier werden Sie vom Operateur über alle Details der Eingriffe informiert. Sinnvoll ist es, wenn Sie sich Ihren persönlichen Fragenkatalog bereits vorher zusammenstellen.

Die Tage nach der Operation

Die Krankengymnastik beginnt in aller Regel bereits am ersten Tag nach der Operation mit leichten Anspannungsübungen der Beine und des Gesäßes. Zu diesem Zeitpunkt tragen Sie noch den Operationsverband mit 2 Wunddrainagen. Der Verbandswechsel und das Ziehen der Drainagen erfolgt in der Regel am 2. Tag. Unter Anleitung können Sie sich an die Bettkante setzen und zur Toilette fahren lassen. Hierbei sollte auch Sie darauf achten, dass die Beine immer leicht gespreizt und nach innen gedreht sind, so dass die großen Zehen zueinander zeigen. Diese Verhaltensmaßregel ist von großer Bedeutung, um ein Ausrenken der Prothese zu verhindern. Wenn Sie das zu erstem Mal sitzen, sollten sie eine stärkere Beugung in der Hüfte vermeiden. Wir stellen Ihnen hierzu besondere Sessel und Toilettensitzerhöhungen zu Verfügung Der Nachttisch sollte immer auf der operierten Seite stehen. Sie selbst müssen darauf achten, dass der Oberkörper nicht mehr als 90° vornübergebeugt ist und dass ein Überkreuzen der Mittellinie mit dem operierten Bein vermieden werden sollte.


Die Gehschule bei Bedarf unter Einhalten der Teilbelastung beginnt mit den Mitarbeitern der Krankengymnastik am 2. oder 3. Tag nach der Operation; hierzu stehen Ihnen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung (Gehwagen, Unterarmgehstützen). Zum Ende des stationären Aufenthaltes können Sie diese Maßnahmen selbständig durchführen.


Damit Sie die Übungen sicher durchführen, sollte Sie folgende Gegenstände mitbringen: festes Schuhwerk ohne Absatz und ohne Schnürsenkel, langer Schuhlöffel, leichte und bequeme Kleidung.

Die Anschlussheilbehandlung

Das Ziel der Anschlussheilbehandlung ist, dass Sie so schnell wie möglich Ihre gewohnte Aktivität wieder aufnehmen können. Die Entlassung in eine solche Klinik erfolgt nach 7 bis 10 Tagen. Die Formalien werden über Ihren Stationsarzt und unseren Sozialdienst vorgenommen. Der Aufenthalt dort beträgt erfahrungsgemäß 3-4 Wochen.

Hüftbewusste Lebensgestaltung

Bei allen Neuerungen und Verbesserungen darf nicht vergessen werden: Wesentlich zum Erfolg trägt der Patient bei. In der ersten Phase nach der Operation muss konsequente Krankengymnastik, Gangschule und Muskelaufbau betrieben werden. Ebenso wichtig sind einige Verhaltensmaßregeln: Tiefes Sitzen, etwa im weichen Sessel, muss vermieden werden, es droht sonst eine Ausrenkung des neuen Hüftgelenkes (Luxation). Eine Einrenkung erfordert meist eine Narkose. Aus demselben Grunde wird in der Regel ein Toilettensitz angeraten.

Spektakuläre Einzelleistungen von Prothesenträgern als Bezwinger des zweithöchsten Berges der Erde, dem K2, oder als professionelle Ballett-Tänzer oder Baseballspieler dürfen nicht den Blick auf die Realität verstellen. Nach der Hüftprothesen-Implantation steigt die Mobilität und Lebensqualität zwar deutlich an, für eine lange Haltbarkeit der Prothese sollten jedoch Extrembelastungen vermieden werden. Dann steht einer langen und schmerzfreien Zukunft mit der Prothese nichts mehr im Wege.