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Die Operation

 

Die Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) setzt sich aus einer Pfanne, einer Pfannenschale (Inlay) und dem Schaft zusammen. Auf dem Schaft ist ein austauschbarer Kopf als Bindeglied zur Pfanne angebracht (Abbildung 3).

Abb. 3: Hüfttotalendoprothese

 

 

Der Zugang

Durch den minimalinvasiven Zugang werden insbesondere das tieferliegende Gewebe, wie Muskeln und Sehnen, geschont, da zum Zugang zum Hüftgelenk die Muskeln nicht durchtrennt, sondern lediglich auseinander geschoben werden. Dies gewährleistet nach der Operation eine rasche Mobilisation und einen verbesserten Luxationsschutz.


Der wesentliche Vorteil des minimalinvasiven Zugangs ist die Schonung der tiefliegenden Weichteile und nicht der kleinere Hautschnitt. Bei der Verwendung des minimalinvasiven Operationsverfahrens sind spezielle Instrumenten zur Implantation des künstlichen Hüftgelenks nötig.
In einigen Fällen ist die Verwendung eines minimalinvasiven Zugangs nicht möglich. Hierzu gehört beispielsweise der Gelenkverschleiß nach hüftgelenksnahen Oberschenkelbruch mit einliegenden Schrauben.

 

 

Welche Prothese - zementiert oder unzementiert?

Die Prothesenpfanne und der Prothesenschaft der TEP können zementiert oder unzementiert eingebracht werden. Auch bei eingeschränkter Knochendichte kann oft noch eine zuverlässige zementfreie Verankerung der Hüftpfanne gelingen. Der Schaft wird dann mit Zement verankert, um trotzdem direkt nach der Operation eine Vollbelastung erreichen zu können. In diesen Fällen spricht man von einer teilzementierten Prothese (Hybrid). In Deutschland steigt der Anteil der rein unzementierten Versorgung stetig an und liegt bei >60%, da hierdurch eine ggf. nötig werdende Wechseloperation erleichtert werden. Allerdings ist für dieses Verfahren eine gute Knochenqualität eine wichtige Voraussetzung. Welche Prothese für den individuellen Patienten am besten geeignet ist, sollte in einem gemeinsamen Gespräch erörtert werden.


Auch in der aktuellen Diskussion in der Fachliteratur zeigt sich ein deutlicher Trend zur Durchführung der unzementierten Technik. So konnten in wissenschaftlichen Untersuchungen für Patienten bis zum 75. Lebensjahr für den unzementiert in den Oberschenkelknochen eingebrachten Prothesenschaft Vorteile bezüglich einer längeren Standzeit im Vergleich zum zementierten Verfahren gezeigt werden. Ab dem 75. Lebensjahr zeigten sich beide Verfahren als gleichwertig.


Für die unzementierte Prothesenpfanne konnte ebenso eine geringere Lockerungsrate im Vergleich zur zementierten Technik nachgewiesen werden. Allerdings führen andere Probleme der unzementierten Pfanne (z.B. Verschleiß des Inlays) dazu, dass der Zeitraum bis zur nötig werdenden Zweit-Operation zwischen der zementierten und unzementierten Pfanne nicht wesentlich unterschiedlich ist. 

 

 

Die zementierte Technik

Der Zement setzt sich aus einer speziellen Kunstharzverbindung zusammen. Im Rahmen der Verarbeitung wird der Zement zunächst weich in den Oberschenkelknochen und/oder die Hüftpfanne eingebracht und härtet dann nach Einbringen der Implantate innerhalb von Minuten aus. Hierdurch wird die Hüft-TEP fest im Knochen verankert. Durch die Zementierung wird frühzeitig eine größtmögliche Stabilität erreicht.


Dieses Verfahren kommt insbesondere bei Patienten mit einer verminderten Knochenfestigkeit zum Einsatz, wie sie bei älteren Patienten oder Patienten mit unterschiedlichen Vorerkrankungen und hiermit verbundener Medikamenteneinnahme (z.B. Kortison) zu finden ist.  Die auf diese Weise operierten Patienten können abhängig von der Wundheilung frühzeitig nach der Operation in Begleitung aufstehen und das operierte Bein in der Regel voll belasten. Das Gehtraining erfolgt mit Unterarmgehstützen.

 

Abbildung 4 zeigt im Bereich der linken Hüfte eine zementierte Hüft-TEP (rot umrandet). Im Vergleich zeigt sich rechts eine typerischerweise in unserer Klinik verwendete unzementierte Prothese.

Abb. 4: Postoperatives Röntgenbild einer zementierten Hüft-Totalendoprothese (rot umrandet)

 

 

 

Die unzementierte Technik

Bei der unzementierten Technik erfolgt die Verankerung von Prothesenschaft und Prothesenpfanne ohne Knochenzement. Die Prothesenpfanne wird dabei in den Knochen eingepresst bzw. eingeschraubt und der Prothesenschaft wird durch einen verklemmenden Mechanismus im Oberschenkelknochen fixiert. Durch die leicht poröse Oberflächenbeschichtung der Prothesenteile wächst Knochen in die Prothese ein, wodurch eine feste Verbindung zwischen Prothese und Knochen erreicht wird.
Auch bei dem unzementierten Verfahren kann unter Beachtung der Wundheilung mit der Vollbelastung direkt nach der Operation begonnen werden. Auch hier erfolgt das Gehtraining mit Unterarmgehstützen.

Besonderheiten während der Operation können eine vorübergehende Teilbelastung des operierten Beines erforderlich machen. Der Operateur wird mit Ihnen nach der Operation über die für Sie beste Mobilisationsform sprechen.

 

Eine an dieser Klinik häufig verwendete Lösung für die Prothesenpfanne ist die eingepresste Pfanne (Press fit), die im Verlauf einiger Wochen fest in den Beckenknochen einheilt. Abhängig von der Festigkeit des Knochens wird in der Regel ein unzementierter Schaft gewählt. Bei dem von uns häufig benutzten Prothesenschaft handelt es sich um ein relativ kurzes Implantat, welches eine feste Verankerung im Knochen gewährleistet. Der Vorteil des kurzen Implantats  liegt dabei in einer sparsamen Entfernung von Knochen bei der Implantation der Prothese. Dies erleichtert bei einer eventuell notwendig werdenden Wechseloperation die erneute Verankerung einer Hüft-TEP. Das Material der Pfannenschale (Inlay) und des Kopfes besteht abhängig von individuellen Faktoren aus Polyethylen, Keramik oder Metall (Abbildung 5).

Abb. 5: Postoperatives Röntgenbild einer in unserer Klinik typischerweise verwendeten Hüft-Totalendoprothese