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Der vollständige Hüftgelenkersatz (Hüft-Totalendoprothese)- Warum wird dieser nötig?

Das Hüftgelenk (Abbildung 1) hat aufgrund seiner anatomischen Lage besonders intensiven Belastungen standzuhalten, da auf diesem Gelenk der überwiegende Teil des Körpergewichtes ruht. Daher ist das Hüftgelenk besonders gefährdet, Verschleißerscheinungen (Arthrose) zu entwickeln.

 

Die Arthrose des Hüftgelenkes (Coxarthrose) stellt die häufigste Ursache für die Implantation einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) dar.
Die Arthrose ist eine Erkrankung des Gelenkes, bei der die knorpeltragende Gelenkschicht zunehmend dünner wird, bis in einem fortgeschrittenen Stadium ein unmittelbarer Knochenkontakt zwischen dem Hüftkopf und der Pfanne besteht. Es wird geschätzt, dass in der Bundesrepublik 80% der über 50-jährigen degenerative Veränderungen des Hüftgelenkes haben.

 

Die Ursachen für das Entstehen einer Arthrose sind vielfältig; als Beispiele seien frühere Verletzungen des Gelenkes, eine Beinlängendifferenz oder schlicht das Übergewicht genannt. Zahlenmäßig am häufigsten ist jedoch die sogenannte primäre Coxarthrose, das heißt der Gelenkverschleiß ohne erkennbare Ursache.

Abb. 1: Aufbau des Hüftgelenkes

 

 

 

Die Degeneration ist begleitet von einer Reizung der Synovia (Gelenkbinnenhaut). Die Folge ist eine Flüssigkeitsansammlung im Gelenk. Die Untersuchung dieser Gelenkflüssigkeit hat gezeigt, dass hier Substanzen vorhanden sind, die Schmerz vermitteln und Schmerz verursachen.   

Schmerz und Vermeidung von bestimmten Bewegungen führen dazu, dass die Kapsel des Hüftgelenkes schrumpft und sich die Muskulatur des Hüftgelenkes verkürzt. An den Rändern des Hüftkopfes und der Pfanne bildet sich ein sogenannter Osteophytenkranz (knöcherne Randanbauten) (Abbildung 2).

Durch eine Vergrößerung der Oberfläche des Gelenkes versucht der Körper den Druck auf das Gelenk zu reduzieren. Im Röntgenbild erkennt man eine Deformierung des Gelenkes und eine Aufhebung des Gelenkspaltes.

Abb. 2: Röntgenbild eines Hüftgelenkes mit deutlich degenerativen Verschleißerscheinungen

 

Die Rotationsfähigkeit des Hüftgelenkes geht als erstes verloren. Die Patienten haben z. B. Schwierigkeiten, sich die Schuhe zuzuknüpfen. Die Beugefähigkeit ist im Allgemeinen lange gut erhalten, so dass Patienten selbst mit fortgeschrittener Arthrose noch gut Fahrrad fahren können. Dennoch werden gewohnte Aktivitäten, die für den Patienten Lebensqualität bedeuten, zunehmend reduziert.

 

Weitere Ursachen, die die Implantation einer Hüft-TEP nötig machen können sind:

 

Primär chronische Polyarthritis

Brüche und Verrenkungen

Aseptische Knochennekrose

Andere Indikationen

Revisionen