SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

C2: Sodeik


SFB900

Chronische Infektionen:

Mikrobielle Persistenz und ihre Kontrolle


Teilprojekt C2

Thema:

Die Etablierung persistierender Herpes-Simplex-Virus-Infektionen

Fachgebiete und Arbeitsrichtung:

Zellbiologie, Virologie

Leiter/in:

Prof. Dr. rer. nat. Beate Sodeik

Dienstanschrift:

Institut für Virologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Telefon:

+49 511 532 2846

Telefax:

+49 511 532 8736

Email:

Sodeik.BeateMH-Hannover.De

Internet:

http://www.mh-hannover.de/12237.html

 

 

Zusammenfassung:

 

Alphaherpesviren wie die humanpathogenen Herpes-Simplex-Viren 1 (HSV1), HSV2 und Varizella-Zoster-Viren etablieren lebenslange, persistierende Infektionen in Ganglien des peripheren Nervensystems. Nach produktiver Infektion in Schleimhäuten und der Invasion der Ganglien verbleiben virale Genome lebenslang in latenter Form in einigen Nervenzellen und können durch unterschiedliche Stimuli reaktiviert werden. In diesem Projekt soll ein experimentelles Modell für den Zelleintritt von HSV1 in Nervenzellen aufgebaut werden, mit dem wir die durch HSV1 aktivierten Signaltransduktionskaskaden und die spezifischen Virus-Wirt-Interaktionen charakterisieren wollen, welche den Zelleintritt, den axonalen Transport viraler Strukturen zum Zellkern und den Kernimport des viralen Genoms vermitteln.

In einem neu entwickelten Zellkultursystem, den Microfluidic Chambers, werden murine, primäre Nervenzellen aus dorsalen Spinalganglien so kultiviert, dass wir selektiv die Somata oder die präsynaptische Plasmamembran am Ende der Axone inokulieren können. Für die Analyse des Zelleintritts werden wir ein- und zweifarbige HSV1-Stämme verwenden, in denen wir fluoreszierende Proteindomänen an virale Kapsid-, Tegument- oder Hüllproteine fusioniert haben. Mit diesen Stämmen können wir die intrazellulären Transportwege der unterschiedlichen Viruskomponenten und ihre Interaktionen mit zellulären Strukturen in lebenden Zellen untersuchen und analysieren, ob die virale Fusion mit der Plasmamembran, endozytotische HSV1-Eintrittswege, der axonale Transport oder die Ansteuerung der Kernporen nach Hemmung spezifischer Wirtsproteine der Nervenzellen blockiert werden.

Wir werden bestimmen, in welchen zytoplasmatischen Strukturen die eintretenden HSV1-Genome von den Nervenendigungen zum Soma transportiert werden und mögliche Funktionen der verschiedenen Untereinheiten der mikrotubuli-assoziierten Proteine Dynein, Dynactin und Kinesin-1, verschiedener Kernimportfaktoren und der Kernporenproteine untersuchen. Viele dieser Wirtsproteine kommen in verschiedenen Isoformen vor und bilden Proteinkomplexe, deren Untereinheiten in verschiedenen Zelltypen unterschiedlich exprimiert werden. Wir werden die genannten Proteine und weitere Wirtsproteine, welche diese regulieren, durch pharmakologische Substanzen, wie z.B. Kinaseinhibitoren, oder durch RNA-Interferenz mittels shRNA-Lentiviren hemmen, und die Auswirkungen solcher Eingriffe auf den Zelleintritt von HSV1 in Nervenzellen untersuchen. So wollen wir die Wirtsfaktoren und die Regulierung ihrer Aktivitäten charakterisieren, die für den zytoplasmatischen Transport und den Import des viralen Genoms in den Zellkern und somit zur Invasion des peripheren Nervensystems durch HSV1 beitragen.