SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

B3: Brinkmann


SFB900

Chronische Infektionen:

Mikrobielle Persistenz und ihre Kontrolle


Teilprojekt B3

Thema:

Herpesvirale Modulation der angeborenen Immunantwort

Fachgebiete und Arbeitsrichtung:

Virologie, Zellbiologie, Immunologie

Leiter/in:

Dr. rer. nat. Melanie M. Brinkmann

Dienstanschrift:

Helmholtz Institut für Infektionsforschung
Abteilung Zellbiologie und Immunbiologie
Inhoffenstrasse 7
38124 Braunschweig

Telefon:

+49 531 6181 3069

Telefax:

+49 531 6181 3099

Email:

Melanie.Brinkmannhelmholtz-hzi.de

Internet:

http://www.helmholtz-hzi.de/de/forschung/mikrobielle_krankheitserreger/virale_immunmodulation/

 

Zusammenfassung:

 

Herpesviren etablieren lebenslang persistierende Infektionen. Bei immunkompetenten Individuen schliesst sich dem akuten Stadium der Infektion in der Regel eine ausgeglichene, lebenslange Koexistenz zwischen Erreger und Wirt an. Herpesvirale Infektionen können jedoch bei immunsupprimierten Menschen wie AIDS-Patienten oder Transplantationsempfängern zu schwerwiegenden medizinischen Problemen führen. Ausserdem stellt die Infektion mit dem Cytomegalovirus (CMV) während der Schwangerschaft die häufigste Ursache für viral verursachte Missbildungen dar. Ferner können die Vetreter der Gammaherpesviren, Epstein-Barr-Virus (EBV) und Kaposi’s Sarkom-assoziiertes Herpesvirus (KSHV), Tumore verursachen. Für die Entwicklung besserer prophylaktischer und therapeutischer Strategien bei der Behandlung dieser Patienten ist das Verständnis der Erkennung von Herpesviren durch das Wirts-Immunsystem und der Modulation der Immunabwehr durch Herpesviren von essentieller Bedeutung.

Das angeborene Immunsystem ermöglicht eine frühe antivirale Immunantwort und spielt eine wichtige Rolle bei der Induktion der adaptiven Immunabwehr. Wie die Erkennung der Gammaherpesviren durch das angeborene Immunsystem erfolgt ist nur in ersten Ansätzen untersucht. Bei dem geplanten Forschungsprojekt soll das Gammherpesvirus murines Herpesvirus (MHV)-68 als Mausmodellsystem für die humanen Tumorviren EBV und KSHV dienen. In verschiedenen experimentellen Ansätzen soll geklärt werden, welche zellulären Sensoren des angeborenen Immunsystems für die Erkennung von MHV-68 entscheidend sind, um eine potente antivirale Immunantwort zu initiieren. Herpesviren haben in den Hunderttausenden von Jahren der Koevolution mit ihrem Wirt Strategien entwickelt, die Immunantwort zu modulieren, um ihrer Elimination zu entgehen. Eigene erste Daten deuten erstmals darauf hin, dass MHV-68 die Funktion von membranständigen Sensoren des angeborenen Immunsystems, den Toll-like Rezeptoren (TLR), direkt inhibieren kann. Geklärt werden soll deshalb weiterhin, durch welche Mechanismen MHV-68 die Funktion der Rezeptoren des angeborenen Immunsystems beeinflusst.

Die Ergebnisse dieses Projektes werden das Verständnis der molekularen Mechanismen der Immunantwort bei der herpesviralen Infektion verbessern. Die Identifikation neuer immunmodulatorischer herpesviraler Gene wird tiefere Einblicke in die Funktion der antiviralen Immunabwehr liefern und es erlauben Strategien zu entwickeln, die den herpesviralen Immunevasionsmechanismen entgegenwirken und somit möglicherweise einen therapeutischen Ansatz zur Therapie oder Kontrolle chronischer Infektionen darstellen.