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Cochlea-Implantat

CI-Voruntersuchung bei Kindern und bei Erwachsenen


  Bei Kindern 

Ziel dieser Voruntersuchung (in der Regel dreitägig, stationär) ist es festzustellen, ob bei Ihrem Kind die Voraussetzungen für ein Cochlea-Implantat gegeben sind.

Dazu zählen:    

  • Feststellung des Schadens am Innenohr 
  • vorhandenes Innenohr zur Implantation der Elektrode 
  • Restgehör, das mit Hörgeräten nicht zum Sprachverstehen ausreichend ist bzw. bei Kindern ein Spracherwerb nicht stattfinden kann 

Diese Fragestellung soll mit Hilfe der HNO-ärztlichen Untersuchung, subjektiver und objektiver Hörprüfung, der Computertomographie und der Kernspintomographie beantwortet werden. Bei jüngeren Kindern erfolgt ein Teil dieser Untersuchung aufgrund der mangelnden Mitarbeitsfähigkeit in Vollnarkose (objektive Hörtests inklusive Nasenrachenmandelentfernung und Trommelfellschnitt). 

Es werden statt der subjektiven Angaben objektiv gemessene Hörpotentiale verwertet. Neben dieser medizinischen Eignung wird die pädagogische Rehabilitationseignung und Beratung der Eltern in enger Kooperation mit dem Cochlear Implant Centrum (CIC) und den Frühförderern aus der Heimat durchgeführt sowie ein technisches Vorgespräch geführt.


Am Ende der Voruntersuchung findet das Abschlussgespräch mit Prof. Dr. Thomas Lenarz oder seinem Vertreter statt. Es werden dort alle vorhandenen Befunde einschließlich der auswärts (auch früher) erhobenen Beurteilungen und Befunde zusammengefasst und eine Gesamtbeurteilung abgegeben. Mit Ihnen zusammen wird dabei eine Entscheidung für oder gegen eine Implantation getroffen. Dies bedeutet nicht, dass Sie sich gleich für eine Operation entscheiden müssen, sondern es sollte nur von unserer Seite aus klar zum Ausdruck gebracht werden, ob Ihr Kind für eine Implantation in Frage kommt oder nicht. Selbstverständlich liegt die endgültige Entscheidung in Ihren Händen. Unsere Aufgabe ist es, Ihnen aufgrund der sorgfältig durchgeführten Voruntersuchung eine klare Information über die Chancen Ihres Kindes für ein möglichst gutes Hören mit einem CI geben zu können. Sollten sich offene Fragen ergeben, sind unter Umständen noch weitergehende Untersuchungen erforderlich oder es müssen auswärts erhobene Befunde noch vervollständigt werden. Eventuell ist dann eine weitere ambulante Vorstellung in unserer Klinik zur Besprechung notwendig. Dies ist jedoch die Ausnahme.  


Bei Kindern ist manchmal ein Aufschieben der Entscheidung erforderlich. Dieses ist zum Beispiel der Fall, wenn zum Zeitpunkt der Voruntersuchung noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann, ob bei dem Kind noch Hörreste, die verwertbar sind, vorliegen. Die weitere Beobachtung unter optimaler Hörgeräteanpassung wird dazu abschließend Klarheit bringen. In der Regel ist hierfür ein Zeitraum von drei Monaten ausreichend.  


Bei einer Taubheit nach Hirnhautentzündung oder bei schweren Innenohrmissbildungen ist in der Regel eine sofortige bilaterale Implantation erforderlich, um die bei der Hirnhautentzündung drohenden Verknöcherung der Schnecke zuvorzukommen und eine Implantation zu ermöglichen. Bei der schweren Innenohrmissbildung ist davon auszugehen, dass keinerlei Hörreste mehr vorliegen, so dass im Sinne der möglichst optimalen Hör- und Sprachentwicklung bei einem Kind nicht weitere Zeit verloren werden sollte.


  CI-Beratung bei Erwachsenen 

Bei der großen Auswahl der mittlerweile nur in der HNO-Klinik der MHH zur Verfügung stehenden guten Hörgeräte, implantierbaren Hörsysteme (MOI und DACS etc.) und Cochlea-Implantate kommt es entscheidend darauf an, im Blick zu haben, dass das Sprachverstehen mit den neuen Hörsystemen tatsächlich im Störgeräusch eine hohe Qualität abbildet. Die Diagnsotik bietet die Grundlage, um das für Sie richtige Hörsystem zu empfehlen. Somit ist es entscheidend, Hörtests in der Differentialdiagnostik durchzuführen, die auch einem Vergleich mit bereits implantierten Patenten stand halten.

Diese audiologische Differentialdiagnostik führen wir in einer ersten, ambulanten, eintägigen Untersuchung durch. Hier werden die grundsätzlichen Empfehlungen bezüglich der möglichen Implantate, insbesondere der Cochlea-Implantate festgelegt. Nach einer solchen Untersuchung und Beratung sind Sie als Patient dann in der Lage, sich für ein Cochlea-Implantat zu entscheiden.
Bei beidseitiger Gehörlosigkeit werden Kinder in der Regel beidseitig mit CI versorgt. Sofern bei Erwachsenen eine beidseitige hochgradige Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit vorliegt, kann dies auch für sie empfohlen werden. Bei einseitiger Gehörlosigkeit steht mittlerweile ebenfalls das CI als Alternative zur CROS-Versorgung (s. MOI-Broschüre) zur Verfügung. Auch bei Hochtontaubheit bieten sich inzwischen Spezialimplantate an.
Wenn Sie sich für ein CI entschieden haben, lassen Sie es uns wissen (Fax: 0511/532-6833; Telefon: Mo - Fr 0511/532-3044; Post: Deutsches HörZentrum Hannover, Karl-Wiechert-Allee 3, 30625 Hannover oder mail: info@hoerzentrum-hannover.de). Wir senden Ihnen dann Ihren OP-Termin zu.

Erst wenn feststeht, dass aus anatomischen-medizinischen Gründen die OP stattfinden kann, wird diese im Anschluss an die letzten Unterschuchungen durchgeführt. Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert in der Regel etwa 2-3 Stunden. Währenddessen wird ein Röntgenbild angefertigt, um die korrekte Lage der Elektrode in der Schnecke zu überprüfen. Grundsätzlich legen wir bei jeder Implantation größten Wert darauf, die Strukturen der Hörschnecke zu schützen und zu erhalten.

Die HNO-ärztlichen lebenslangen Kontrollen dienen dazu, typische Komplikationen wie Schwellung und Reizung unter dem Magneten oder Verletzungen des Gehörgangs und des Trommelfells rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.