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Computer-assistierte Chirurgie (CAS, Navigation)

 

 

Operative Eingriffe im Kopf-Hals-Bereich erfordern eingehende Kenntnisse der anatomischen Strukturen. Insbesondere im Schädelbereich treffen funktionell und ästhetisch wichtige Strukturen auf engstem Raum aufeinander. Veränderungen der Anatomie infolge von neoplastischem Wachstum, traumatologisch bedingten Defekten oder Fehlstellungen und bei kraniofazialen Fehlbildungen und Dysgnathien stellen an den Operateur besondere Anforderungen. Neben der nach wie vor unabdingbar wichtigen klinischen Untersuchung können Bildgebende Verfahren Veränderungen der anatomischen Verhältnisse präoperativ aufzeigen. Hierdurch ist es möglich, das Krankheitsbild zu analysieren und operative Eingriffe im Vorfeld zu planen. Zweidimensionale Verfahren wie die konventionelle Röntgendiagnostik sind aufgrund der Überlagerung von Strukturen in ihrer Aussage stark limitiert. Die Einführung der Computertomographie (CT) ermöglichte erstmals ein drei-dimensionales Abbild der klinischen Situation. Jüngste Entwicklungen zum Einsatz von Lichtschatteneffekten erzeugen kontrastreiche Pseudo-3D-Modelle des Schädels, welche vor allem in der Traumatologie Anwendung finden. Durch digitale Datenverarbeitung können so aus einem einmal erhobenen Bilddatensatz ohne zusätzliche Strahlenbelastung detaillierte Einblicke in Knochen- und Weichgewebe erzielt werden. Je nach Fragestellung gilt dies ebenso für die Anwendung der Magnetresonanztomographie (MRT).

Postoperativ kommen diesen Untersuchungstechniken ebenfalls große Bedeutungen zu. Validierungen des operativen Eingriffs, Planungen adjuvanter Therapieformen und Verlaufskontrollen sind hierdurch objektivierbar und detailgetreu möglich geworden. Gerade aber negative postoperative Überraschungen, hervorgerufen durch vom Behandler intraoperativ falsch beurteilte Situationen zu vermeiden, ist das Ziel und somit die Erklärung für den aufkommenden Wunsch der Operateure nach intraoperativer Bildgebung. Die Intraoperative Anwendung von CT oder MRT ist an einen hohen personellen und apparativen Aufwand gekoppelt. Der klinische Ablauf wird entscheidend behindert und zahlreiche Interventionen sind technisch bedingt nicht durchzuführen. Gerade die Anwendung des intraoperativen CT stellt eine nicht zu vernachlässigende zusätzliche Strahlenbelastung für den Patienten dar, so dass eine Einführung in die operative Routine nicht sinnvoll erscheint.

 

 

Passives optisches Navigationssystem. Die Infrarotkameras sind mit Infrarotstrahlern kombiniert (a)
und detektieren das von den Instrumenten reflektierte Infrarotlicht (b)

(Fa Voxim, Chemnitz, Germany).

 

Hier liegt der Vorteil der intraoperativen Navigation. Sie ermöglicht eine intraoperative Korrelation von anatomischem Situs und präoperativ erhobenem Datensatz. Anatomische und pathologische Strukturen lassen sich so lokalisieren, ohne auf subjektive Einschätzungen und Bewertungen der Bilddatensätze angewiesen zu sein. Fügt man der präoperativen Analyse noch die Möglichkeit der Planung von Zugangswegen und das Markieren von Tumorbegrenzungen und Sicherheitsabständen hinzu, resultiert eine neue Therapieform, die rechnergestützte (computergestützte, computer-assistierte) Chirurgie. Im Unterschied zu Robotik-Techniken erfolgt der operative Eingriff ohne den Einsatz von Manipulatoren oder halb-/vollautomatischen Schneid-, Fräs- oder Bohrmaschinen.

 

Weiterführende Information

Computer-assistierte Chirurgie Teil 1 (pdf-Datei)

Computer-assistierte Chirurgie Teil 2 (pdf-Datei)

 

 

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