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Schwerpunkte

Verändert sich durch einen Unfall einer der Knochen im Bereich der Augenhöhle (Orbita) (z.B. durch einen Bruch oder Verschiebung), so kann eine Fehlstellung des Auges verbunden mit Doppelbildwahrnehmungen die Folge sein. Die Ausübung des Berufes oder alltäglicher Tätigkeiten wie Autofahren können dadurch unmöglich werden. Der Knochen in dieser Körperregion ist zu großen Anteilen nur papierdünn. Frakturen haben daher oftmals regelrechte Defekte im Bereich der Orbita zur Folge.

 

 

Ein patientenspezifisches Implantat wird navigationsgestützt eingebracht.

 


Da zum einen die anatomisch korrekte Rekonstruktion für ein gutes operatives Ergebnis eine herausragende Rolle spielt und zum anderen aus Komplikationen schwerwiegende Folgen für den Patienten resultieren können, ist die gute und genaue Planung eines solchen Eingriffes essentiell. Dies beginnt bereits bei der Indikationsstellung für die Operation. Nicht alle Frakturen dieser Art müssen operativ versorgt werden. Heutzutage gibt es mit der Computertomographie (CT) und mit der Digitalen Volumentomographie (DVT) neue Möglichkeiten, knöcherne Verletzungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich dreidimensional sichtbar zu machen. Anhand der im CT oder im DVT gewonnenen Daten können auch komplexe Verletzungsmuster analysiert und richtig bewertet werden. Hierdurch wird eine detaillierte Planung eines möglichen operativen Eingriffs realisierbar.

 

Das angefertigte patientenspezifische Implantat

 

 

Nach Implantation in die linke Augenhöhle

 


Eine anatomisch korrekte und formstabile Rekonstruktion der Augenhöhle erreichen wir heute idealerweise durch patientenspezifische Titanimplantate. Diese werden zunächst anhand dreidimensionaler Datensätze virtuell konstruiert. Grundlage für die Planung des Implantats ist die Spiegelung der unverletzten gegenseitigen Augenhöhle. Anschließend wird das Implantat z.B. im Lasersinterungsverfahren (eine Art 3D-Druck) hergestellt. Alternative Operationsmethoden sind prinzipiell möglich, hängen jedoch von der spezifischen Analyse des individuellen Patientendatensatzes ab. Zur Augenhöhle verschaffen wir uns in der Regel über einen äußerlich nicht sichtbaren Schnitt hinter der Unterlidkante Zugang, sodass keine äußeren Narben entstehen.

 

Die intakte linke Augenhöhle im schrägsagittalen Anschnitt (linkes Bild), welche als Planungsgrundlage für das patientenspezifische Implantat dient. Postoperatives coronare Schnittbild

 


Die Augenhöhle ist eine anatomisch hoch anspruchsvolle Region. Immerhin sind sechs von zwölf Hirnnerven für die Funktion dieses umschriebenen anatomischen Bereiches verantwortlich. Kleine operative Abweichungen können enorme Auswirkungen auf mögliche Komplikationen und den Behandlungserfolg haben.

 


Wir führen Eingriffe dieser Art daher bevorzugt navigationsgestützt durch: Über eine Infrarotkamera wird die Lage des Patienten (echter Patient) registriert und mit dem CT-Datensatz (virtueller Patient) abgeglichen. Auf diese Weise hat der Chirurg eine direkte Kontrolle über die Position der eingebrachten Instrumente und des Implantates. Dies führt zu einem höchsten Maß an Sicherheit für unsere Patienten.

 

 

Weitere Informationen erhalten Sie auch bei unseren Kollegen der Augenheilkunde:

Link zur Universitätsklinik für Augenheilkunde der MHH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- VORABVERSION - !!! - März 2016

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