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Narkose- und Intensiv-EEG

 

Leitung: PD Dr. med. Barbara Schultz

Tel.: 0511 / 532 - 8963

eMail: Schultz.Barbara@mh-hannover.de

 

 

 

Projekte und Targets

 

Die Elektroenzephalographie (EEG), d. h. die Registrierung der Hirnströme, eignet sich zur Patientenüberwachung im Operationssaal und auf der Intensivstation.

 

Eine wesentliche Indikation für den Einsatz des EEG im Operationssaal ist die Beurteilung der Effekte hypnotisch wirkender Substanzen.

 

Anwendungsgebiete auf der Intensivstation sind die Sedierungssteuerung, die Therapiesteuerung, z. B. im Status epilepticus, die Zustands- und Verlaufsbeurteilung bei komatösen Patienten sowie die diagnostische Nutzung im Hinblick auf epilepsietypische Aktivität und umschriebene zerebrale Funktionsstörungen.

 

Ziele der Arbeitsgruppe sind die Optimierung der Narkoseüberwachung und der Intensivtherapie unter Zuhilfenahme des EEG.

 

Hierbei bestehen derzeit die folgenden Arbeitsschwerpunkte:

 

1.                  Genderspezifische Effekte bei i. v.- und Inhalations-Anästhetika

2.                  Xenon: Korrelation von Klinik und neurophysiologischen Parametern

3.                  Wach- und Narkose-EEG bei Kindern unterschiedlichen Alters

4.                  Epilepsietypische EEG-Aktivität unter Sevofluran

 

 

 

1.         Genderspezifische Effekte bei i. v.- und Inhalations-Anästhetika

 

In mehreren eigenen Messreihen zeigte sich, dass Frauen mehr Propofol benötigen als Männer und trotzdem am Ende der Narkose schneller aufwachen. Es ist noch nicht bekannt, ob geschlechtsspezifische pharmakokinetische oder pharmakodynamische Unterschiede hierfür verantwortlich sind. Eigene Untersuchungsergebnisse bei Inhalationsanästhetika deuten darauf hin, dass pharmakodynamische Faktoren beteiligt sind.

 

 

 

2.         Xenon: Korrelation von Klinik und neurophysiologischen Parametern

 

Xenon wurde im Jahr 2005 in Deutschland und 2007 auch in anderen Ländern der Europäischen Union als Inhalationsanästhetikum zugelassen. Aufgrund seines niedrigen Blut-Gas-Verteilungskoeffizienten flutet Xenon sehr schnell an und ab, daher ist die Aufwachzeit nach Xenon-Narkosen bzw. -Sedierungen sehr kurz. Kardio- und neuroprotektive Effekte von Xenon werden diskutiert.

 

Innerhalb des Projektes werden klinische und neurophysiologische Daten aus Xenon-Applikationen korreliert. Hierbei interessieren besonders Gender-, Alters- und neuroprotektive Effekte.

 

 

 

3.         Wach- und Narkose-EEG bei Kindern unterschiedlichen Alters

 

Das Wach-EEG verändert sich während der Kindheit im Sinne einer fortschreitenden Frequenzzunahme. Unter dem Einfluss von Anästhetika differenziert sich das EEG bei Kindern altersabhängig anders als bei Erwachsenen.

 

Im Rahmen des Projektes werden Korrelationen von EEG und klinischen Beobachtungen bei Kindern unterschiedlichen Alters untersucht.

 

 

 

4.         Epilepsietypische EEG-Aktivität unter Sevofluran

 

Aufgrund seiner guten Steuerbarkeit und hämodynamischen Stabilität findet das Inhalationsanästhetikum Sevofluran selbst in hohen Konzentrationen insbesondere bei Kindern eine breite Anwendung in der Anästhesie. Im EEG können sich bei klinisch üblichen Sevoflurankonzentrationen epilepsietypische Potenziale zeigen.

 

In diesem Projekt werden EEG-Mitschriften aus Sevofluran-Narkosen bei Erwachsenen und Kindern sowie klinische Daten analysiert.

 

Die Untersuchungen sollen dazu beitragen, Faktoren zu identifizieren, die das Auftreten epilepsietypischer Potenziale begünstigen, sowie Strategien zur Vermeidung dieser Aktivität zu entwickeln.

 

                               

 

                          

                     EEG-Veränderungen vom Wachzustand bis zur sehr tiefen Narkose

 

                          

                        

                                 Epilepsietypische EEG-Aktivität unter Sevofluran