SitemapImpressumDatenschutzerklärungdeutschenglish
MHH Logo

Neuromonitoring

 

Leitung: Dr. M. Gross

 

 

 

 

Mitarbeiter

Telefon

EMail

Funktion

Dr. med. Quandt, Christina

74 - 3239

quandt.christinamh-hannover.de

Fachärztin

Decker, Alexander

74 - 3309

decker.alexandermh-hannover.de

Assistenzarzt

Kreuzer, Ines

Doktorandin

Netzer, Tim

Doktorand

Prof. Dr. med. Lips, Ulrich

74 - 3610

lips.ulrichmh-hannover.de

Oberarzt

Dr. med. Groß, Matthias

74 - 3320

gross.matthiasmh-hannover.de

AG-Leiter



Kooperationspartner:
  
  
PD Dr. Wido Nager, Klinik für Neurologie, Med. Hochschule Hannover
PD Dr. Sinikka Münte, Universität Helsinki

 

Kognitive Leistungen des Menschen in Vollnarkose: Was passiert im Gehirn während wir denken, der Patient schläft?  

 

Die in der Anästhesie arbeitenden Ärztinnen und Ärzte werden bei der Prämedikationsvisite häufig mit der von Patienten geäußerten Angst vor intraoperativer Wachheit konfrontiert. Die Patienten befürchten während der Narkose zu erwachen, unter Schmerzen zu leiden und sich nicht bemerkbar machen zu können. Tatsächlich handelt es sich bei der intraoperativen Wachheit um ein nicht seltenes Ereignis, dessen Inzidenz in der Literatur von 0,1 bis 0,2% angegeben wird. Die intraoperative Wachheit mit postoperativer Erinnerung an Geschehnisse im Operationssaal und Schmerzen stellt jedoch lediglich das Extrem eines Kontinuums kognitiver Prozesse unter Vollnarkose dar, deren Beschreibung sich nach wie vor in den Anfängen befindet. Auch die Umstände, unter denen kognitive Prozesse in der Vollnarkose nicht ausreichend unterbunden werden, sind nicht detailliert untersucht. Innerhalb der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin hat sich daher eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich der Untersuchung kognitiver Prozesse unter Vollnarkose und den Umständen ihres Auftretens widmet.

Lässt man die Schmerzempfindung außen vor, ist für die Vermittlung der Eindrücke während der Vollnarkose von allen Sinnesmodalitäten das Gehör besonders entscheidend. Aus verschiedenen Untersuchungen lässt sich ableiten, dass während der Narkoseeinleitung die Wahrnehmung von akustischen Reizen zuletzt erlischt. Die Arbeitsgruppe befasst sich daher mit den Sinneseindrücken, die über die Hörbahn vermittelt werden und den daraus resultierenden kognitiven Leistungen. Dabei ist die Untersuchung von Aufmerksamkeitsprozessen und Gedächtnisleistungen von besonderem Interesse, sowie die Untersuchung der Sprachverarbeitung bzw. des Sprachverständnisses während der Vollnarkose. Eine besondere Situation ergibt sich bei langzeitsedierten Patienten auf der Intensivstation, die wie ebenfalls untersuchen. Diese stehen häufig unter dem Einfluss sehr lang wirkender Medikamente und ihrer schweren Grunderkrankung, aus der sich Bewusstseinsstörungen ableiten lassen.

 

Zur Untersuchung von Gedächtnis, Sprache und Aufmerksamkeit steht eine Batterie von Methoden aus der neuropsychologischen Forschung zur Verfügung. Wir verwenden die intraoperative EEG-Ableitung mit Analyse der Ereigniskorrelierten Potentialen,  dies sind vom Gehirn generierte Potentialschwankungen als Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis.

 

Ziele:

 

Die oben formulierten Prozesse sind nicht allein anhand einer Studie zu beantworten. Lassen sich im EEG Komponenten unter Narkose finden, die mit höheren kognitiven Prozessen wie z.B. Gedächtnis, Priming oder Sprache assoziiert sind? Welche Narkoseformen sind ggf. besonders geeignet, diese Prozesse zu unterbinden? Besteht ein Zusammenhang zu Ereignissen mit intraoperativer Wachheit mit Erinnerung?

Unter Zuhilfenahme u.a. der oben geschilderten Techniken nähert sich die Arbeitsgruppe der Beantwortung dieser Fragen. Dies geschieht in enger Kooperation mit Arbeitsgruppen aus der Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie der MHH, dem Institut für Neuropsychologie der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg sowie dem Department of Anaesthesiology, Helsinki University Hospital, Finland.