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MHH-Neurochirurgen: Tiefe Hirnstimulation hilft auch bei schwersten Gangstörungen

Einzigartige Behandlungsoption in Deutschland - Zwei Patienten erhalten Elektroden in den Hirmstamm

 

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bietet als erste Klinik in Deutschland ein neues chirurgisches Verfahren an, mit dem schwere, anderweitig nicht behandelbare Gangstörungen therapiert werden können. Derartige Störungen treten bei Parkinsonpatienten und bei anderen hypokinetischen Erkrankungen auf. Professor Dr. Joachim Krauss, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, wendet mit seinem Team bei diesen Patienten das etablierte Verfahren der tiefen Hirnstimulation an. Allerdings werden die Elektroden im Gehirn dabei nicht wie üblich in die Basalganglien implantiert– zentral im Gehirn unter der Großhirnrinde liegende Kerne–, sondern in den tieferliegenden Hirnstamm, genauer: dort in den Nucleus pedunculopontinus (PPN). „Wir haben die ersten beiden Patienten in Deutschland erfolgreich mit dem neuen Verfahren behandelt“, sagt Professor Krauss. „Gerade für Menschen mit schwersten Gehstörungen, für die es bislang überhaupt keine Therapie gab, bringt die PPN-Stimulation einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität.“

Die Neurochirurgen haben im Februar 2009 als ersten Patienten einen 65 Jahre alten Mann operiert, der am sogenannten Steel-Richardson-Olszewski-Syndrom litt, einer der schwersten Form von Gangstörungen. Sie implantierten ihm zwei Elektroden in den PPN im Hirnstamm.

Im März 2009 erfolgte der zweite Eingriff, diesmal bei einem 66-jährigen Patienten mit einer schweren Parkinsonerkrankung. „Dieser Patient litt unter ständig auftretenden, schweren Sturzattacken und fehlender Stabilität beim Stehen“, erklärt Dr. Capelle. „Die medikamentöse Therapie konnte die Gang- und Haltungsstörung nicht verbessern.“ Professor Krauss und sein Team implantierten diesem Patienten vier Elektroden – zwei in den Ausgangskern der Basalganglien (Globus pallidus internus), zwei weitere Elektroden in den PPN. „Dank der stereotaktischen Technik und der Einzelzellableitung von Neuronen ist es uns möglich, die Elektroden submillimetergenau im Gehirn zu implantieren – auch in einer derart heiklen Region wie dem Hirnstamm“, sagt Professor Krauss.

Nachdem die Elektroden zunächst im Rahmen einer Testphase ausgeleitet worden waren, wurden sie in einer zweiten Operation mit zwei Schrittmachern verbunden, die die Ärzte unter die Haut unterhalb des Schlüsselbeins implantierten. Nach der Operation und der aufwendigen Programmierung der Schrittmacher zeigte sich bei dem zweiten Patienten eine deutlich verbesserte Gehfähigkeit. „Der Patient kann nun wieder selbstständig ohne Gehhilfe oder Rollator gehen und auch die Sturzattacken haben deutlich abgenommen“, erläutert Professor Krauss, wie auch Untersuchungen im Ganglabor gezeigt haben.


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