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Hannoversche Allgemeine Zeitung (26.03.2009): Farbstoff zeigt Krebszellen

Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ, 26.03.2009): Farbstoff zeigt Krebszellen - Neue Methode hilft MHH-Chirurgen bei Hirntumoroperationen

 

Es ist der häufigste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen in Deutschland: das sogenannte Glioblastom. Jedes Jahr erkranken rund 2000 bis 3000 Deutsche daran. Eine Heilung von dem schnell wachsenden Krebs ist bislang nicht möglich. Mit einer neuen Behandlungsmethode will die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) jetzt aber das Überleben der Patienten deutlich verl‰ngern. Der Trick dabei: Die Mediziner markieren the bösartigen Zellen so, dass sie sich von ihren gesunden Verwandten unterscheiden lassen. "Mit dem neuen Verfahren lässt sich der Tumor quasi restlos entfernen", erklärt Elvis Herrmann, Oberarzt in der MHH-Klinik für Neurochirurgie.


Das Gemeine am Glioblastom ist nämlich, dass seine Krebszellen nicht nur direkt zwischen den Nervenzellen in der weiflen Substanz des Groflhirns wachsen, sondern dass diese den gesunden Zellen auch noch sehr ähnlich sehen. Das macht es den Operateuren besonders schwer, den Krebs vollständig zu entfernen. Mit der neuen Methode soll das nun leichter sein. Vor dem Eingriff trinkt der Patient eine Lösung mit dem Wirkstoff 5-Aminolävulinsäure (Markenname Gliolan), der von den Tumorzellen besonders stark aufgenommen und dann zu einem fluoreszierenden Farbstoff umgebaut wird. "Wenn man dann den Tumor unter dem Operationsmikroskop mit einem Blaufilter anschaut, kann man das Tumorgewebe rot leuchten sehen", sagt Herrmans Kollege, Privatdozent Makoto Nakamura.
In Studien des Herstellers hat das Medikament bereits eine gute Wirkung gezeigt. Nach sechs Monaten hatten mit 20,5 Prozent der Operierten doppelt so viele Patienten ohne einen Rückfall überlebt wie mit der normalen Weifllichtmethode (11 Prozent). "Das Problem ist, dass der Krebs immer wiederkommt"; erklärt Herrmann. "Wenn man gar nichts macht, sterben die Patienten bereits nach drei Monaten. Nach einer Operation mit Weißlicht und anschlieflender Bestrahlung und Chemotherapie liegt die Überlebenszeit bisher bei 14,6 Monaten."


Neben der Göttinger Universitätsklinik ist die MHH nach Aussage der Neurochirurgen in Niedersachsen die erste Klinik, die sich mit einem Training bei der Arzneimittelagentur EMEA für die Anwendung des neuen Verfahrens qualifiziert hat. Die MHH-Mediziner hoffen, ihren Patienten dadurch das Leben bei guter Lebensqualität verlängern zu können. "Es gibt zwar einzelne Betroffene, die mit einem Glioblastom Jahre leben", sagt Klinikdirektor Prof. Joachim Krauss. "Aber wir hoffen, dass es jetzt noch mehr werden."


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