
In der Tumorzytogenetik werden Chromosomenaberrationen mit verschiedenen Methoden dargestellt. Der Nachweis von Chromosomenaberrationen hilft bei der Diagnosestellung sowie bei dem frühen Rezidivnachweis und spielt auch als prognostischer Marker und bei der Therapieentscheidung eine große Rolle.
In der klassischen zytogenetischen Analyse wird eine so genannte Fluoreszenz-R-Bandendarstellung der Chromosomen angewandt. Wenn möglich, werden mindestens 25 Metaphasen pro Fall analysiert. Ergänzend zur klassischen zytogenetischen Analyse wird, abhängig von der Diagnose oder aber abhängig von den in der Fluoreszenz-R-Bandendarstellung identifizierten Aberrationen, eine Fluoreszenz-in-situ Hybridisierung (FISH) an Interphasekernen durchgeführt. Gegebenenfalls werden weitere molekularzytogenetische Untersuchungen wie die FISH-Analyse an Metaphasen oder eine 24-Farben-FISH-Analyse eingesetzt.
Möglichst 10- 15 ml heparinisiertes Knochenmarkaspirat
möglichst 10 -15 ml heparinisiertes peripheres Blut
Abnahmeanleitung heparinisiertes Knochenmarkaspirat, steril:
In eine Spritze 1 ml 1000 IE konservierungsmittelfreies Heparin (z.B. Liquemin) aufziehen, dann 5-6 ml Knochenmark (1. oder 2. Portion) in die Spritze aspirieren. Um eine Koagulation zu verhindern, sollte die Spritze sofort einige Male geschwenkt werden. Danach die Spritze beschriften, mit dem dafür vorgesehenem Stopfen verschließen und mit Klebeband gut fixieren! Alternativ kann der Inhalt der Spritze in einen Heparin-Vacutainer (grüne Kappe) überführt werden.
Zusätzlich bitte jeweils eine 7-10 ml Heparin-Monovette und eine EDTA-Monovette venösen Blutes abnehmen und mitschicken. Mit diesem Blut können konstitutionelle von krankheitsbedingten Aberrationen unterschieden werden.
Abnahmeanleitung Lymphknoten / anderes Gewebe, steril:
Lymphknoten, Tonsillen, Milz oder Tumorgewebe im OP steril teilen. Den für die Pathologie bestimmten Teil getrennt verschicken. Den für die Zytogenetik bestimmten Teil des Präparats in ein mit RPMI-Medium oder physiologischer Kochsalz Lösung gefülltes 50 ml Falcon-Röhrchen oder Fläschchen überführen (wenn möglich zusätzlich FCS und Penicillin Streptomycin).
Bitte darauf achten, daß das Präparat vollständig mit Flüssigkeit bedeckt ist.
Auf keinen Fall einfrieren oder in Formalin überführen.
Dr. med. Gudrun Göhring