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Tumorgenetische Beratung

am Institut für Zell- und Molekularpathologie

 Erbliche Krebserkrankungen

 

Krebs ist eine häufige Erkrankung: In unserer Bevölkerung stirbt jeder 4. an Krebs. Jede 10. Frau erkrankt an Brustkrebs und jeder 14. in unserer Bevölkerung erkrankt an Darmkrebs. Die meisten Krebserkrankungen entstehen spontan. 5%-10% der Krebserkrankungen sind erblich. Durch die Identifizierung von "Krebs-Genen" in den letzten Jahren ist es jetzt möglich, durch genetische Untersuchungen noch vor dem Auftreten erster Symptome zu klären, ob ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer bestimmten Krebserkrankung vorliegt.

 

Man sollte an eine erbliche Ursache von Krebserkrankungen denken, wenn

  • dieselbe Krebsart, z.B. Darmkrebs, gehäuft in einer Familie auftritt,
  • seltene Tumoren, z.B. Nebenschilddrüsenkrebs, vorkommen,
  • die Krebserkrankungen relativ früh im Leben auftreten,
  • verschiedene Krebserkrankungen, z.B. Brust- und Eierstockkrebs, bei einer Person vorkommen.

 

Unser Vorgehen richtet sich nach den Konzepten für die interdisziplinäre Beratung und Diagnostik, die im Rahmen der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Verbundprojekte zum erblichen Brust- und Eierstockkrebs sowie zum erblichen Darmkrebs entwickelt wurden.

 

 

 

 

 Was sind die Ziele der tumorgenetischen Beratung?

 

Die tumorgenetische Beratung soll Ihnen helfen zu klären,

  • ob die in Ihrer Familie aufgetretenen Krebserkrankungen eine erbliche Ursache haben,
  • wie hoch Ihr persönliches Risiko ist, an Krebs zu erkranken,
  • welche Früherkennungsuntersuchungen bzw. Nachsorgeprogramme für Sie geeignet sind,
  • ob Ihre Kinder ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken,
  • ob Sie eine Untersuchung sogenannter "Krebsgene" durchführen lassen möchten,
  • wie Sie mithelfen können, die Forschung über die Entstehung erblicher und spontaner Krebserkrankungen zu fördern. 

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 An wen richtet sich das Angebot?

 

Die genetische Beratung "Erbliche Krebserkrankungen" steht allen offen, die befürchten, dass die in ihrer Familie aufgetretenen Krebserkrankungen erblich bedingt sein könnten. Sowohl erkrankte als auch gesunde Familienmitglieder können in die Beratung kommen.

 

Risikofamilien für erblichen Brust- und Eierstockkrebs [Information als pdf-Datei]

  • Mindestens zwei Frauen in der Familie (z.B. Mutter, Schwester, Tochter oder selbst erkrankt) mit Brust- und/oder Eierstockkrebs, wobei mindestens eine Erkrankung vor dem 51. Lebensjahr aufgetreten ist.
  • Mindestens drei an Brustkrebs erkrankte Frauen in der Familie unabhängig vom Alter.
  • Eine an Brustkrebs erkrankte Frau in der Familie, wobei die Erkrankung vor dem 36. Lebensjahr aufgetreten ist.
  • Eine an beidseitigem Brustkrebs erkrankte Frau in der Familie, wobei die Ersterkrankung vor dem 51. Lebensjahr aufgetreten ist.
  • Eine an Brust- und Eierstockkrebs erkrankte Frau in der Familie unabhängig vom Alter.
  • Mindestens zwei an Eierstockkrebs erkrankte Frauen in der Familie.
  • Eine weibliche und ein männlicher Verwandter mit Brustkrebs.

Informationsbogen zur Früherkennung [pdf-Datei]

 

Information zur Selbsthilfegruppe: BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs

 

Risikofamilien für erblichen Darmkrebs [Information als pdf-Datei]

  • Mehrere Familienangehörige sind an Darmkrebs erkrankt.
  • Auftreten von Krebserkrankungen der folgenden Organe innerhalb der Familie: Magen, Gebärmutter, Dünndarm, ableitende Harnwege, Gallengangssystem, Gehirn, Haut.
  • Frühes Erkrankungsalter der Betroffenen (vor dem 50. Lebensjahr).

Weitere Informationen zu diesem Thema unter:

http://www.hnpcc.de/patientenbroschuere.htm 

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 Wie ist das Vorgehen bei der genetischen Beratung?

 

Eine Beratungssitzung dauert in der Regel eine Stunde. Alle Informationen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Zuerst wird ein Stammbaum über mindestens drei Generationen erstellt. Ausgehend von den Informationen Ihres Familienstammbaumes wird Ihr persönliches Risiko für das Auftreten von Krebserkrankungen ermittelt. Wenn ein erhöhtes Risiko vorliegt und ein entsprechendes "Krebs-Gen" bekannt ist, bieten wir Ihnen weiterführende genetische Untersuchungen an. Die Entscheidung, ob eine solche Untersuchung durchgeführt werden soll, liegt grundsätzlich bei Ihnen. Nach Abschluß der Beratung erhalten Sie einen ausführlichen schriftlichen Bericht, der die Inhalte der Beratung noch einmal zusammenfasst.

 

Im Fall von Brust- und Darmkrebs können wir Ihnen eine interdisziplinäre Beratungssprechstunde anbieten. An diesen Beratungen nehmen zusätzlich Ärzte/Ärztinnen aus dem Fach Gynäkologie bzw. Innere Medizin/Chirurgie teil. Sie werden Ihnen individuelle risikoabhängige Krebsfrüherkennungsmaßnahmen bzw. Nachsorgeprogramme empfehlen.

 

Außerdem besteht die Möglichkeit der psychologischen Betreuung bei der Entscheidungsfindung für oder gegen die genetische Diagnostik, bei der Verarbeitung und der Kommunikation der Testergebnisse bzw. Krebserkrankungen innerhalb der Familie.

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 Wir benötigen folgende Informationen von Ihnen:

 

Wenn Sie eine genetische Beratung in Anspruch nehmen wollen, brauchen wir folgende Informationen:

 

Von allen an Krebs erkrankten Familienangehörigen:

  • Geburtsdatum, gegebenenfalls Sterbedatum 
  • genauer Typ der Krebserkrankung (Organ) 
  • das Alter bei Diagnosestellung
  • ggf. Ergebnis einer genetischen Untersuchung

Hinweis zur Einholung von Krankenunterlagen [Information als pdf-Datei]

 

Von gesunden Familienmitgliedern:

  • Alter
  • ggf. Ergebnis einer genetischen Untersuchung.

Fragebogen [pdf-Datei]

 

Sollten Sie aus einer Risikofamilie stammen und eine tumorgenetische Beratung wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf und vereinbaren einen Termin.

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 Ansprechpartner

Anmeldung

Barbara Brückner

Tel.:  0511-532-4529

 

Prof. Dr. med. Brigitte Schlegelberger       

Tel.:  0511-532-4522 

Patricia Steiner

Tel.:  0511-532-4514

Sandra Leutloff

Tel.:  0511-532-4524

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