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Peripartum Kardiomyopathie (PPCM)

 

Die peri- oder postpartale Herzschwäche bei vorher gesunden Frauen ist eine seltene aber schwere Erkrankung des Herzens. Sie tritt ohne Vorwarnung im letzten Schwangerschaftsmonat oder in den ersten Monaten nach der Geburt auf. Binnen weniger Wochen kann diese Erkrankung zum völligen Herzversagen und zum Tode führen.
 

Kriterien, die eine PPCM anzeigen können, sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Atemnot
  • Reizhusten
  • Gewichtszunahme, vor allem durch Wassereinlagerungen (Ödeme) in Armen und Beinen
  • Herzrasen

Obwohl die Kriterien, die eine PPCM anzeigen können, eindeutig definiert sind, wird diese Krankheit häufig nicht erkannt. Einerseits, weil die Symptome von dem allgemein etwas eingeschränkten Wohlbefinden kurz nach der Geburt überdeckt sein können (z.B. Abgeschlagenheit), oder weil sie zum Teil deckungsgleich mit anderen Krankheiten sein können (z.B. Atemnot und Reizhusten, sowie Wasserstauung im Röntgenbild der Lunge werden häufig als bronchiale Infekte (Lungenentzündung) gedeutet).

Bei einem oder mehreren der oben beschriebenen Symptome ist es angezeigt uns zu informieren. Wir werden Sie dann gerne beraten.

 

 

Molekulare Mechanismen

 

Der Auslöser und damit eine mögliche Behandlung und Prophylaxe dieses schwangerschaftbedingten Herzversagens (PPCM) waren bislang unbekannt. Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner und Prof. Dr. Helmut Drexler entdeckten nun, dass ein Spaltprodukt des Stillhormons Prolaktin die mögliche Ursache für die PPCM ist. Prolaktin wird in der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, gebildet und ins Blut abgegeben. Es steuert bei der Frau den Milcheinschuss in die Brust und fördert die Uterusrückbildung nach der Geburt. In seltenen Fällen kommt es zur erhöhten Spaltung des Prolaktins in ein biologisch aktives Spaltprodukt (16 kDa Prolaktin), welches die kleinen Blutgefäße zerstört und die Blutzirkulation so stark schädigt, dass das Herz angegriffen wird. Im Mausmodell genügt die medikamentöse Blockade der Prolaktinfreisetzung um die PPCM zu verhindern. Das Medikament Bromocriptin wird in der Gynäkologie seit langem zum Abstillen eingesetzt.

In bestimmten Bevölkerungsgruppen, z.B. in Südafrika oder Haiti, tritt die PPCM häufig auf. Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner und Professor Helmut Drexler haben nun in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Karen Sliwa von der University of the Witwatersrand, Soweto, Südafrika, bereits erste Erfolge mit der Bromocriptinbehandlung in einer kleinen Patientengruppe zu verzeichnen.
 
Kontakt
PPCMmh-hannover.de


Dr. med. Edith Podewski
Podewski.Edithmh-hannover.de
Tel: 0511-532-2532

 

Prof. Dr. Denise Hilfiker-Kleiner
Hilfiker.Denisemh-hannover.de
Tel: 0511-532-2531

Prof. Dr. Johann Bauersachs
bauersachs.johannmh-hannover.de
Tel: 0511-532-3841
 
Benedikta Ritter (Studienkoordination)
Ritter.Benediktamh-hannover.de

Tel: 0511-532-6054

 

Literatur

Hilfiker-Kleiner D, Sliwa K, Drexler H. Peripartum cardiomyopathy: recent insights in its pathophysiology. Trends Cardiovasc Med 2008; 18:173-179.

 


Hilfiker-Kleiner D, Schieffer E, Podewski E, Meyer GP, Drexler H. Die postpartale Kardiomyopathie. Dtsch Arztebl 2008; 105(44):751-756.
 

Hilfiker-Kleiner et al. 2007: A cathepsin D-cleaved 16 kDa form of prolactin mediates postpartum cardiomyopathy. Cell 128(3):589-600.3

 

Hilfiker-Kleiner et al. 2007: Recovery from postpartum cardiomyopathy in 2 patients by blocking prolactin release with bromocriptine. J Am Coll Cardiol 11;50(24):2354-5.