
Neurologische und neurotraumatologische Läsionen (z.B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Muskelerkrankungen) haben bei entsprechender Schwere häufig lang anhaltende, teilweise auch dauerhafte und schwerwiegende Beeinträchtigungen zur Folge. In der Spezialambulanz für neurologisch-neurotraumatologische Patienten der Klinik für Rehabilitationsmedizin werden eine rehabilitationsmedizinisch-neurologische ärztliche Untersuchung und Beratung sowie ggf. erforderliche ambulante Behandlungen in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Medizinische Trainingstherapie, physikalische Therapie (z.B. Massagen, Wärmeanwendungen) angeboten. Soweit erforderlich werden die Patienten zur weiteren Diagnostik und ggf. Mitbehandlung an die Poliklinik der Neurologischen oder Neurochirurgischen Klinik der MHH oder andere Abteilungen verwiesen und von diesen mitbetreut.
Grundsätzliches Prinzip der Rehabilitationsmaßnahmen ist es, bei Beginn durch Eingangsuntersuchungen und Testungen der Art und Schwere der Beeinträchtigung zu bestimmen und danach das Verbesserungspotential in berufs- bzw. alltagsrelevanten Bereichen zu ermitteln. Hierzu können unter Umständen probatorische Behandlungen in der Poliklinik erforderlich sein, um eine verlässliche Beurteilung abzugeben. Die Patienten können bei Bedarf danach in der Poliklinik weiterbehandelt werden oder zur Weiterbehandlung an auswärtige Therapeuten verwiesen werden.
Jede Rehabilitationsmaßnahme kann bei Akutereignissen (z.B. nach Schlaganfall) einer von zwei unterschiedlichen Phasen zugeordnet werden: 1. Der frühen Phase mit vorhersehbarer weiterer Rückläufigkeit der Beeinträchtigungen; 2. der anschließenden Phase der Stabilisierung des Befundes, in der keine oder keine wesentliche weitere Verbesserung mehr zu erwarten ist. Während in der frühen Phase abhängig von den Beeinträchtigungen mit relativ hoher Intensität behandelt wird, kann in der Phase der Stabilisierung diese Intensität in der Regel deutlich reduziert werden, ggf. kann die Therapie unter ärztlicher Kontrolle auch ganz abgesetzt oder befristet unterbrochen werden.
Behandelt wird in der Ambulanz unter Einbeziehung der klassischen Verfahren (z.B. Bobath, Perfetti, PNF) nach den modernen Prinzipien des aufgabenorientierten motorischen Lernens, bei denen die möglichst intensive Einübung beeinträchtigter alltagsrelevanter Funktionen im Vordergrund steht. Soweit möglich wird dem Patienten parallel ein spezielles Selbstübungsprogramm vermittelt.
Zu den besonderen Angeboten der Poliklinik gehören: