
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Prof. Dr. P. Hillemanns
Prof. Dr. T.-W. Park-Simon
Dr. U. Hille-Betz
Klinik für Strahlentherapie und spezielle Onkologie
Prof. Dr. M. Bremer
Auf dieser Seite möchten wir Sie auf eine Erweiterung unseres Behandlungsspektrums beim frühen Mammakarzinom aufmerksam machen und Sie über das Therapiekonzept der intraoperativen Strahlentherapie (IORT) und mögliche Vor- und Nachteile informieren. Seit kurzem bieten wir in einem Gemeinschaftsprojekt der Kliniken für Frauenheilkunde und Klinik für Strahlentherapie die IORT des brusterhaltend operierten frühen Mammakarzinoms mit niedriger Energie (50 kV Röntgenstrahlung, INTRABEAM®, Fa. Zeiss) an. Diese innovative fokussierte Bestrahlungstechnik wird weltweit erst seit wenigen Jahren eingesetzt und steht nun auch in der Medizinischen Hochschule Hannover zur Verfügung.
Sprechstunden
IORT-Flyer (pdf-Datei)
Podcast | MP3
Pressestimmen
Indikation
IORT als Boostbestrahlung
Bei der Boostbestrahlung handelt es sich methodenunabhängig um ein Standardtherapieverfahren der Regelversorgung, welches auch die IORT einschließt. Geeignet ist jede Patientin, die nach den aktuellen Leitlinien von einem Dosisboost profitiert (insbesondere Alter < 60 Jahre), wenn Tumorgröße und anatomische Lage die Voraussetzungen für eine IORT erfüllen.
IORT als alleinige Teilbrustbestrahlung
Die alleinige Teilbrustbestrahlung in der Primärtherapie des Mammakarzinoms ist derzeit noch als experimentell einzustufen und darf ausschließlich im Rahmen von Studien eingesetzt werden. Eine randomisierte Studie zur alleinigen IORT des primären und frühen Mammakarzinoms mittels INTRABEAM® ist die internationale TARGIT-Studie (Targeted Intraoperative Radiation Therapy).
Auch die MHH nimmt an dieser Studie teil.
Der Tumor
...ist entfernt
Gesetzter Applikator
Verheilte Brust
Vorteile der IORT:
Timing:
Frühest möglicher Einsatz der Bestrahlung zur Sterilisierung des Tumorbetts vor Wiedereinsetzen eines neuen Tumorzellwachstums (Repopulierung). Die perkutane Ganzbrustbestrahlung erfolgt im Anschluss an die Chemotherapie (soweit indiziert), bzw. frühestens 5-6 Wochen nach der IORT.
Hohe biologische Wirksamkeit durch hohe Einzeldosis. Diese wird erst durch die präzise Fokussierung der intraoperativen Bestrahlung möglich.
Kein „geographic miss“:
das Zielvolumen kann sicher definiert und damit minimiert werden. Der steile Dosisabfall zur Peripherie des Applikators gewährleistet eine geringe Dosisbelastung im umgebenden Gewebe, insbesondere in Lunge, Herz und Gegenbrust.
Möglichkeit der Re-Bestrahlung mit Brusterhalt bei Lokalrezidiv bzw. Zweittumor nach Vorbestrahlung.
Eine weitere mögliche Indikation stellt eine individuell gesteigerte Strahlenempfindlichkeit dar (z.B. bestimmte Kollagenosen).
Nachteile der IORT:
Verlängerung der Operationszeit durch die IORT je nach Größe des verwendeten Rundapplikators um 45-60 Minuten.
Die IORT erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der mikroskopische Resektionsrand noch nicht definitiv beurteilt ist. In der MHH wird jeder Tumor im Schnellschnitt untersucht. Erst bei ausreichenden Resektionsrändern erfolgt die IORT. Für den Fall, dass bei der endgültigen histologischen Aufarbeitung dennoch eine inkomplette (R1-) Resektion festgestellt wird, muss eine Nachresektion postoperativ (Zweiteingriff) erfolgen. Dies ist jedoch bei einem erfahrenen Team nur selten (ca. 3%) erforderlich. Über erhöhte Raten an Wundheilungsstörungen wird hierbei nicht berichtet.
Gerne informieren wir Sie über das Behandlungskonzept im Rahmen unserer
in der Frauenklinik der Med. Hochschule Hannover, Gynäkologische Onkologie (Prof. Park-Simon/Prof. Bremer)
oder in der regulären
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Danksagung
Das Intrabeam® an der MHH wurde im Rahmen des Programms "Großgeräte der Länder" (GG: INST192/338-1 LAGG) von der Deutschen Forschungsgemeinschafft bewilligt.
Die qualitätsgesicherte Etablierung der intraooperativen Strahlentherapie wird unterstützt von der Claudia von Schilling Stiftung (Claudia von Schilling Foundation For Breast Cancer Research, Germany)
September 2010 | Ü40 - Ausgabe 3 | Hannover & Region Strahlenkugel gegen Krebs - MHH verkürzt Brustkrebsbehandlung mit intraoperativer Strahlentherapie |
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22.06.2010 | HAZ - Hannoversche Allgemeine Zeitung Eine Kugel gegen den Krebs - MHH setzt landesweit erstmals Brustkrebstherapie ein, bei der während der OP bestrahlt wird. |
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22.06.2010 | Neue Presse Neue Strahlentherapie bei Brustkrebs - MHH setzt IORT-Verfahren ein: Kürzere Behandlungsdauer, geringere Rückfallqoute |
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