
Forschungsprofil
Im Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie werden zur exakteren Beurteilung zerebraler Pathologien quantitative MR-Methoden entwickelt und evaluiert, die physikalische Messparameter unter standardisierten Bedingungen erfassen und damit eine exaktere Beurteilung insbesondere bei Verlaufsuntersuchungen ermöglichen. Diese neuen MR-Messverfahren wurden bereits auf einem präklinischen 7T-MR-Tomographen implementiert und getestet. Zudem wurden sie bei größeren Kollektiven von Normalpersonen eingesetzt. Es gelingt jetzt zuverlässig, auch geringe Abweichungen von einer normalen Hirnentwicklung zu messen. Zudem ist es u. a. möglich, bei Kindern mit angeborenen Stoffwechselstörungen rechtzeitig festzulegen, ob eine für das Kind risikoreiche und sehr kostspielige Knochenmarktransplantation erforderlich ist. Im Verlauf ist der Erfolg oder Misserfolg der Therapie unter Einsatz weiterer quantitativer Messungen zu fassen. Außerdem konnte in Einzelfällen bei nur geringen Hirnveränderungen erfolgreich auf unnötige Knochenmarktransplantationen verzichtet werden.
Besonders gefördert wird die Entwicklung der bisher überwiegend in der Grundlagenforschung eingesetzten funktionellen MR-Bildgebung (fMRT). Es wurde nicht nur in die dafür erforderliche MR-Spezialausstattung (u. a. Eyetracker und Postprocessing-Software) investiert, sondern auch in gemeinsamer Initiative mit der Klinik für Neurologie eine fMRT-Arbeitsgruppe unter dem Namen „NICA-Hannover“ gegründet. Dabei steht NICA für „NeuroImaging and Clincal Applications“. Im Rahmen interdisziplinärer Kooperationsprojekte z.B. mit der Klinik für Neurologie, der Psychosoma-tik und der Kinderklinik wird dieses Verfahren für die Beurteilung von Funktionseinschränkungen bei zerebralen Erkrankungen eingesetzt.
Zudem werden im Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie neben den bereits für die Detektion von metabolischen Veränderungen bei zerebralen Pathologien akzeptierten spektroskopischen Verfahren MR-Prototypsequenzen für die Analyse mikrostruk-tureller Veränderungen, z.B. zur Erfassung der sog. Diffusions- Kurtosis, eingesetzt. In einer aktuellen Publikation von Raab und Mitarbeitern in Radiology (2010) konnte gezeigt werden, dass diese neue Technologie für die Graduierung von Gliomen in vivo wesentliche Informationen liefern kann. Ein weiteres Projekt wird im Rahmen des IFB-Tx (BMBF) realisiert und befasst sich mit mikrostrukturellen und metabolischen Hirnveränderungen bei Patienten mit Lebererkrankungen. Detailliertere Informationen sind der nachfolgenden Projektbeschreibung von Herrn Dr. med. Raab zu entnehmen.

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