
Endometriose, eine von den weiblichen Sexualhormonen abhängige Erkrankung, von der zehn bis fünfzehn Prozent der Frauen in der fortpflanzungsfähigen Lebensphase betroffen sind und somit eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen darstellt.
Trotz eindeutiger Symptome wird Endometriose häufig erst viele Jahre, in Deutschland durchschnittlich 6 Jahre, nach Auftreten der ersten Beschwerden und dann meist erst im Rahmen der Abklärung von Fertilitätsstörungen diagnostiziert. Möglicherweise sind die fehlenden Informationen über die Erkrankung in der Bevölkerung ein wichtiger Grund für diese Verzögerung.
Typische, meist aber verkannte endometriose-bedingte Schmerzen stehen im Vordergrund: Dysmenorrhoe ("Regelschmerz"), zyklische, später chronische Unterbauchschmerzen, meist positionsabhängige Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Beschwerden bei Stuhlgang oder Wasserlassen, sowie Blutungsstörungen. Eine Umfrage an mehr als 3.000 betroffenen Frauen hat ergeben, dass diese sich in fast 2/3 der Fälle durch die Endometriose in ihrer körperlichen Aktivität, in mehr als 50% in der beruflichen Aktivität und in ca. 40% in ihrer sexuellen Aktivität stark beeinträchtigt fühlen.
Dieser Info-Abend soll beitragen, dass diese Frauen sich ihrer Situation früher bewusst werden können; sich selbst, ihre Umgebung und auch ihre medizinische Betreuung mehr für dieses Leiden sensibilisieren. Denn je später diese Erkrankung erst erkannt und behandelt wird, desto ausgeprägter ist sie, desto aufwändiger wird dann die Behandlung sein. Die Therapieansätze sind begrenzt und gehen häufig mit belastenden Nebenwirkungen einher. Da Heilung im klassischen Sinne in vielen Fällen nicht zu erzielen sein wird, kann das Ziel nur darin gesehen werden, für die Patientin im aktuellen Lebensabschnitt ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität mit wenig Belastung zu erreichen.
Veranstaltungsort:
Hörsaal R in Gebäude J6 an der Medizinischen Hochschule Hannover
Beginn: 18:00 bis gegen 20:00 Uhr
Referenten:
Dr. Klaus Bühler (Vorstand Stiftung Endometriose – Forschung Deutschland):
" Frühzeitig an Endometriose denken, erkennen und behandeln!"
Dr. Iris Brandes (wissenschaftliche Mitarbeiterin MHH, Vorsitzende Endometriose - Selbsthilfegruppe Hannover):
"Endometriose und Lebensqualität betroffener Frauen"
Dr.- Christine Niehues (Gynäkologische Rehabilitation MEDIAN Kliniken am Burggraben, Bad Salzuflen):
"Reha - Maßnahmen bei ausgedehntem Endometriose - Befund"
Danach können die Referenten direkt angesprochen werden. Im Foyer des Instituts besteht die Möglichkeit, sich mit anderen betroffenen Frauen austauschen. Das Ende der Veranstaltung wird gegen 20:00 Uhr sein.
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Für 2011 sind weitere Seminarreihen für Frauen mit Endometriose in Hannover und evt. andere Standorte geplant. Die Seminarre werden jeweils an einem Wochenende (Beginn Freitag Mittag, Ende Samstag Abend) angeboten. Die Termine sind noch nicht festgelegt, werden aber rechtzeitig an dieser Stelle bekannt gegeben.
Anmeldungen können bereits entgegengenommen werden. Bitte verwenden Sie hierfür unser Kontaktformular. Da die Termine noch nicht feststehen, werden diese vor Beginn der Seminarreihe den Teilnehmerinnen bekannt gegeben.
Seit Mai 2009 trifft sich die Selbsthilfegruppe Region Hannover im KIBIS in der Gartenstraße 18. Weitere Informationen erhalten Sie bei Frau Silke Hentschel unter silke
familie-hentschel.com. Anmeldungen werden ebenfalls vom KIBIS entgegengenommen unter Tel. 0511-666567.
Die ersten Studienergebnisse liegen nun vor. Weitere folgen in den kommenden Monaten, welche ebenfalls hier zu lesen sein werden.
Abstracts zu
"Methodik und Inhalte eines ambulanten Schulungsprogramms am Beispiel Endometriose"
"Teilnehmerinnen eines ambulanten Schulungsprogramms für Frauen mit Endometriose"