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Skelettdiagnostik

 


Indikationen:

  • Nachweis oder Ausschluss von Knochenmetastasen
  • Nachweis oder Ausschluss von Entzündungen (Osteomyelitis, rheumatische Erkrankungen)
  • In speziellen Fällen Nachweis von Frakturen
  • Nachweis oder Ausschluss von Endoprothesenlockerung

Radioaktives Arzneimittel:


Zum Einsatz kommen unterschiedliche Derivate von Diphosphonaten, die mit Tc-99m markiert sind, oder Fluor-18 in Form von Fluorid. Die Tc-99m markierten Verbindungen sind handelsübliche Radiopharmaka, während F-18-Fluorid mit dem klinikeigenen Zyklotron hergestellt wird. Die Radiopharmaka haben keine Wirkung auf den Organismus, sondern dienen ausschließlich der diagnostischen Information.


Vorbereitung und Durchführung:


Besondere Vorbereitungen sind nicht erforderlich. Nach intravenöser Injektion des Radiopharmakons werden Aufnahmen mit der Gammakamera nach einem Zeitabstand von ca. 2 Stunden angefertigt. Im Falle der Applikation von F-18-Fluorid werden die Aufnahmen mit einem Positronen-Tomographen angefertigt. Es wird empfohlen, in der Zwischenzeit reichlich zu trinken, so dass die nicht an das Skelettsystem gebundene Aktivität möglichst rasch und vollständig ausgeschieden wird. Je nach Fragestellung werden außerdem frühe Aufnahmen, wenige Minuten nach der Injektion, angefertigt. Außerdem empfiehlt sich bei einigen Fragestellungen, die Spätaufnahmen in tomographischer Technik (Schnittbilder) anzufertigen (SPECT).


Diagnostische Informationen:

 
In den ersten 3,5 Minuten nach der Injektion befindet sich der überwiegende Anteil des Radiopharmakons noch innerhalb des Gefäßsystems. Aufnahmen innerhalb dieses Zeitintervalls geben somit Auskunft über die Vaskularisierung von Organen, Skelettabschnitten und Gelenken. Im Zeitintervall zwischen 3,5 und 27 Minuten befindet sich der überwiegende Anteil der Aktivität im extravasalen Raum, wobei die Verteilung zunehmend von der Bindung am Knochen bestimmt wird. In der Spätphase wird die Aktivitätsverteilung wesentlich vom Ausmaß des Knochenstoffwechsels (Regeneration der Knochengrundsubstanz) bestimmt. Bei einigen Krankheitsbildern ist die Skelettanreicherung auch von der Durchblutung abhängig, weshalb der Vergleich von Früh- und Spätaufnahmen sinnvoll sein kann. Starke lokale Anreicherungen in den Spätaufnahmen finden sich bei Skelettmetastasen, bei Zustand nach Fraktur, bei Osteomyelitis und bei starker mechanischer Beanspruchung (z.B. Prothesenlockerung). Degenerative Veränderungen z.B. an Gelenken führen in der Regel zu einer mäßigen Steigerung der Anreicherung. Eine Steigerung des gesamten Knochenstoffwechsels und damit eine Steigerung der Anreicherung im Skelett insgesamt werden  bei ausgedehnter Metastasierung und bei bestimmten Stoffwechselstörungen (z.B. Hyperparathyreoidismus) beobachtet.


Strahlungsdosimetrie:


Die effektive Dosis bei der Durchführung einer Skelettuntersuchung bei einem normal gewichtigen Erwachsenen liegt bei ca. 5 mSv. Dabei ist unerheblich, ob die Untersuchung als Ein-, Zwei- oder Drei-Phasen-Szintigraphie durchgeführt wird. Die Strahlenexposition liegt in der gleichen Größenordnung der natürlichen Exposition im Lauf eines Jahres und ist vergleichbar mit der Strahlendosis bei der Durchführung von Röntgenaufnahmen des Skeletts.


Vorteile der Skelettszintigraphie:


Die Erkennung krankhafter Veränderungen ist unabhängig vom Ausmaß der Knochenstrukturveränderungen. Die Szintigraphie stellt die Umbauprozesse dar, die den Strukturveränderungen immer vorausgehen. Daraus resultiert eine sehr hohe Nachweisgenauigkeit z.B. in Frühstadien von Knochenmetastasen.

 

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