SitemapImpressumdeutschenglish
MHH Logo

Patientenpriorität


Die deutliche Zunahme chronischer Erkrankungen bei älteren Menschen führt zu einer verstärkten Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsleistungen, ohne dass dafür mehr Mittel zur Verfügung stehen. Auf Bevölkerungsebene sind daher Behandlungsprioritäten in den gesundheitspolitischen Fokus geraten. Sie beschäfti­gen sich mit dem Wert bestimmter Erkrankungen und deren Behandlung, etwa welche medizinischen Leistungen kassenfinanziert sind oder einer Zuzahlung unterliegen. Dagegen haben Patientenpriorisierungen bisher kaum Beachtung gefunden. Sie lassen sich nicht grundsätzlich sondern immer nur für den individuellen Patienten bestimmen, weil es um den internen Aufbau eines Stufenschemas von Vorrangigkeit geht. Eine derartige Priorisierung macht gerade in der Individual­behandlung multipel chronisch kranker Patienten Sinn, da die Behandlungen aller Einzelerkrankungen hier oft sogar schädlich wäre. Es gilt vielmehr, sich auf das Wesentliche beschränken.

An der Studie beteiligen sich 12 Hausärzte mit insgesamt 120 Patienten im Alter von 70 Jahren und darüber. Mittels des STEP-Assessments werden relevante Gesundheitsbeschwerden und Erkrankungen alter Menschen erhoben und hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit sowohl vom Arzt, als auch vom Patienten unabhängig beurteilt. Ein Vergleich der arzt- und patientenseitig eingeschätzten Prioritäten erlaubt Rückschlüsse über den Übereinstimmungsgrad in der Wahrnehmung von Gesundheits- und Behandlungsprioritäten. Zusätzlich werden Faktoren bestimmt, die zu einer Präferenz führen können, wie etwa Schwere der Erkrankung, Auswirkung auf Alltagsaktivitäten oder Prognose.