SitemapImpressumdeutschenglish
MHH Logo

Sonographie

Ultraschall-Diagnostik

 

In der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der MHH wird das gesamte Spektrum der Ultraschall-Diagnostik angeboten.

Physikalisches Prinzip und Ablauf der Untersuchung
Verschiedene Schallköpfe: Curved Array
Linarer Array

 

Die Ausbreitung von (Ultra-)Schallwellen im Gewebe ist im Vergleich zu elektromagnetischen Wellen vergleichsweise niedrig und abhängig von der Gewebedichte (ca. 330-3500 m/s). An Grenzflächen von verschiedenen Geweben werden diese Wellen teilweise oder komplett reflektiert. Durch elektronische Messtechnik kann nach Aussendung von Ultraschallwellen durch sog. Wandlerlemente eines Schallkopfes im Impuls-Echo-Verfahren die Dauer bis zum Eintreffen der von einer Grenzfläche reflektierten Echos gemessen werden. Durch eine komplexe Verrechnung der unterschiedlichen Reflexionen und Echolaufzeiten wird ein zweidimensionales Schwarz-Weiß-Bild („brightness.mode“, „B-Bild“) in Echtzeit erstellt, wobei starke Reflexionen heller, schwache Reflexionen dunkler abgebildet werden.

Je kurzwelliger die eingeschallten Wellen sind, desto höher ist die Bild-Auflösung aber auch desto geringer ist die Eindringtiefe in den Körper. Ein typischer Kompromiss aus diesem Dilemma liegt bei Wellenlängen zwischen 1-1o MHz. Aus Wellen, die der Tonübertragung dienen, lassen sich also sichtbare Bilder erzeugen.

Ein weiterer diagnostisch genutzter Effekt bei der Ausbreitung von Wellen ist der sog. Doppler-Effekt. Ändert sich der Abstand von Schallsender und Reflektor so ändert sich die Frequenz der empfangenen Schallwellen. Diese Frequenzverschiebung (der Doppler-Effekt) wird in der Ultraschall-Diagnostik vor allem zur Bestimmung von Blutströmen verwendet. Der Doppler-Effekt kann als Farbbild („Farbkodierte Doppler-Sonographie“, FKDS) zusammen mit dem B-Bild („Duplex-Verfahren“) oder als Flusskurve dargestellt werden. Moderne Schallköpfe („Scanner“) erzeugen mehr als 20 Bilder pro Sekunde (Echtzeit-Verfahren). Typische Schallköpfe sind sog. Linearscanner (lineare Anordnung der Wandlerelemente mit geometriegetreuer Abbildung v.a. im Nahbereich) und sog. Konvexscanner (rundliche Anordnung der Wandlerelemente zur großflächigen Bilddarstellung bei geringer Auflagefläche z.B. in der Abdomendiagnostik).

 

nach oben

Indikationen / Untersuchungsspektrum
Sonographie des Abdomens (Bauchraum)
Sonographie des Halses

 

Der Ultraschall ist eine ideale Screening-Methode für oberflächennahe Organe und Blutgefässe. Er ist ohne großen Aufwand und ohne größere Belastung für den Patienten durchführbar und kann beliebig oft wiederholt werden. Das Verfahren ist gebunden an die Darstellung überwiegend weichteil-äquivalenter parenchymatöser Organe. Gashaltige oder knöcherne Organe sind sonographisch nur an deren Oberflächen darstellbar, da die Schallwellen komplett reflektiert werden. Verkalkungen sind sehr gut nachweisbar, führen aber ebenfalls zu einer Totalreflexion, sodass dahinterliegende Strukturen nicht eingesehen werden können.

Die Abdomen-Sonographie stellt parenchymatöse Organe wie Leber, Nieren, Milz, Bauspeicheldrüse, Gefässe, Lymphknoten, Harnblase dar. Unklare Befunde werden u.a. mit weiterführender Schnittbild-Diagnostik (Computer-Tomographie, Magnetresonanz-Tomographie) der weiteren Klärung zugeführt.

Die typischen Lymphknoten-Stationen wie Hals, Achselhöhlen und Leisten sind dem Ultraschall gut zugänglich. Auch die Schilddrüse kann aufgrund ihrer oberflächennahen Lage mit hochauflösenden Schallköpfen hervorragend dargestellt werden. Arterielle und venoese Blutgefässe können mit B-Bild und Farbdoppler hinsichtlich Wandbeschaffenheit und Flusseigenschaften untersucht werden.

In der Kinderheilkunde (Pädiatrie) ist die Sonographie ebenfalls in vielen Fällen die ideale Untersuchungsmethode, da aufgrund der geringen Organgrößen und Distanzen hochauflösende Schallköpfe eingesetzt werden können und die Darstellung in Echtzeit-Technik auch bei eingeschränkter Mitarbeit der kleinen Patienten Aussagen ermöglicht ohne dass, wie bei anderen Verfahren, Narkosen erforderlich werden.

Der intravasale Ultraschall (IVUS) ist ein Spezialverfahren in der Angiographie. Über arteriell eingeführte Katheter mit Miniaturschallköpfen kann die Wandbeschaffenheit großer und mittlerer Gefässe aus kürzester Entfernung beurteilt werden.

 

Vorbereitung und Untersuchungsablauf

 

Eine besondere Vorbereitung für die Ultraschall-Untersuchung ist in der Regel nicht erforderlich.

Für ein bestmögliches Ergebnis sollten Untersuchungen des Bauchraumes (Abdomen-Sonographie) am nüchternen Patienten erfolgen, da Luft und lufthaltige Speisen im Magen-Darm-Trakt zu ausgeprägten Bildartefakten führen.

Zur luftfreien Ankoppelung des Schallkopfes wird auf die Haut sog. Ultraschall-Gel aufgetragen. Alternativ können z. B. auch Alkohol oder Kochsalz-Lösung verwendet werden. Typischerweise werden bei Routine-Untersuchungen die Organe in einem Schema nacheinander untersucht. Sie werden durch Kippbewegungen des auf die Haut aufgesetzten Schallkopfes fächerförmig in mindestens zwei Ebenen dargestellt und die resultierenden Bilder in Standardprojektionen gespeichert.

 

nach oben

Häufig gestellte Fragen

 

 

Gibt es Organe, die mit dem Ultraschall nicht untersucht werden können?

Lufthaltige Organe wie der Magen-Darmtrakt oder die Lungen sind dem Ultraschall nur teilweise zugänglich. Knöcherne Strukturen führen zu einer vollständigen Reflexion der Schallwellen, dahinterliegende Organe sind somit nicht darstellbar. In diesen Fällen werden andere diagnostische Verfahren (z.B. Schnittbildgebung, Angiographie, Endoskopie) eingesetzt.

 

Ist Ultraschall schädlich für den Körper?

Eine Strahlenbelastung wie bei der Röntgendiagnostik tritt bei der Ultraschalluntersuchung nicht auf. Eine schädigende Wirkung auf das Gewebe ist nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.

 

Ist die ultraschallgesteuerte Biopsie sehr schmerzhaft?

Die Biopsien werden in örtlicher Betäubung durchgeführt und sind, ähnlich wie beim Zahnarzt, in aller Regel allenfalls mit geringen Schmerzen verbunden.

 

Kontraindikationen (wann kann nicht minimal-invasiv biopsiert werden?)

Bei schweren Störungen der Blutgerinnung muss in manchen Fällen auf die Biopsie verzichtet werden. Weiterhin gibt es Lokalisationen, die der Biopsie durch die Haut nur unter großem Risiko zugänglich sind. In diesen Fällen kann eine operative Gewebeentnahme erforderlich werden.

nach oben

Medizinische Hochschule Hannover

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie 

Carl-Neuberg Str. 1 

30625 Hannover