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Angiographie und Interventionelle Radiologie

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

ich begrüße Sie ganz herzlich auf den Seiten der Abteilung "Interventionelle Radiologie" des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.

Auf unseren Internetseiten haben wir häufige und typische diagnostische und therapeutische Prozeduren unseres Institutes dargestellt. Diese sollen Ihnen einen Eindruck über die Möglichkeiten der minimal-invasiven Interventionellen Radiologie geben.

Ob eines der aufgeführten Verfahren bei Ihnen durchgeführt werden kann und sollte, muss im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung und Beratung erörtert werden. Auch lassen sich nicht alle durchführbaren diagnostischen Pozeduren und therapeutischen Ansätze hier umfassend darstellen;  gerne stehen wir Ihnen daher bei speziellen Anforderungen persönlich zur Verfügung.


Herzliche Grüße 

PD Dr. med. Bernhard C. Meyer 

Oberarzt der Interventionellen Radiologie

Kontakt:

 

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

- Interventionelle Radiologie -

Sekretariat: Frau D. König

Telefon +49 (511) 532 5093

Fax +49 (511) 532 9421

e-mail  radiologie.intervention@mh-hannover.de

Diagnostische Verfahren

 

In der Abteilung für Interventionelle und Diagnostische Radiologie werden sämtliche Verfahren zur Gefäßdarstellung angeboten. In Zusammenschau der Krankengeschichte und individueller Faktoren kann daher das jeweils geeignetste Verfahren zur Bildgebung gewählt werden:

Bei der Arteriendarstellung kann diese z. B. mittels modernster computertomographischer Angiographie (CTA) oder mittels magnetresonanztomographischer Angiographie  (MRA) erfolgen. Die Befundauswertung erfolgt  hier durch die interventionsradiologische Abteilung unter besonderen interventionsradiologischen Gesichtspunkten im Hinblick auf mögliche Therapieoptionen. Minimal-invasive Katheterangiographien werden ebenfalls von allen Gefäßgebieten durchgeführt, gegebenenfalls in einer Sitzung mit der Therapie.

Sofern es eine schwere Einschränkung der Nierenfunktion erforderlich macht, können wir die Angiographie auch als CO2-Angiographie durchführen.

Therapeutische Verfahren

 

Im Folgenden möchten wir kurz häufige Eingriffe der Abteilung für Interventionelle Radiologie darstellen. Darüberhinaus führen wir nahezu alle interventionell-radiologischen Eingriffe durch. Gerne können Sie sich telefonisch bei uns über den erweiterten Leistungsumfang der Abteilung im konkreten Fall erkundigen.

Die interventionsradiologischen Verfahren werden  minimal-invasiv durchgeführt, d. h. der Zugang in den Patienten erfolgt je nach Befund über eine in örtlicher Betäubung durchgeführte Punktion einer Vene oder Schlagader (Arterie). Um an den "Ort des Geschehens" zu gelangen, werden Katheter (wenige mm durchmessende Schläuche) durch das Gefäßsystem des menschlichen Körpers vorgeführt. Die dargestellten Verfahren zeichnen sich dadurch aus, dass sie für den Patienten nahezu schmerzfrei ablaufen und nur mit einer minimalen "Verletzung" - einem kleinen Einstich auskommen.

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Eingriffe an den Arterien (Schlagadern)

 

Wiedereröffnung von chronisch eingeengten oder verschlossenen Arterien der Becken- und  Beinarterien

Einengungen oder Verschlüsse der Becken- oder Beinschlagadern können zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen: Je nach Lokalisation können diese mit einem Taubheitsgefühl oder Schmerzen beim Laufen oder in Ruhe einhergehen. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kommt es zu kritischen Durchblutungsstörungen der Zehen oder des Unterschenkels, die zu Wundheilungsstörungen oder gar zum Absterben von Zehen oder des Unterschenkels führen können. 

Eine Großzahl dieser Einengungen oder Verschlüsse lassen sich minimal-invasiv wiedereröffnen. Hierzu werden in der Abteilung alle etablierten Verfahren, wie die Ballonangioplastie (Aufdehnung der Einengung mit einem Ballon) oder das Stenting (Aufdehnung des Befundes mit einer aus einem Metallnetz bestehenden Gefäßstütze) eingesetzt. Je nachdem wo sich der Befund befindet und wie er sich darstellt werden individuell abgestimmte Materialien eingesetzt. So kommen z. B. spezielle medikamentenbeschichtete Ballons und Stents zum Einsatz, wenn indiziert. 

Wiedereröffnung von akuten Verschlüssen der Arterien der Becken- und  Beinarterien

Kommt es zu einem akut eintretendem Verschluss der Becken- und Beinarterien wird eine schnelle Wiedereröffnung angestrebt. Hierzu halten wir zahlreiche minimal-invasive Verfahren bereit, die eine schnelle Auflösung (z. B. mittels  Einspritzen eines blutgerinnselauflösenden Medikamentes in den Verschluss über einen Katheter), Absaugung (Heraussaugen des Gerinnsels über einen Katheter) oder Zertrümmerung (Fragmentierung mittels Spezialkatheter) des Blutgerinnsels ermöglichen.

Wiedereröffnung von eingeengten oder verschlossenen Eingeweidearterien

Einengungen oder Verschlüsse der Eingeweidearterien können zu Darmdurchblutungsstörungen führen, die typischerweise mit Schmerzen nach der Nahrungsaufnahme verbunden sind. Eine Großzahl dieser Verschlüsse oder Einengungen lassen sich mit gutem Erfolg minimal-invasiv wiedereröffnen.

 

Wiedereröffnung von eingeengten oder verschlossenen Nierenarterien

Einengungen der Nierenarterien können mit einer Einschränkung der Nierenfunktion einhergehen, die zu einem Verlust der Nierenfunktion und zur Notwendigeit einer lebenslangen Blutwäsche (Dialyse) führen können. Nierenarterieneinengungen oder -verschlüsse können in den meisten Fällen - wenn rechtzeitig  erkannt - minimal-invasiv behandelt werden.

Bei Nierenarterieneinengungen arbeiten wir in enger Kooperation mit der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen zusammen.

Wiedereröffnung von sonstigen chronisch eingeengten oder verschlossenen Arterien

Neben den oben beschriebenen häufigeren Befundlokalisationen gibt es weitere Gefäßterritorien, in denen Gefäßeinengungen auftreten können, z. B. im Bereich der armversorgenden Arterien. Auch hier bieten wir analoge minimal-invasive Therapieverfahren (Ballonangioplastie, Stenting) an.

Behandlung von Aussackungen (Aneurysmen) der Arterien

Aus unterschiedlichsten Gründen kann es zu krankhaften Aufweitungen von Arterien, zu sog.  Aneurysmen kommen. Je nach Lage lassen sich diese häufig minimal-invasiv behandeln. Nach einer ausführlichen diagnostischen Aufarbeitung des Befundes können begleitende ursächliche Gefäßveränderungen, wie z. B. Einengungen oder Verschlüsse aufgedeckt und behandelt und das Aneurysma ausgeschaltet werden.

Behandlung von Leckagen(Endoleaks)

Die Mehrzahl der Bauchaortenaneurysmen ( krankhafte Aussackung der Bauchschlagader) werden mittlerweile minimal-invasiv mit sogenannten endovasulären Stentgrafts (Rohrprothesen, die von innen über das Gefäßsystem in die Aussackung eingebracht werden) versorgt. Bei dieser Therapie wird die Aussackung vom Blutkreislauf abgeschnitten, wodurch das im Aneurysma verbliebene Blut gerinnt,   das Rupturrisiko(Gefahr des Platzens der Aussackung) drastisch sinkt und das Aneurysma schrumpft. Sollte bei einer solchen Therapie das Aneurysma nicht vollständig ausgeschaltet werden, weil z. B. kleinere Blutgefäße weiterhin die Aussackung füllen, so bleibt die erwünschte Thrombosierung (Gerinnen des verbliebenen Blutes) aus.

Ob eine solche Therapie medizinisch erforderlich ist, muss individuell beurteilt werden.

 

Verschluss von arteriellen Blutungen (Coil- oder Partikelembolisation)

Aus unterschiedlichsten Gründen kann es zu Blutungen aus organversorgenden Arterien (Schlagadern) innerhalb oder außerhalb eines Organs kommen. Häufig können solche Blutungen minimal-invasiv durch Einbringen von Coils (kleine Metallspiralen) oder Partikeln (Kunststoffkügelchen) verschlossen werden, ohne die Durchblutung des übrigen Organs zu beeinträchtigen.

 

Verödung von Uterusmyomen (gutartige Knoten der Gebärmutter)

Uterusmyome können durch untypische Regelblutungen oder Unterleibsschmerzen in Erscheinung treten. Neben der operativen Entfernung der Gebärmutter besteht bei einem Großteil der Patientinnen die Option diese minimal-invasiv zu veröden. Hierzu wird die das Myom versorgende Schlagader aufgesucht. Anschließend werden Partikel eingespritzt, die zu einem Absterben und Vernarben des Myoms führen.


 

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Eingriffe an den Venen

 

Wiedereröffnung von eingeengten oder verschlossenen Venen (Venenstenosen und-thrombosen)

Einengungen oder Verschlüsse von Venen können zu einer schmerzhaften Schwellung der abhängigen Extremität (Bein oder Arm) führen. Lassen sich umschriebene Einengungen oder frische Verschlüsse nachweisen, so kommt eine interventionelle Wiedereröffnung in Betracht. Der Zugang zum Gefäßssystem ist abhängig von der Befundlokalisation.

Neben chronischen Einengungen durch abgelaufene Thrombosen (Blutgerinnselbildung  in der Vene) behandeln wir auch frische Verschlüsse der Venen, z. B. Beckenvenenthrombosen.

 

Cavaschirm-Implantation und -Explantation

Bei Blutgerinnseln in den Becken- oder Beinvenen (Bein- oder Beckenvenenthrombose) kann unter Umständen nach Abwägung anderer Therapieooptionen ein Metall-Schirmchen in die untere Hohlvene eingebracht werden. Lösen sich Gerinnsel von der Thrombose ab, so bleiben diese im Schirm hängen und können nicht in die Lungengefäße einschwämmen. Nach abgeschlossener Therapie der Thrombose kann  der Schirm durch unsere Abteilung innerhalb einer bestimmten Zeit auch wieder aus dem Gefäß entfernt werden.

 

Varikozelenverödung

Krampfadern des Hodens stellen eine mögliche Ursache für Schwellungen im Hodenbereich und einen Grund für Unfruchtbarkeit dar. Diese Krampfadern können "von innen" über einen Einstich in die Leistenvene und das Einbringen eines Katheters (Schlauches) verödet werden und stellen eine Alternative zum operativen Vorgehen dar.

Wiedereröffnung von Hamodialyseshunts

Im Laufe der Jahre können Hämodialyseshunts Engstellen entwickeln oder Verschlüsse ausbilden. In vielen Fällen ist eine minimal-invasive Wiedereröffnung realisierbar.

Selektive Nebennierenvenenblutentnahme

Bei bestimmten Formen der Hormonüberproduktion ist eine krankhafte Vergrößerung der Nebenniere ursächlich. Einige Konstellationen in der Bildgebung (CT oder MRT) machen eine gezielte Blutentnahme aus den Venen der Nebennieren notwendig, um entscheiden zu können welche der Nebennieren für die Überproduktion verantwortlich ist.  Um die Treffsicherheit dieser Blutentnahmen zu erhöhen, arbeiten wir eng mit der Endokrinologie der MHH zusammen und können bereits während des Eingriffs über einen Laborschnelltest die Treffsicherheit erheblich erhöhen.


 

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Eingriffe an der Leber

 

Transarterielle Chemoembolisation

Einige Lebertumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie nahezu ausschließlich über die Leberarterien versorgt werden.  Das gesunde Lebergewebe hingegen erhält seine Nährstoffe überwiegend aus der Eingeweidevene. Diese Tatsache ermöglicht eine sehr gezielte Chemotherapie: Die minimal-invasive Einspritzung der Medikamente über die Leberarterie. Dadurch werden im Lebertumor wesentlich höhere Konzentrationen des Chemotherapeutikums erreicht, als wenn die Verabreichung z. B. über eine Vene erfolgt. Um die Chemotherapie lange auf den Tumor einwirken zu lassen, wird dem Medikament ein sogenanntes Embolisat beigemischt (Flüssigkeit oder Partikel), welches zu einer Flussverlangsamung in den Arterien führt. Die allgemeine Beeinträchtigung der Lebensqualität ist bei diesem Verfahren relativ gering.

 

Transjugulärer intrahepatischer Shunt (TIPS)

Einige Lebererkrankungen gehen mit einem gestörten Abfluss des Blutes aus den Darmvenen durch die Leber in die Hohlvene einher. Folge können das Auftreten von Speiseröhren- oder Magenblutungen oder das Auftreten von Bauchwasser (Ascites) sein. Bei der TIPS wird minimal-invasiv eine Verbindung zwischen dem Pfortadersystem (Darmvenensystem) und der unteren Hohlvene geschaffen, um den Abfluss des Blutes zu verbessern.


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Venöse Zugangssysteme (Ports, Tunnelkatheter)

 

Für zahlreiche Therapien ist eine Verabreichung von Medikamenten in die Hohlvene über einen längeren Zeitraum essentiell. So wird z. B. bei einer Chemotherapie oder bei der parenteralen Ernährung (Ernährung über die Venen mittels Infusionslösungen) ein längerfristiger Gefäßzugang benötigt.

Eine Option stellen Tunnelkatheter und Portsysteme dar. Beim Port wird eine Portkammer (rundliche "Dose", die auf der Oberseite eine Silikonmembrane aufweist, ca. 2cm durchmessend) unter die Haut implantiert, die an einen in die Hohlvene führenden Verweilkatheter angeschlossen wird. Aus Sicherheitsgründen erfolgt die Einbringung des Katheters unter Durchleuchtung (Röntgenbildkontrolle). Da die Portkammer durch Haut bedeckt ist und vollständig einwächst, ist nach der Portanlage keine wesentliche Einschränkung in Ihrer Bewegungsfreiheit oder z. B. beim Baden oder Duschen zu erwarten. Soll ein Medikament oder eine Infusion verabreicht werden, so wird eine dünne Nadel durch die Haut und die Silikonvorderwand der Portkammer eingestochen. Über diese fließen die verabreichten Substanzen dann in den Verweilkatheter und von hieraus in die Hohlvene. Nach der Behandlung kann die Nadel einfach wieder entfernt werden. Insbesondere bei schlechten Venenverhältnissen ist ein solcher Port hilfreich um die körpereigenen Venen zu schonen.

Beim Tunnelkatheter wird lediglich der Verweilkatheter eingebracht, dieser jedoch über eine gewisse Strecke durch das Unterhautfettgewebe geführt. In diesem Abschnitt wächst der Katheter in das Gewebe ein, wodurch eine Infektion "entlang des Katheters" vermieden wird.

Alle venösen Zugangssysteme werden bei uns als ambulante Leistung angeboten, d. h. sie kommen vor dem Eingriff zur Planung (Ultraschalluntersuchung) und zur Aufklärung zu uns. An diesem Termin stellen wir sicher, dass alle erforderlichen Laborbefunde vorliegen und erklären den Ablauf des Eingriffs.

Am vereinbarten Operationstermin kommen Sie morgens zu uns und werden ohne lange Wartezeit gleich operiert. Nach einer individuellen Nachbeobachtungszeit können sie am selben Tag wieder nach Hause.

 

Präpectorale Port-Systeme (Port-Systeme an der Brustwand)

Beim präpectoralen Portsystem wird die Portkammer in die obere seitliche Brustwand eingebracht. Wir halten ständig zahlreiche verschiedene Systeme vorrätig, um ein für Sie individuell geeignetes System implantieren zu können. Wir setzen wenn möglich Portsysteme ein, die unter anderem für die Kontrastmittelgabe in der Computertomographie geeignet sind.

 

Armport-Systeme (Port-Systeme im Bereich der Armbeuge)

Unter Umständen ist aus medizinischen Gründen bei Ihnen die Anlage eines präpectoralen Ports nicht möglich, z. B. wenn in diesem Bereich eine Bestrahlungsbehandlung geplant ist. In diesen Fällen verwenden wir besonders kleine Ports, die in die Ellenbeuge implantiert werden können. Welches Portsystem das Richtige ist, wird bei der Aufklärung über den Eingriff erörtert.

 

Tunnelkatheter

In enger Absprache mit dem behandelnden Arzt bieten eine Vielzahl verschiedener Tunnelkathetersysteme an. 

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Perkutane Eingriffe

 

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30625 Hannover