
Definition
Die Methode des Tissue Engineering - Gewebezüchtung - in der regenerativen Medizin beruht darauf, lebende Zellen eines Organismus außerhalb des Zielgewebes anzuzüchten, um diese dann in den (meist identischen) Organismus zu implantieren und so eine Gewebefunktion zu erhalten oder wiederherzustellen.
Dazu werden in der Regel folgende Elemente benötigt:
* ein strukturelles Gerüst
* lebende Zellen oder Gewebe
* Kulturbedingungen (Wachstumsfaktoren, Stimulation, Bioreaktor)
Problem
Durch Unfälle, Erkrankungen (Arthrose, Tumoren) und infolge von Gelenkersatzoperationen entstehen Knochen-, Knorpel- und Sehnendefekte, die bisher nur unbefriedigend behandelt werden können. Zwar kann körpereigenes Gewebe transplantiert werden, jedoch verbleiben an der Entnahmestelle zum Teil erhebliche Defekte.
Lösungsansatz
Durch Punktion am Beckenkamm können mesenchymale Stammzellen gewonnen werden (Abb. 1), die im Labor isoliert (Abb. 2) und anschließend millionenfach vermehrt werden können. Die Kultur erfolgt dabei mit körpereigenem Blut (Serum; Abb. 3). Anschließend können die Zellen tiefgefroren werden und sind nahezu beliebig lang haltbar.
Die Zellen können dann zu einem gegebenen Zeitpunkt aufgetaut und weiter vermehrt werden und stehen für verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
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Prof. Dr. M. Jagodzinski Priv.-Doz. Dr. C. Haasper | ||