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Press Releases

04. 06. 2010

Nierentransplantation bei Kindern – MHH und Techniker Krankenkasse (TK) schließen Versorgungsvertrag zur optimierten Behandlung ab




Die jüngste Patientin war gerade einmal sechs Monate alt, als sie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine neue Niere erhielt. Meistens sind es unheilbare Erbkrankheiten, die dazu führen, dass schon Kinder und Jugendliche – häufig nach jahrelanger Dialyse - eine neue Niere bekommen.

 

In der MHH erhalten pro Jahr rund 20 Kinder eine neue Niere. Insgesamt seit 1970 in mehr als 650 Fällen. Damit ist die MHH das führende Zentrum für Kindernierentransplantationen in Deutschland.

 

Die Zeit vor und nach einer Transplantation ist für die betroffenen kleinen Patienten und ihre Eltern eine Phase großer physischer und psychischer Belastung, die viele Fragen aufwirft. Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Sie brauchen eine differenzierte, individuelle und stringente Vor- und Nachsorge nach so einem großen Eingriff.

 

Aus diesem Grund haben die MHH und die Techniker Krankenkasse Niedersachsen zum 1. Mai 2010 einen bundesweiten Vertrag zur integrierten Versorgung für die optimierte Betreuung bei Kindernierentransplantationen geschlossen. Ernst Thiel, Leiter der TK-Landesvertretung Niedersachsen: „Als Familienkasse liegt der TK die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen. Gerade die, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, brauchen die bestmögliche medizinische und psychologische Versorgung, die unser Gesundheitssystem bieten kann. Mit diesem neuen – in Deutschland einmaligen – Versorgungsvertrag setzt die TK genau diesen Anspruch in die Praxis um." 

 

„Wir wollen die Qualität der Behandlungen ständig verbessern, auch im Segment der Spit-zenmedizin und über Sektorengrenzen hinaus", betont MHH-Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. „Mit der Integrierten Versorgung verbessern wir aber nicht nur die Behandlungsergebnisse, sondern wir tragen auch dem Wunsch der kleinen Patienten und ihrer Eltern Rechnung, möglichst schnell und dauerhaft wieder ein normales Leben führen zu können." Im Fokus des Vertrages steht die sektoren-übergreifende Rund-um-Betreuung der Patienten und die altersspezifische Nachsorge, speziell in der Pubertät. Anlässlich des Tages der Organspende am 5. Juni, stellen die MHH und die TK heute den neuen Versorgungsvertrag vor.

 

 

Professioneller Beistand 24 Stunden am Tag

Ein professioneller „Case-Manager" der MHH steht Patienten und Eltern während der gesamten Behandlungsdauer Tag und Nacht für Fragen Verfügung. Zum einen werden den betroffenen Eltern auf diesem Wege viele Sorgen und Ängste genommen. Zum anderen werden von diesem Spezialisten Fachfragen beantwortet und Entscheidungsprozesse professionell begleitet.

 

Kinderreha Usedom und der Ederhof in Österreich –
Spezialisten für Organtransplantierte Kinder

Als einzige gesetzliche Krankenkasse Deutschlands bietet die TK den betroffenen Familien an, zwischen zwei hochqualifizierten Anschlussreha-Einrichtungen zu wählen. Zur Auswahl stehen das Kinderrehazentrum Usedom und die Sonderkrankenanstalt Ederhof in Österreich.

Besonders der Ederhof zeichnet sich durch einen systemischen Ansatz aus, der alle Famili-enmitglieder in die Rehabilitationsabläufe mit einbezieht.

 

 

Chronisch kranken Jugendlichen in der Pubertät eine Brücke bauen

„Unsere Patienten brauchen eine lebenslange Betreuung. Gerade der Schritt ins Erwachse-nensein ist eine besondere Herausforderung. Mit der neuen Vereinbarung können wir eine noch bessere, lebenslange Versorgung für nierentransplantierte Kinder bieten", erklärt Pro-fessor Dr. Lars Pape, Oberarzt in der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwech-selerkrankungen. Der Vertrag sieht für die „kritische Phase" im sechzehnten und siebzehn-ten Lebensjahr Extra-Reha-Schulungsprogramme vor, um die Eigenverantwortung zu stär-ken. Themen dabei sind z. B. Umgang mit Medikamenten; Schule, Ausbildung und Beruf; und Aufklärung über Drogen, Alkohol und Gewalt in Zusammenhang mit der Erkrankung. In Elternseminaren erhalten Eltern Unterstützung im Prozess des Loslassens, aber auch Entlastung vom Druck der lebenslangen Fürsorge. Jochen Blaser, Krankenhausreferent bei der Techniker Krankenkasse Niedersachsen: „Diese sektorenübergreifende Abstimmung des Behandlungsprozesses ist überlebenswichtig für die Betroffenen. Nur durch wiederholte, altersgemäße Aufklärung lernen die Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit Ihrer Erkrankung."

 

Die Laufzeit des Vertrages ist unbefristet. Die MHH begleitet die Ausführung mit einem Qualitätszirkel und laufender Evaluation.

 

AnsprechpartnerInnen für Rückfragen:

 

MHH Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Zorn, Leiter
Telefon: 0511 532-6772
pressestellemh-hannover.de

 

TK-Landesvertretung
Niedersachsen
Nicole Ramcke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 05 11 / 30 18 53 53
Nicole.Ramcketk-online.de  







V. i. S. d. P.: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der MHH

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