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Press Releases

07. 05. 2010

MHH ehrt 123 Doktoranden


Urkundenverleihung am Freitag, 7. Mai 2010 / Freundegesellschaft unterstützt junge Forscher



Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) begeht zum 20. Mal ihre Promotionsfeier und lädt dazu Preisträger und Nominierte, Verwandte, Bekannte und Freunde am Freitag, 7. Mai 2010, um 15 Uhr in den Hörsaal F ein. MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann wird die Urkunden für die erfolgreich beendeten Doktorarbeiten 107 jungen Ärztinnen und Ärzten, zehn Zahnmedizinerinnen und -medizinern sowie sechs Humanbiologen überreichen. Fünf von ihnen haben ihre Promotion „mit Auszeichnung" abgeschlossen. Die Promotionspreise gehen an Dr. Karen Maria Olsson (32) und Dr. Nils Kristian Prenzler (26). Die beiden Auszeichnungen sind mit je 2.500 Euro dotiert und werden von der Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. vergeben. Der ebenfalls mit 2.500 Euro dotierte Hans-Heinrich Niemann-Preis 2010 geht an Dr. Jutta Lamlé (30). Dieser Preis wird ebenfalls am Freitag von der Gesellschaft der Freunde vergeben.

 

 

Die Promotionspreise

 

 

Parameter für die Festlegung von Therapien bei Gallengangsatresie

 

Dr. Karen Maria Olsson verfasste ihre Arbeit an der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Lars Pape. Die Gallengangsatresie ist eine seltene, angeborene Erkrankung der Gallenwege, die unbehandelt innerhalb der ersten Lebensjahre zum Tod durch Leberversagen führt. Die primäre Therapie ist eine Operation. Doch trotz frühzeitiger Operation entwickeln etwa 80 Prozent der betroffenen Kinder eine Leberzirrhose und benötigen später eine Lebertransplantation. Obwohl der Zeitpunkt der Transplantation ein wichtiger prognostischer Faktor für das Überleben dieser Kinder ist, gibt es zurzeit keine gut definierten prognostischen Parameter für die Festlegung von Therapiestrategien. Die Untersuchungen von Dr. Olsson zeigten, dass die Quantifizierung des Bindegewebsgehaltes der Leber bei Säuglingen mit Gallengangsatresie eine recht zuverlässige Vorhersage des weiteren Verlaufs erlaubt und möglicherweise ein guter Überwachungsparameter ist. Die Quantifizierung gelang mit Hilfe einer speziellen Färbung aus Gewebeproben, die während der Operation entnommen wurden.

 

 

Ghrelin als möglicher Ansatzpunkt bei Sepsis-Therapien

 

Dr. Nils Kristian Prenzler erstellte seine Arbeit am Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie in der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Heike Nave. Er konnte zeigen, dass Ghrelin, ein Appetit förderndes Hormon aus dem Magen, unterschiedliche immunologische und nährende Effekte in dicken und normalgewichtigen Ratten während einer Endotoxinämie auslöst. Dazu wurde den Tieren der biochemische Stoff Endotoxin injiziert, um eine Sepsis zu imitieren. Anschließend wurden verschiedene Botenstoffe der Entzündungsantwort und die Nahrungsaufnahme der Ratten erfasst. Während die Ghrelin-Gabe bei den normalgewichtigen endotoxinämischen Ratten eine deutlich erhöhte Nahrungsaufnahme und eine gesteigerte Ausschüttung des entzündungshemmenden Interleukin-10 bewirkte, konnte Dr. Prenzler diese Effekte bei den endotoxinämischen dicken Ratten nicht beobachten. Systemische Infektionen - das sind Infektionen, die das ganze Organsystem betreffen - stellen durch eine überschießende Immunantwort und damit verbundene Probleme wie Organversagen und krankhafte Abmagerung nach wie vor einen erheblichen Anteil der Todesursachen auf Intensivstationen. Ghrelin könnte ein interessanter neuer Ansatzpunkt für eine immunmodulatorische Therapie der Sepsis, zumindest bei normalgewichtigen Individuen sein.

 

 

Hans-Heinrich Niemann-Preis

 

 

Transkriptionsfaktor Nrf2 spielt bei chronischen Lebererkrankungen eine wichtige Rolle

 

Dr. Jutta Lamlé verfasste ihre Arbeit an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie in der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Arndt Vogel. Sowohl Alkoholkonsum als auch die übermäßige Zufuhr von Fett verursacht beim Menschen eine vermehrte Ansammlung freier Radikale, die zu einer Schädigung der Leberzellen führen. Um sich vor diesen Radikalen zu schützen, hat der Körper eine Reihe von Abwehrmechanismen entwickelt. Durch die Einwirkung von Radikalen kommt es zur Produktion verschiedener Radikalfänger, die alle durch einen Faktor namens Nrf2 aktiviert werden. Mit Untersuchungen an Mäusen konnte Dr. Lamlé zeigen, dass der Verlust von Nrf2 bei chronischem Alkoholkonsum zu einer Einschränkung im Alkoholabbau führt. Durch die Beeinflussung des Stoffwechsels in der Leber kommt es zu einer beschleunigten Anreicherung von Fetten. Außerdem sorgen beschädigte Proteine für eine Aktivierung des Immunsystems und treiben die Leberentzündung voran. Zusätzlich wird durch den Verlust von Nrf2 das anti-oxidative Schutzsystem behindert. Dadurch werden die Leberzellen durch chronischen Alkoholgenuss anfälliger für Schädigungen.

 

Unter erhöhter Nahrungszufuhr hingegen reduziert der Verlust von Nrf2 die Gewichtszunahme. Die geringere Gewichtszunahme steht jedoch nicht im Zusammenhang mit einem verbesserten Allgemeinzustand. Vielmehr kommt es durch den Verlust des anti-oxidativen Schutzsystems zu einer verstärkten Schädigung der Zellwände. Außerdem führt der Verlust von Nrf2 auch hier zu einer höheren Aktivierung des Immunsystems. Das wiederum kann zu einer schnelleren Entstehung einer Leberfibrose führen und damit die Zerstörung der Leber verstärken. Somit ist Nrf2 nicht nur für die Aktivierung von anti-oxidativen Schutzmechanismen von zentraler Bedeutung, sondern auch bei der Verstoffwechselung und Speicherung von Fetten.

 

Ein Foto der Promotionsfeier können Sie unter pressestellemh-hannover.de anfordern.

 

 

 







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