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Press Releases

17. 03. 2010

MHH-Forscherin erhält Hufeland-Preis


Ausgezeichnete Leistungen in der Präventivmedizin



PD Dr. Iris Chaberny

Die Privatdozentin Dr. Iris Chaberny, Leiterin des Arbeitsbereichs Krankenhaushygiene an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde heute in Köln mit dem Hufeland-Preis ausgezeichnet. Die Medizinerin erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Preis für ihre Arbeit zur Vorbeugung von MRSA-Infektionen in Krankenhäusern. Die Auszeichnung sieht Dr. Chaberny als Verdienst ihres gesamten Teams, das Preisgeld soll in den Arbeitsbereich fließen. Der Hufeland-Preis – benannt nach dem deutschen Mediziner Christoph Wilhelm Hufeland (1762 – 1836) – geht jährlich an den Autor der besten wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Präventivmedizin. Er gilt als einer der angesehensten deutschen Medizinpreise. MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ist ein Bakterium, das bei Patienten zum Beispiel Wundinfektionen, Blutvergiftungen und Lungenentzündungen verursacht. Der Krankheitserreger ist gegen bestimmte Antibiotika resistent und deshalb nur schwer zu behandeln. Die Folgen können erhöhte Sterblichkeit, längere Krankenhausaufenthalte und damit verbunden höhere Kosten für das Gesundheitswesen sein. MRSA taucht vor allem in Krankenhäusern und Altenheimen vermehrt auf.

 

In der prämierten Arbeit entwickelte Dr. Chaberny ein Verfahren, mit dem MRSA-Infektionen vermindert werden können. Die Medizinerin führte dafür zunächst eine Pilotstudie an mehreren Universitätskliniken durch, um das tatsächliche Ausmaß von MRSA zu erfassen. Aus den Ergebnissen der Studie entwickelte sie eine Referenzdatenbank und das Überwachungssystem MRSA-KISS (Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System). Die MHH arbeitet schon seit 2003 erfolgreich mit diesem System. Ein Mittel zur Vorbeugung von Infektionen mit dem Erreger sind beispielsweise Abstrichuntersuchungen der Nase bei Patienten, die stationär aufgenommen werden. Zusammen mit weiteren Maßnahmen konnte die MHH die Rate der MRSA-Infektionen um 63 Prozent verringern. Zur Kontrolle und Sicherung des Erfolgs werden regelmäßig Querschnittsuntersuchungen der Patienten auf MRSA vorgenommen. Mittlerweile ist das Überwachungssystem für alle Krankenhäuser zugänglich. Sie können es nutzen, um Probleme mit dem Krankheitskeim zu erkennen und gezielte Gegenmaßnahmen zu treffen. Zurzeit nehmen 301 deutsche und österreichische Krankenhäuser daran teil. Speziell in der Region Hannover gibt es das MRSA plus Netzwerk. Die angeschlossenen Krankenhäuser tauschen darüber gegenseitig Informationen aus und koordinieren den gemeinsamen Kampf gegen den Krankheitserreger.

 

Dr. Iris Chaberny arbeitet seit 2001 an der Medizinischen Hochschule Hannover und beschäftigt sich seitdem mit MRSA. Der Hufeland-Preis ist bereits die dritte Auszeichnung, die sie für ihre wissenschaftliche Arbeit bekam. 2007 erhielt sie den Hygiene-Preis der Rudolf Schülke Stiftung, 2009 wurde sie mit dem B.Braun Critical Care Award geehrt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei Privatdozentin Dr. Iris Chaberny, Leiterin des Arbeitsbereichs Krankenhaushygiene des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, chaberny.irismh-hannover, Tel. 0511 532-3675.







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