
Lebererkrankungen sind ein großes gesundheitspolitisches Problem, sowohl weltweit als auch in Deutschland. Die Hepatitis (griechisch: Entzündung der Leber) kann durch vielfältige Ursachen hervorgerufen werden. Hauptgründe sind die Infektionen mit den Hepatitisviren A, B, C, D und E. Eine Hepatitis kann jedoch auch durch toxische, genetische und stoffwechselbedingte Ursachen sowie Autoimmunprozesse ausgelöst werden. Folgen chronischer Lebererkrankungen können eine Leberzirrhose oder sogar ein hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs) sein.
Experten vermuten, dass wahrscheinlich weit weniger als die Hälfte der Betroffenen bisher identifiziert wurden und von ihrer Infektion wissen sowie dass schätzungsweise nur 10-20 % der Patienten derzeit adäquat behandelt werden. Dies bedeutet, dass trotz großer Fortschritte bei der Erforschung der Virushepatitiden in den 90er Jahren, die Erkenntnisse aus den Forschungsergebnissen zu langsam zu niedergelassenen Ärzten und Patienten gelangen.
Angesichts dieser verbesserungswürdigen Ausgangssituation entschied sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Februar 2002, das (Hep-Net) im Rahmen seiner Großfördermaßnahmen von vernetzten Forschungsprojekten für zunächst fünf Jahre zu fördern.
Hep-Net hat während dieser Phase seiner öffentlichen Förderungen erfolgreich ein "horizontales Netzwerk" mit enger Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen rund 120 namhaften klinischen Forschern und Grundlagenwissenschaftlern in Deutschland aufgebaut. Gleichzeitig ist im Hep-Net ein "vertikales Netzwerk" entstanden zu ca. 1.000 niedergelassenen Ärzten und Patientenselbsthilfeorganisationen, um den Wissenstransfer zu verbessern und möglichst alle Versorgungsebenen in die Forschung einzubinden. Erstmals ist es damit gelungen, sich fachübergreifend auf die für Patienten wichtigen Forschungsfragen zu konzentrieren sowie die Versorgung der Betroffenen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Das Kompetenznetz Hepatitis stellt die Keimzelle der im November 2006 gegründeten Deutschen Leberstiftung dar, da der bisher erreichte Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Ärzten nach Auslaufen der staatlichen finanziellen Unterstützung durch ein nachhaltiges privates Engagement fortgesetzt werden soll.
Patientenvertreter wie die Deutsche Leberhilfe e.V. und die mit dem Thema "chronische Lebererkrankungen"? beschäftigten Mediziner und Naturwissenschaftler sind davon überzeugt, dass nur durch eine breite private Beteiligung das Bewusstsein für Lebererkrankungen und das Wissen über vorbeugende Maßnahmen in der deutschen Bevölkerung nachhaltig verbessert werden können. Grundvoraussetzung für Vorbeugung und für eine verbesserte Versorgung der bereits betroffenen Patienten bleibt jedoch, dass neue Erkenntnisse über den natürlichen Verlauf der Hepatitisinfektionen erzielt werden und die Mechanismen des Krankheitsvoranschreitens in vernetzten Forschungsprojekten weiter aufgeklärt werden.
Ziele der Deutschen Leberstiftung sind:
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