
Der Bluthochdruck (Hypertonie) ist einer der wichtigsten Risikofaktoren kardiovaskulärer Erkrankungen. Erhöhte Blutdruckwerte können zu Organschäden wie Herzschwäche, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Einschränkung der Nierenfunktion führen. Ziel ist es daher, bei Patienten die unter Bluthochdruck leiden, den Blutdruck zu senken. Dies kann in der Regel mit blutdrucksenkenden Medikamenten erreicht werden. Bei manchen Patienten kann aber trotz Einnahme dieser Medikamente keine ausreichende Blutdrucksenkung erzielt werden, man spricht dann von einer therapierefraktären Hypertonie.
Die Klinik für Kardiologie und Angiologie bietet in Kooperation mit der Klinik für Nephrologie und Hypertensiologie für diese Patienten das neue Verfahren der Nierenarterienablation, auch renale Denervation genannt, an. Hierbei werden mittels eines minimal-invasiven endovaskulären Eingriffes die oberflächlich verlaufenden Nervenfasern der Nierenarterien mittels Hochfrequenzstrom „durchtrennt“. Diese Nervenfasern sind an der Entwicklung von Bluthochdruck maßgeblich beteiligt. Um diese Nervenfasern auszuschalten, wird ein sogenannter Ablationskatheter über die Leistenarterie bis in die Nierenarterie vorgebracht. Die Spitze des Katheters besitzt eine Elektrode, die dann genau an der Wand der Nierenarterie positioniert wird und dort hochfrequente Energie abgibt. Die damit entstehende Wärmeentwicklung verödet die außen an der Gefäßwand befindlichen Stressnervenfasern. Dieser Vorgang wird in der Folge mehrfach wiederholt und in der Regel an beiden Nierenarterien durchgeführt. Bis der vollständige Effekt der Behandlung eintritt vergehen Tage bis Wochen.
Ansprechpartner:
über das Herzkathetersekretariat (0511-532-6626/6627)
PD Dr. med. H. Oswald (Kardiologie und Angiologie)
PD Dr. med. J. Widder (Kardiologie und Angiologie)
