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Medizinische Hochschule Hannover | Carl-Neuberg-Str.1 | 30625 Hannover | Tel.:(+49) 0511-532-0

Medikamentenpumpen

Schmerz-/Medikamentenpumpen

 

Bei bestimmten Indikationen wird den betreffenden Patienten angeboten, eine Medikamentenpumpe zu implantieren. Dies sind insbesondere diejenigen Fälle, bei denen eine Anwendung von Tabletten oder Wirkstoffpflastern eine ausreichende Wirkung nicht in gewünschtem Maße vorhält oder eine dosisgenerierte Unverträglichkeit besteht. Als Voraussetzung ist zu nennen, dass zuvor in einer Testphase die zu erwartende Wirksamkeit in ausreichendem Umfang festgestellt werden kann.

Die Pumpe wird unter der Haut in der Bauchwand implantiert. Der Wirkstoff wird dann kontinuierlich über einen dünnen Katheter, der im Rücken in den Rückenmarkskanal eingelegt wird, direkt in das Nervenwasser abgegeben. Die in den Pumpen plazierten Reservoirkammern müssen in regelmäßigen Abständen wieder aufgefüllt werden, was problemlos durch eine Punktion geschehen kann.Es stehen derzeit zwei verschiedene Pumpensysteme zur Verfügung: Bei einer gasdruckgetriebenen Pumpe wird täglich ein konstantes Wirkstoffvolumen abgegeben. Die Dosierung erfolgt über die Konzentration der eingebrachten Wirksubstanz. Die Wiederbefüllungsintervalle richten sich fest nach dem Volumen des Pumpenreservoirs. Bei programmierbaren Pumpen wird der Wirkstoff unverdünnt eingegeben. Die Dosierung und Wiederbefüllungsfrequenz wird durch die Programmierung der täglichen Förderrate festgelegt.

 

Bezüglich der Indikation sind zwei Hauptgruppen zu nennen:

 

1. Schmerzpatienten, wobei chronische Rückenschmerzen zahlenmäßig die Hauptgruppe bilden. In der Regel werden zunächst Morphine verabreicht. Die Testphase erfolgt unter stationären Bedingungen: Über einen externen Katheter wird das Morphin in das Nervenwasser abgegeben. Somit kann die Wirksamkeit abgeschätzt werden wie auch eine erste Information zu der zu erwartenden Bedarfsdosis. Die Wiederbefüllung kann in der Medikamenten pumpensprechstunde der Neurochirurgischen Klinik erfolgen.

 

2. Patienten mit spastischen Muskeltonuserhöhungen aus diversen Ursachen (Rückenmarksläsionen, MS, ggf. auch cerebrale Spastik etc.). Das infundierte Medikament ist Baclofen, das eine Linderung der Spastik vermittelt. Die Austestung erfolgt in der Regel über Bolusgaben mittels Lumbalpunktion des Nervenwasserkanals. Häufig wird hier eine programmierbare Pumpe verwendet, die eine Justierung in einem Tag/Nachtrhythmus ermöglicht. Die Wiederbefüllung wird häufig von den neurologischen Klinken durchgeführt, in denen die betroffenen Patienten in fortgesetzter Dauerbehandlung verbleiben.

 

weitere Informationen

 

Privatsprechstunde (nach Vereinbarung)

Prof. Dr. med. Joachim K. Krauss

Tel.: 0511 532 6652/6651

 

Spezialsprechstunde Medikamentenpumpen (nach Vereinbarung)

 

Anmeldung Poliklinik

Frau Pienkny

Tel.: 0511 532 3102

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