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Schwerpunkt der klinischen Forschung ist die Virushepatitis, v. a. Hepatitis B. Hepatitis B kann zur Leberzirrhose und Leberzellkrebs führenund ist eine der führenden Indikationen zur Lebertransplantation. Die Infektion mit dem Hepatitis B Virus ist ein globales Problem: etwa 1/3 der Weltbevölkerung haben eine Infektion durchgemacht, 300 – 420 Millionen Menschen sind chronisch damit infiziert (Deutschland: 400-500.000). Die Inzidenz in Deutschland ist infolge der Einführung einer flächendeckenden Impfung für Kinder seit dem Anfang der 90er Jahre rückläufig (www.rki.de, www.who.int). Seit wenigen Jahren stehen auch effektive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.


Damit sollte man eigentlich davon ausgehen, dass diese Infektionserkrankung beherrschbar wäre. Doch das Virus weist Eigenheiten auf. So bleibt beispielsweise virale DNA in Form der sogenannten cccDNA auch nach der Ausheilung in den Leberzellen nachweisbar. Davon ausgehend, kann das HBV unter z. B. Chemotherapie reaktiviert werden. Eine weitere Eigenheit ist das Verhalten des Virus unter Therapie: während es mit den heutigen Medikamenten meist möglich ist, die HBV DNA aus dem Serum zu eliminieren und diese somit bei erfolgreicher Therapie als Verlaufsparameter ausfällt, bleiben Hüllbestandteile in Form des Hepatitis Bs Antigens länger nachweisbar.


Der Einfluss einer antiviralen Therapie auf das Oberflächenantigen (HBsAg) wird derzeit bei uns untersucht. Eine der Fragestellungen lautet dabei, ob es möglich ist, den Verlust von HBsAg und damit die Chance auf eine Ausheilung beim individuellen Patienten vorherzusagen. Ein weiteres Eiweiss, das im Verlauf einer Hepatitis B Virus Infektion eine Rolle spielt, ist das Hepatitis Be – Antigen (HBeAg), das in frühen Stadien der Infektion nachweisbar ist. Bislang ist es nicht möglich, das HBeAg in größerem Umfang quantitativ zu bestimmen. Gegenstand der hier durchgeführten Untersuchungen ist die Evaluation und Etablierung quantitativer Tests zur Messung von HBsAg und HBeAg und ihre Translation in den klinischen Alltag.


Was aber geschieht mit dem Virus bei den Patienten, die nicht auf eine Behandlung mit den Nukleos(t)analoga ansprechen? Hierzu wird in einem vom BMBF geförderten Verbundprojekt nach Möglichkeiten gesucht, u. a. anhand der Nukleinsäurensequenz frühzeitig die passende Medikation für den individuellen Patienten zu finden. Klinische Daten werden in Zusammenhang mit viralen Sequenzen gebracht und statistisch ausgewertet. Analog zu bereits bestehenden Datenbanken für andere Infektionserkrankungen wie z. B. HIV ist es das Ziel dieses Projektes, Informationen zur Optimisierung der antiviralen Therapie gegen HBV zur Verfügung zu stellen.


Das weitgehende Fehlen eines Kleintiermodells zur Untersuchung der viralen Hepatitis erschwert die Entwicklung neuer antiviraler Substanzen und von Impfstoffen. In Zusammenarbeit mit dem Helmholtzinstitut für Infektionsforschung in Braunschweig soll ein Mausmodell zur Erforschung u. a. der viralen Hepatitis etabliert werden, das eben diese Lücken füllen hilft.