

Für die operative Behandlung des Prostatakarzinoms, des mittlerweile häufigsten Tumors innerhalb der männlichen Bevölkerung, steht uns mit der nervschonenden radikalen Prostatektomie ein Behandlungsansatz zur Verfügung, der neben einer hohen therapeutischen Effizienz ein Höchstmaß an funktioneller Kompetenz, insbesondere der für die Erektion und Kontinenz verantwortlichen anatomischen Strukturen garantiert. Dieser Eingriff kann sowohl offen operativ (mit einem Bauchschnitt) als auch über einen minimalinvasiven Zugang (Laparoskopie - Schlüssellochtechnik) erfolgen.
Aber auch alternative Behandlungsoptionen wie beispielsweise aktive Überwachung und die externe Hochvoltbestrahlung werden, natürlich an den Einzelfall adaptiert, im Rahmen der interdisziplinären Prostatasprechstunde mit dem Patienten besprochen und mit ihm hinsichtlich der Vor - und Nachteile im Vergleich mit der operativen Behandlung diskutiert. Für solche Patienten, die ein erhöhtes Risiko für eine zum Diagnosezeitpunkt bereits stattgehabte Lymphknotenmetastasierung aufweisen, stellt das laparoskopische Lymphknotenstaging einen hocheffizienten, minimal invasiven diagnostischen Ansatz dar. Für Patienten, die ein fortgeschrittenes Krankheitsbild mit Knochen - oder Weichteilmetastasen aufweisen, entwickeln wir individuelle Behandlungskonzepte, die chemotherapeutische Therapieverfahren, aber auch solche Ansätze umfassen, die beispielsweise auf die Reduzierung der Kalksalzminderung im Bereich von Knochenmetastasen abzielen. Diesbezüglich besteht mit der Klinik für Nuklearmedizin eine Kooperation zur Behandlung von Knochenschmerzen durch Radionuklidtherapie.
In diesem Zusammenhang ist es oberstes Ziel, neben einer günstigen Beeinflussung der klinischen Prognose des einzelnen Patienten und der Stabilisierung eventuell frakturgefährdeter knöcherner Strukturen, eine Lebensqualitätsverbesserung durch Schmerzlinderung zu erreichen. Insbesondere auch die Behandlung fortgeschrittener Krankheitsbilder erfolgt in unserer Klinik bei Bedarf im Rahmen einer interdisziplinären Therapieentscheidung, die beispielsweise strahlentherapeutische Behandlungskonzepte berücksichtigt.