
Rare Disease Day 2012
MHH, 29.02.2012
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Der dritte Band des von Athineos Philippou herausgegebenen Werks "Geschichte und Wirken der pharmakologischen, klinisch-pharmakologischen und toxikologischen Institute im deutschsprachigen Raum" ist Anfang 2012 erschienen.
(mehr dazu)
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Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt des Instituts für Pharmakologie sind die zyklischen Pyrimidinnukleotide cCMP und cUMP. Zu diesem Thema veranstalteten wir im Oktober 2010 an der MHH ein erstes wissenschaftliches Symposium. Wir werden in Anbetracht zahlreicher neuer Erkenntnisse am 2. Oktober 2012 ein zweites wissenschaftliches Symposium an der MHH über cCMP und cUMP veranstalten. Dazu erhalten Sie bald nähere Informationen über unsere Instituts-Homepage. Die Teilnahme an dem Symposium wird wie beim letzten Mal kostenlos sein. Wenn Sie daran interessiert sein sollten, einen Kurzvortrag zu halten oder ein Poster zu präsentieren, können Sie sich schon jetzt per E-Mail bei uns melden.
In Vorarbeiten (Göttle M et al.)hatten wir gezeigt, dass die bakteriellen „Adenylyl"-Zyklasetoxine CyaA von Bordetella pertussis sowie Ödemfaktor (EF) von Bacillus anthracis neben cAMP auch cCMP und cUMP synthetisieren. Membranäre Adenylylzyklasen und die lösliche Guanylylzyklase besitzen in Bezug auf kompetitive Inhibitoren eine sehr breite Basenspezifität, die neben Purin- auch Pyrimidinnukleotide umfasst (Seifert R et al.). Das Zellmembran-permeable cAMP-Analogon Dibutyryl-cCMP hemmt die Superoxidanionenproduktion in neutrophilen Granulozyten (Ervens J und Seifert R) und die Thrombozytenaggregation und reduziert den Gefäßtonus (Desch M et al.) Die letzteren beiden Wirkungen werden zum größten Teil über die cGMP-abhängige Proteinkinase vermittelt.
Ausgehend von diesen Befunden haben wir nun damit begonnen, cCMP- und cUMP-Generatoren sowie Effektoren zu identifizieren und charakterisieren. In einer kürzlich zur Publikation angenommenen Arbeit (Beste KY et al.) zeigen wir, dass die lösliche Guanylylzyklase außer cGMP auch cUMP und cCMP synthetisiert. Die cCMP- und cUMP-Synthese wird durch NO-Pharmaka stimuliert. cCMP und cUMP aktivieren darüber hinaus zwei Isoformen der cAMP-abhängigen Proteinkinase und die cGMP-abhängige Proteinkinase differentiell (Wolter S et al.). Besonders bemerkenswert ist, dass cCMP die cGMP-abhängige Proteinkinase nur niederpotent und partiell aktiviert, aber bezüglich der Vasodilatation sehr effektiv ist. Diese Befunde sprechen dafür, dass nach Zugabe externer cCMP-Analoga zu Zellen und Geweben substantielle intrazelluläre cCMP-Konzentrationen aufgebaut werden können. In Übereinstimmung mit dieser Hypothese haben wir kürzlich gezeigt, dass verschiedene Phosphodiesterase-Isoformen nicht dazu in der Lage sind, cCMP zu hydrolysieren (Reinecke D et al.) Im Gegensatz dazu wird cUMP durch bestimmte Phosphodiesterasen durchaus hydrolysiert, aber mit einem anderen Muster als cAMP und cGMP. Diese Befunde sprechen dafür, dass cCMP und cUMP eigenständige Second Messenger-Moleküle darstellen könnten. Die Weiterentwicklung dieses Konzeptes erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus den Bereichen Pharmakologie, Biophysik, Physiologie und Medizinische Chemie. In diesem sehr innovativen Forschungsgebiet haben wir auch eine Reihe von hochinteressanten Master- und Doktorarbeiten zu vergeben.
Interessenten melden sich bitte per E-Mail.

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