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Hodentumore - Zweitmeinungszentrum

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Hannover 96 übernimmt die Schirmherrschaft für das „Zweitmeinungszentrum Hodentumoren“ an der Klinik für Urologie der MHH

 

 

Allgemeine Informationen

Tumorfund bei einer sonographischen Untersuchung

Hodenkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die vom Keimepithel des Hodens ausgeht. Betroffen sind meist junge Männer mit einem ersten Altersgipfel zwischen 17 und 25 Jahren und einem zweiten Gipfel in der Gruppe der 30 – 35 Jährigen. Neben einer zum Teil schwerwiegenden psychischen Problematik, die sich für die jungen Männer aus der Erfahrung ergibt, aus meist völliger Gesundheit plötzlich an einer bösartigen Erkrankung zu leiden, spielen in diesen Altersgruppen natürlich solche Probleme eine große Rolle, die im weitesten Sinne mit Dingen wie Familienplanung und Sexualität zusammenhängen.
Auf der anderen Seite hat die Einführung der Cisplatin – haltigen Chemotherapie Ende der 70iger Jahre durch Larry Einhorn in Indianapolis dazu geführt, dass die Mehrzahl der Patienten auch in bereits fortgeschrittenen Tumorstadien, also bspw. nach Entwicklung von Absiedelungen in der Lunge, heute in der Mehrzahl der Fälle definitiv geheilt werden kann. Diese Entwicklung ist umso bedeutender, als noch in den 50iger Jahren 50 % der Patienten an ihrer Erkrankung verstorben sind, was die Aggressivität dieses Krankheitsbildes unterstreicht.

Ein sonographisch unauffälliger Hoden

Vor einigen Jahren entwickelte sich aber die Erkenntnis, dass auch heute noch beobachtete Hodentumor – bedingte Todesfälle in erheblichem Umfang zum einen durch Therapiefehler vonseiten des Primärtherapeuten, aber auch durch eine Diagnoseverschleppung auf der Seite des Patienten zurückzuführen sind.
Um dem ersten Punkt zu begegnen, konstituierten sich auf deutscher, aber auch auf europäischer Ebene Expertengruppen, deren Ziel es war, allgemein verbindliche Behandlungsleitlinien für die Therapie von Hodentumorpatienten, die in Abhängigkeit von der jeweiligen klinischen Situation ausgesprochen komplex sein kann, zu erstellen. Gleichzeitig wurden sogenannte „Zweitmeinungszentren“ etabliert, die von den Mitgliedern dieser Expertengremien vertreten werden. Eines dieser Zentren wurde gerade mit dem Wechsel von Herrn Prof. Kuczyk von Tübingen nach Hannover an die urologische Klinik der MHH verlegt. Hierdurch besteht jetzt auch an der MHH für Patienten und beispielsweise niedergelassene Ärzte die Möglichkeit, den für den individuellen Patienten erstellten Therapieplan hinsichtlich der Schlüssigkeit und Leitlinienkonformität überprüfen zu lassen und ggf. zusätzliche Therapieempfehlungen einzuholen.
Ziel dieser an den Einzelfall Leitlinien – gerecht angepassten Behandlungsempfehlungen ist es dabei vor allem auch, die Intensität der Therapie möglichst gering zu halten, um ihre Nebenwirkungen für die betroffenen jungen Männer gerade im Langzeitverlauf möglichst zu reduzieren, ohne die Wirksamkeit der Behandlung zu gefährden.

Stadieneinteilung Hodentumore

Um der zweiten oben erwähnten Gefahr für eine Verschlechterung der klinischen Prognose, die sich aus der Diagnoseverschleppung durch den Patienten selbst, beispielsweise aus Gründen der Scham, zu begegnen, wurden bereits vor etwa 20 Jahren umfangreiche Aufklärungskampagnen, bspw. von der Uniklinik Bonn, initiiert. Zumindest unser persönlicher Eindruck ist aber der, dass immer noch viel zu viele und vielleicht auch zunehmend mehr Patienten mit bei Diagnosestellung schon fortgeschrittenen Krankheitsbildern beobachtet werden. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit einer in dieser Situation wesentlich intensiveren Behandlung zum Beispiel mittels Chemotherapie mit den entsprechenden Nebenwirkungen im Langzeitverlauf (z.B. erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Herz – Kreislauferkrankungen).

Die Klinik für Urologie und Urologische Onkologie - ein ausgewiesenes Zweitmeinungszentrum

Vor diesem Hintergrund bedanken wir uns sehr herzlich bei den Spielern und dem Präsidium von Hannover 96 für die Bereitschaft, uns mit der Übernahme der Schirmherrschaft für das „Zweitmeinungszentrum Hodentumoren“ an der Urologischen Klinik der MHH in unseren Bemühungen zu unterstützen, die Therapieführung von Hodentumorpatienten zu optimieren und im Rahmen der Krankheitsfrüherkennung alle jungen Männer innerhalb der betroffenen Altersgruppen auf das Thema „Hodentumor“ aufmerksam zu machen.


Gerne beraten wir betroffene Patienten in unserer onkologischen Sprechstunde zu Fragestellungen rund um den Hodenkrebs.

Weitere Informationen zum Thema Hodenkrebs  finden Sie auch unter www.hodenkrebs.de.

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Informationsbroschüre zum Thema Hodentumore

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